Zum zweiten Mal in Folge beendet Francesco Bagnaia ein MotoGP-Wochenende mit keinem einzigen Punkt. Was sich auf dem Papier wie eine nahtlose Fortführung seines Elends liest, erweist sich beim zweiten Blick etwas anders. Auch wenn er auf Phillip Island zu Sturz kam, so zeigte der Italiener diesmal wenigstens Kampfgeist.
Warm-Up-Debakel erweist sich als nützlich: Francesco Bagnaia kann im Rennen kämpfen
"Das war zum Glück besser als gestern. Heute Morgen [im Warm Up, Anm. d. Red.] haben wir etwas ausprobiert, das komplett fehlschlug. Also gingen wir in die entgegengesetzte Richtung und das Motorrad wurde viel stabiler. Es war schwieriger zu fahren, weil es schwergängig war, aber zumindest war es etwas besser. Ich konnte etwas mehr forcieren. Ich konnte eine Pace fahren, die schneller als die Fahrer vor mir war. Ich holte also auf", berichtete der Ducati-Pilot von einem Erlebnis, dass er seit seinem Fabel-Wochenende in Japan nicht mehr hatte. Seitdem war er stets hoffnungslos hinterhergefahren und resignierte danach in seinen Aussagen.
Auch im Warm Up sah es zunächst wieder nach dieser Misere aus. Bagnaia wurde von seinen beiden Motorrädern so durchgeschüttelt, dass er die Fahrt abbrach und die Session mit 13 Sekunden Rückstand beendete. Die Setup-Experimente erwiesen sich als Horrorshow. "Darüber möchte ich lieber gar nicht sprechen, Entschuldigung", wollte 'Pecco' nach dem Rennen nicht mehr darauf eingehen. Immerhin zeigte das Desaster durch das Ausschlussverfahren einen etwas besseren Weg auf. Im Grand Prix konnte der Italiener mit stabilerem Setup erstmals wieder im Feld mitkämpfen.
Doch statt Punkte zu holen, endete der Arbeitstag im Kiesbett. "Ich holte auf, also waren die Top 10 noch möglich. Leider fiel ich vom Motorrad, weil ich zu sehr pushte. Das Heck brach nach einem Rutscher aus und dabei verlor ich die Front", erklärte Bagnaia seinen Ausfall. Seine Reaktion auf diesen Rückschlag war jedoch eine völlig andere als in den letzten Wochen.
MotoGP-Sturz kein Tiefschlag wie zuvor: Habe mir geschworen, nicht Letzter zu werden!
Statt erneut zu lamentieren und zu rätseln, gab er sich diesmal kämpferisch. "Wenn du am Limit operierst, dann ist es leicht, zu stürzen. Ich akzeptiere das, denn ich schwor mir selbst, dass ich nicht erneut als Letzter ins Ziel kommen würde. Also habe ich heute gepusht und nahm in Kauf, dass ein Sturz die Folge sein könnte." Dementsprechend ist da auch keine Reue aufgrund des Sturzes: "Das ist viel besser als gestern oder wie es in Indonesien war. Mir ist es tausendmal lieber, im Kampf um Punkte als auf dem letzten Platz [wie im Grand Prix in Indonesien, Anm. d. Red.] zu stürzen."
In diesem Sinne fielen dann auch das Fazit und der Blick auf das Rennen in Malaysia in einer Woche aus: "Es wird von meinem Gefühl [für das Motorrad] abhängen, aber ich möchte das Positive mitnehmen. Heute konnten wir um die ersten Zehn kämpfen. Ich werde mit den Top 10 niemals glücklich sein, aber es ist immerhin einmal ein Startpunkt für einen Neuanfang. Wir werden sehen, ob wir etwas finden können, damit ich mich auf dem Bike wieder so wohl fühlen kann, wie es in Japan der Fall war."
Wie sich sportliche Krise anfühlt, das weiß Raul Fernandez nur zu gut. Nach über drei Jahren hat der Spanier nun doch noch seine Durchbruch in der Königsklasse geschafft:



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