Ein vierter Platz im verregneten Chaos-Grand-Prix in Le Mans und das wars dann auch schon. Nicht eine Top-Fünf-Platzierung hatte Pedro Acosta an den ersten sieben Rennsonntagen der MotoGP-Saison 2025 unter 'normalen Umständen' einfahren können. Es kriselte bei KTM, krachte intern und öffentlich mehrfach. Erst eine Aussprache rund um den Aragon-Grand-Prix beruhigte das Geschehen, offenbar mit Erfolg. Denn speziell seit Beginn der zweiten Saisonhälfte läuft es nun für die Nummer 37: Doppelpodium in Brünn, Podium im Spielberg-Sprint und am Sonntag in der Ungarn der nächste Podestbesuch.
"Danke an meine Mechaniker, sie haben bis zwei Uhr nachts zwei neue Motorräder für mich aufgebaut", wusste Acosta im MotoGP-Format 'After the Flag' sofort, bei wem er sich für Platz zwei im ersten Ungarn-Grand-Prix seit 1992 zu bedanken hatte. Nach starken Trainings war ihm das Wochenende beginnend mit einem Sturz im Qualifying zuvor etwas aus den Händen geglitten. "Am Freitag hatte sich noch alles so leicht angefühlt, ab dem Qualifying wurde dann alles schlimmer", blickte er zurück.
KTM im Aufwärtstrend: Aero-Update als Initialzündung
Das Resultat war ein enttäuschender Startplatz sieben, nachdem Acosta zuvor noch erster Herausforderer von Marc Marquez war. An eine Aufholjagd im Sprint war jedoch nicht zu denken, weil der KTM-Youngster zunächst in das Startchaos um Fabio Quartararo verwickelt wurde und wenig später dann auch noch beim Überholversuch gegen Jorge Martin im Kampf um P10 zu Sturz kam. Ein gebrauchter Tag, von dem sich Acosta 24 Stunden später mit Platz zwei jedoch eindrucksvoll zurückmeldete: "Ich bin sehr glücklich. Uns ist ein solides Rennen gelungen, wir machen seit Brünn konstant Fortschritte. So will ich jetzt weitermachen."
Doch wieso läuft die KTM RC16 plötzlich eigentlich so gut? "Ich würde sagen, dass unser Aero-Update in Österreich sehr geholfen hat", tippte Acosta und beschrieb: "Das Motorrad ist jetzt ruhiger und einfacher zu fahren. Du hast mehr Spielraum für Fehler. Davor lagst du auf dem Boden, wenn du auch nur einen kleinen Fehler gemacht hast." Genau über diesen fehlenden Spielraum hatte der 21-Jährige aus Mazarron am Sachsenring noch ausführlich geklagt. Offenbar fanden die KTM-Ingenieure nun eine passende Lösung, von der zuletzt auch der zuvor so schwache Enea Bastianini profitierte. "Unser Setup wurde über die letzten Wochen auch immer besser", ergänzte Acosta zudem, meinte dann aber auch: "In Wahrheit fehlt uns immer noch etwas."

Pedro Acosta verrät: Das fehlt KTM noch zum MotoGP-Sieg
Gemeint ist damit natürlich der erste Sieg. KTM wartet inzwischen schließlich schon fast drei Jahren auf einen Triumph in der MotoGP, siegte zuletzt beim Thailand-GP 2022 mit Miguel Oliveira. Und Acosta konnte in der Königsklasse logischerweise noch gar nicht gewinnen. Wo angesetzt werden muss, um das zu ändern, ist jedoch klar. "Uns fehlt ein komplettes Wochenende. Am Freitag war ich superschnell, am Samstag habe ich dann aber Chaos veranstaltet. Da müssen wir konstanter werden", analysierte Acosta schonungslos. "Du musst immer in den Top-Fünf sein. Fehler wie im Qualifying machen es dir schwer. Seit Brünn ist uns immer ein gutes Comeback gelungen, aber du kannst dich nicht darauf verlassen, dass das immer klappt."
Generell scheint die Pace auf eine Runde noch das größte Problem der RC16 - oder besser gesagt: von Acosta - zu sein. Denn dreimal in Folge qualifizierte er sich zuletzt nur auf Startplatz sieben, stand 2025 überhaupt noch nie in der ersten Reihe. Dass theoretisch aber mehr gehen würde, zeigte zuletzt Enea Bastianini mit den Startplätzen fünf (Spielberg) und vier (Ungarn). Acosta will sich deshalb ausgerechnet seinen Podiumsnachbarn vom Sonntag zum Vorbild nehmen: "Marco [Bezzecchi] steht jetzt immer in der ersten Reihe. Diesen Schritt müssen wir jetzt auch machen."
Dass der erste MotoGP-Sieg aber auch dann noch keine Garantie besitzt, weiß der 'Hai von Mazarron' ebenfalls. Der Grund ist offensichtlich. "Marc [Marquez] ist so stark momentan, da können wir das nicht erwarten", muss der Youngster anerkennen. Auch Bezzecchi konnte Marquez trotz regelmäßiger Starts aus der ersten Reihe nicht bezwingen, in den letzten drei Grands Prix aber zumindest Führungskilometer sammeln und mit der Nummer 93 kämpfen. Das will Acosta nun auch schaffen, dann traut er sich den großen Wurf irgendwann zu: "Wir müssen einfach ruhig bleiben, es werden noch bessere und schlechtere Rennen kommen."
Was glaubt ihr: Können Pedro Acosta und KTM 2025 noch ein MotoGP-Rennen gewinnen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Warum Marc Marquez nicht schon in Misano Weltmeister werden will, erfahrt ihr derweil hier:



diese MotoGP Rennbericht