Siebter Sprintsieg in Serie, siebter Grand-Prix-Sieg in Serie: Marc Marquez befindet sich aktuell wohl in der MotoGP-Form seines Lebens, raste beim Ungarn-GP mit spielender Leichtigkeit zu den nächsten 37 Punkten. Sein neunter WM-Titel ist daher längst nur noch Formsache, könnte nun aber auch rechnerisch schon zeitnah feststehen.
Nach seinem Doppel am Balaton Park Circuit bringt es Marquez aktuell nämlich schon auf 175 Punkte Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf Bruder Alex, Ducati-Teamkollege Francesco Bagnaia liegt sagenhafte 227 Punkte zurück. Somit könnte die Startnummer 93 auf dem Papier schon beim übernächsten Grand Prix in San Marino offiziell Weltmeister werden.
Marc Marquez: MotoGP-Weltmeister 2025 in Misano?
Nach dem MotoGP-Event in Misano wären in der restlichen Saison 2025 nämlich insgesamt von einem Fahrer maximal noch 222 Punkte einzufahren. Bringt Marquez nach dem Grand Prix an der Adriaküste also 222 oder mehr Punkte Vorsprung auf den WM-Zweiten zustande, wäre er bereits sicher MotoGP-Weltmeister. Kein unrealistisches Szenario in Anbetracht der aktuellen Formkurve des 32-Jährigen aus Cervera.
"Ja, ich denke daran", gab Marquez nach dem Ungarn-Grand-Prix nun auch selbst erstmals zu. Zuvor hatte er Gedankenspiele um den vorzeitigen WM-Gewinn stets von sich geschoben. Doch jetzt muss auch der Ducati-Star erkennen: "Wir kommen immer näher und näher." Für Erleichterung sorgt das allerdings (noch) nicht. Denn Marquez will vorerst mit der so erfolgreichen Taktik der letzten Wochen und Monate weitermachen. "Wir müssen die gleiche Mentalität beibehalten und dürfen den Fokus nicht verlieren", warnt er.

Die Anspannung bleibt also. Da könnte man doch meinen, dass Marquez seinen erlösenden siebten Titelgewinn in der MotoGP-Klasse schnellstmöglich unter Dach und Fach bringen wollen würde, um diese endlich loszuwerden - zumal ihm ein WM-Gewinn im Wohnzimmer von Erznemesis Valentino Rossi sicherlich besonders gut schmecken dürfte. Doch falsch gedacht: "Ich muss sagen, dass ich den ersten Matchball lieber erst in Japan oder Mandalika hätte."
Darum will Marc Marquez nicht in Misano MotoGP-Weltmeister werden
Eine überraschende Aussage, die sich jedoch relativ simpel erklären lässt. "Wenn ich den Matchball schon in Misano habe, bedeutet das, dass mein Bruder ein Desaster-Wochenende in Barcelona hatte und ich will aber das Beste für ihn", klärt Marquez auf. Tatsächlich wäre er für einen Titelgewinn in Misano auf 'Schützenhilfe' seines jüngeren Bruders angewiesen. 47 Punkte müsste Marc in den nächsten vier Rennen noch gutmachen, um den Titel im San-Marino-GP zu fixieren, 74 kann er mit vier Siegen aus eigener Kraft einfahren. Vorzeitig Weltmeister würde er also nur dann werden, wenn Alex Marquez im gleichen Zeitraum maximal 27 Punkte einfährt und das wiederrum würde für den WM-Zweiten tatsächlich schwache Wochenenden in Barcelona und/oder Misano bedeuten.
Unrealistisch ist das allerdings nicht, denn in Brünn, Spielberg und am Balaton Park holte Alex Marquez zuletzt zusammengerechnet nur 19 Punkte. Es bedarf also einer dicken Leistungssteigerung, um den WM-Gewinn des älteren Bruders auf Motegi oder Mandalika zu vertagen. Was meint ihr: Wird Marc Marquez schon in Misano Weltmeister oder doch erst danach? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



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