Am großen Talent von Alex Rins zweifelt niemand. Sechs MotoGP-Siege zeugen davon. Doch leider scheint er seit seiner schweren Beinverletzung von Mugello 2023 nicht mehr derselbe. Die letzten Jahre waren mühsam und wenig erfolgreich. 2026 scheint nun die letzte Saison in der Königklasse zu werden - aus zweierlei traurigen Gründen.

Kein Interesse aus dem Paddock: MotoGP-Zukunft von Alex Rins fraglich

Der erste davon ist offensichtlich. Für einen neuen Vertrag über 2026 hinaus braucht es Interesse seitens der Hersteller. Bei keinem ist dieses aktuell verbrieft. Rins ist selbst klar, dass er sich derzeit auch kaum empfehlen kann: "Ich weiß nicht, ob ich nächstes Jahr noch hier sein werde. Ich muss meinen Platz finden. Unsere Resultate helfen da mit Sicherheit nicht."

In Yamahas Fahrerkader kommen wohl andere zum Zug, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool
In Yamahas Fahrerkader kommen wohl andere zum Zug, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

Auch bei Noch-Arbeitgeber Yamaha scheint er nicht oben auf der Liste zu stehen. Es kursieren Gerüchte um Luca Marini und Fabio Di Giannantonio. Außerdem bestünde die Möglichkeit, Toprak Razgatlioglu ins Werksteam aufsteigen zu lassen. Dazu gibt es nun ein hauseigenes Juniorenteam in der Moto2. Eine Weiterbeschäftigung von Rins erscheint in dieser Konstellation immer unwahrscheinlicher.

Yamaha-Probleme nehmen den Spaß: Alex Rins gibt Motivationsprobleme zu

Doch der traurigere Punkt ist: Dies beruht auf Gegenseitigkeit. Der aktuell desolate Zustand des V4-Projekts von Yamaha nimmt Alex Rins schwer mit. "Es ist nun eine lange Zeit, in der ich keinen Spaß mehr auf dem Motorrad habe", teilt er uns mit. Neben mangelnder Pace wird er von einem technischen Problem nach dem anderen geplagt. Höhepunkt war das Qualifying in Austin, als beide Maschinen gar nicht erst anspringen wollten. Aus kein Spaß am Fahren wurde gar kein Fahren.

Die Yamaha scheint Alex Rins zu brechen, Foto: Yamaha Motor Racing Srl
Die Yamaha scheint Alex Rins zu brechen, Foto: Yamaha Motor Racing Srl

Der Spanier gibt nach solchen Erlebnissen offen zu, dass seine Motivation als Sportler mittlerweile angegriffen ist: "Ihr könnt es euch doch vorstellen. Wir Fahrer versuchen immer 100 Prozent Fokus zu bewahren, aber wenn ständig solche Probleme auftauchen, dann ist das schwierig aufrechtzuerhalten, da als Fahrer voll zu pushen."

"Was zur Hölle mache ich hier?" - Das Ende der MotoGP-Karriere scheint nah

Eigentlich stellt der Job als MotoGP-Rennfahrer ein Privileg dar. Nur 22 ausgewählte Piloten auf der Welt dürfen in der Königsklasse fahren. Alex Rins kann diese Sichtweise derzeit nicht mehr nachempfinden. Die Yamaha scheint ihn gebrochen zu haben. "Ich fühle mich nutzlos auf diesem Motorrad. Ich denke mir: Was zur Hölle mache ich hier? Es ist eine Zeit, die mir keinerlei Freude bereitet", lässt er ehrlich und tief blicken. Alles deutet daraufhin, dass diese Zeit zu Ende gehen wird. Die Chance, noch einmal auf einem konkurrenzfähigen Motorrad zu sitzen und Freude an der MotoGP zu empfinden, wird ihm wohl leider niemand mehr eröffnen.

Dass Alex Rins 2026 noch einmal an alte Erfolge anknüpfen kann, erscheint derzeit schwer vorstellbar. Zum aktuell desolaten Zustand von Yamaha haben wir eine Bestandaufnahme gemacht: