Bekommt das MotoGP-Paddock schon bald höchstprominenten Zuwachs aus der Formel 1? Nachdem erst am vergangenen Freitag offiziell bestätigt wurde, dass F1-Kultfigur und Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner gemeinsam mit einem amerikanischen Konsortium 2026 den Tech3-Rennstall von Herve Poncharal übernehmen wird, machten am Sonntag in Barcelona Gerüchte über weiteres Interesse aus der Königsklasse auf vier Rädern an der MotoGP die Runde: Kein geringerer als Max Verstappen soll sich um einen Einstieg in die Motorrad-WM bemühen!

Zuerst davon berichtet hatten am Sonntagmittag die italienischen Kollegen von 'Sky Italia'. Ihren Informationen zufolge würde Verstappen, der als großer MotoGP-Fan gilt und sich bereits in GT-Rennserien oder auch der DTM als Teambesitzer oder Unterstützer von Fahrern engagiert, es Steiner gerne gleichtun und einen Rennstall in der Königsklasse auf zwei Rädern erwerben. Der viermalige Formel-1-Weltmeister habe sogar schon bei zwei bestehenden Teams - namentlich LCR Honda und Trackhouse Racing - angefragt, ob sie zum Verkauf stünden. Und tatsächlich: Auf Nachfrage von 'The Race' bestätigte das Management von Verstappen zumindest ein Einstiegsinteresse sogar.

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Max Verstappen bald MotoGP-Teambesitzer? Es gibt Hürden!

Geht in der MotoGP also schon bald ein Team von Max Verstappen an den Start? Die kurze Antwort: Nein, wohl eher nicht. MotoGP-Promoter Dorna und auch Neu-Eigentümer Liberty Media wollen in Zukunft erstmal mit den elf bestehenden Rennställen weitermachen und kein zwölftes Team in die Königsklasse aufnehmen. Allenfalls würde der zwölfte Slot wohl noch einem interessierten Hersteller wie BMW oder Kawasaki freigegeben werden, gewiss aber keinem weiteren Kundenteam. Bleibt für Verstappen also nur die Möglichkeit, den Platz eines bestehenden Teams zu übernehmen.

Genau das soll laut den Informationen von 'Sky Italia' aktuell aber äußerst unwahrscheinlich sein. LCR-Teambesitzer Lucio Cecchinello, der im kommenden Jahr sein 20-jähriges Jubiläum in der MotoGP-Klasse feiert, habe derzeit ebenso wenig ein Interesse daran, seinen Rennstall zu verkaufen, wie Trackhouse-Besitzer Justin Marks, der ohnehin erst im Vorjahr in den Zweiradrennsport eingestiegen war. Speziell Cecchinello würde potenzielle Sponsoren und Minderheitseigner zwar mit offenen Armen empfangen, aber eben niemanden, der direkt das komplette Team übernehmen wollen würde.

Bereits sicher ist seit Freitag der Einstieg von Günther Steiner in die MotoGP. Wie der ehemalige F1-Teamchef künftig mit dem Tech3-Team umgehen will, könnt ihr hier nachlesen:

Warum will Formel-1-Star Max Verstappen ein MotoGP-Team?

Scheint, als müsste sich Verstappen also noch einige Zeit gedulden oder nach anderen Möglichkeiten innerhalb der MotoGP umhören. Doch warum will der Formel-1-Superstar überhaupt in die Königsklasse auf zwei Rädern einsteigen? Wie eingangs bereits erwähnt, gilt der Niederländer als großer Fan der MotoGP, aber es dürfte auch finanzielle Hintergründe geben. Die Motorrad-WM erhofft sich durch die Übernahme von Liberty Media einen ähnlichen Boom, wie in die Formel 1 in den vergangenen Jahren erlebte. Und sollte sich dieser tatsächlich realisieren lassen, würden die Marktwerte der MotoGP-Teams natürlich durch die Decke gehen, könnten also eine mehr als interessante Wertanlage werden. Derzeit werden die privaten Rennställe der MotoGP noch auf einen Wert zwischen 25 und 30 Millionen Euro geschätzt, Formel-1-Teams haben ihren Marktwert in den letzten Jahren von zuvor 500 bis 600 Millionen Euro bis in den Milliarden-Bereich gesteigert.

Vor einiger Zeit hatte übrigens auch schon Verstappen-Erzrivale Lewis Hamilton Interesse an einem Einstieg in die MotoGP gezeigt. Zunächst sprach er mit dem Gresini-Team, dann galt er zuletzt bei KTM als möglicher Investor. Mehr dazu erfahrt ihr hier: