Der Saisonstart für die MotoGP rückt immer näher. In etwa eineinhalb Wochen fällt der Startschuss zum Thailand GP. Für einen Beteiligten ist es das letzte Jahr in der Königklasse: Reifenhersteller Michelin. Zum Abschied führen die Franzosen aber noch einmal eine Veränderung durch.

Aus drei mach zwei: Michelin reduziert sein MotoGP-Angebot

Es geht dabei um die Reifenkontingente der Fahrer an der Front. Bisher konnte bei jedem Grand Prix aus drei, für die jeweilige Strecke zugewiesenen, Mischungen gewählt werden. Von Soft, Medium und Hard standen dann je fünf Reifen zur Verfügung. Damit ist nun beim Großteil der Rennen Schluss.

Michelin-Reifen
2026 bringt Michelin weniger Reifen, Foto: Michelin

Michelin streicht für sein letztes Jahr diese Vielfalt an Auswahl und geht auf zwei Front-Mischungen pro Rennwochenende herunter. Für diese zwei Mischungen stehen dann aber jeweils sieben Gummis zur Verfügung. Die Gesamtzahl an Reifen pro Grand Prix wird also nur von 15 auf 14 reduziert. Als Begründung der Änderung gibt Michelin niedrigere Herstellungs- und Transportkosten und damit bessere Umweltverträglichkeit an. Effektiv wird nurmehr das letzte vertraglich verpflichtende Jahr möglichst effizient abgearbeitet. Ab 2027 übernimmt Pirelli die Belieferung der Königsklasse.

Die Optionen der Teams sind damit auf den ersten Blick reduziert, wenn nur noch aus zwei statt drei Mischungen gewählt werden kann. Effektiv sollte sich der Unterschied jedoch in Grenzen halten. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass sich die Fahrer bei Sprints und Grand Prix zumeist sehr einig sind, welcher Vorderreifen der richtige ist. Abwechslung gibt es eher am Heck, wo es 2026 zu keiner Änderung kommt.

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Fünf Ausnahmen der Regel: Wetterstrecken bekommen alte Reifenauswahl

Wichtig ist die größere Auswahl meist nur bei Rennen, die größeren Temperaturschwankungen unterliegen können. In Silverstone war beispielsweise im Vorjahr bei kalten Bedingungen der weiche Vorderreifen die klar richtige Wahl. Einige Fahrer wie Fabio Quartararo, Marco Bezzecchi und Johann Zarco setzten auf diesen und fuhren so den eigentlich favorisierten Ducatis auf Medium-Front davon.

In Silverstone brachte der Soft-Front klare Vorteile, Foto: IMAGO / PsnewZ
In Silverstone brachte der Soft-Front klare Vorteile, Foto: IMAGO / PsnewZ

Um diesen Faktor weiß auch Michelin, weswegen es fünf Rennen mit der alten Regelung von drei Mischungen mit je fünf Reifen geben wird. Diese fünf 'wetteranfälligen' Strecken sind das bereits erwähnte Silverstone, sowie Le Mans, der Sachsenring, Phillip Island und Valencia. Damit gilt die neue Regelung also insgesamt für 17 Strecken, mehr als drei Viertel des Kalenders.

Michelin setzt 'Vereinfachung' auch zum MotoGP-Abschied fort: Reifenspezifikationen seit 2018 halbiert

Dass die Reduzierung des Angebots negative Auswirkungen auf den Sport haben wird, glaubt Michelin nicht. "In den letzten acht MotoGP-Saisons hat Michelin die Anzahl der den Fahrern angebotenen Spezifikationen halbiert und gleichzeitig die Sicherheit und Leistung auf einer wachsenden Anzahl von Rennstrecken kontinuierlich verbessert, wie die vielen aufgestellten Rundenrekorde belegen", meint Motorrad-Chef Piero Taramasso.

Tatsächlich ist die Maßnahme bei weitem nicht die erste 'Vereinfachung', wie es die Franzosen nennen. In der Saison 2018 gab es insgesamt noch 58 verschiedene Vorder- und Hinterreifenspezifikationen für 19 Grand Prix. 2026 werden es 'nur' noch 29 Spezifikationen für 22 Rennen sein. In diesem Zeitraum fand allerdings auch kontinuierliche Entwicklungsarbeit an den Pneus statt. Die anstehende letzte Saison wird nun mit den bestehenden Reifen aus dem Jahr 2025 bestritten.

Weniger Reifenmischungen bedeuten hoffentlich nicht weniger Spannung in der neuen MotoGP-Saison. Wie ihr diese im TV oder Stream verfolgen könnt, haben wir in unserer Übersicht erklärt: