Toprak Razgatlioglu verlässt die Superbike-WM mit Saisonende 2025 in Richtung Pramac-Yamaha und MotoGP, das steht inzwischen schon länger fest. Der Abschied des amtierenden Weltmeisters wird allerdings nicht die einzige namhafte Änderung im Starterfeld der WorldSBK für das Jahr 2026 bleiben. Am Montag wurde auch der zweite Platz im Werksteam von Ducati neu vergeben - an einen ehemaligen MotoGP-Piloten.

Gemeint ist damit Iker Lecuona. Der 25-Jährige aus Valencia fuhr 2020 und 2021 für Tech3-KTM in der Königsklasse, konnte die Erwartungen aber nie ganz erfüllen. Nach einem einzelnen sechsten Platz beim chaotischen Österreich-Grand-Prix 2021 als bestes Resultat wurde sein Vertrag nach dem Saisonende nicht mehr verlängert, stattdessen ging es fortan zu Honda in die Superbike-WM.

Iker Lecuona fuhr 2021 noch für Tech3 in der MotoGP, Foto: IMAGO / Cordon Press/Miguelez Sports
Iker Lecuona fuhr 2021 noch für Tech3 in der MotoGP, Foto: IMAGO / Cordon Press/Miguelez Sports

Iker Lecuona: Über Honda und MotoGP-Auftritte ins Ducati-Werksteam

Dort verbrachte Lecuona die letzten vier Jahre, kam zwischendurch auch zu einigen Auftritten als Ersatzfahrer in der MotoGP. Große Erfolge blieben aus, lediglich zweimal schaffte es der Spanier in bislang 109 Rennstarts für die Werksmannschaft der Japaner auf das WSBK-Podium. Dass es nicht zu mehr reichte, ist aber nicht etwa schwachen Leistungen Lecuonas zuzurechnen, sondern primär der wenig konkurrenzfähigen Honda CBR1000RR-R Fireblade.

Obwohl Lecuona bereits fünf Rennen verletzt verpasste, liegt er nach zwei Dritteln der WorldSBK-Saison 2025 auf Rang neun der Weltmeisterschaft und sammelte nur 22 Punkte weniger als Teamkollege Xavi Vierge. Auch deshalb darf sich der 25-Jährige nun über den Wechsel ins Ducati-Werksteam freuen, wo er 2026 an der Seite von WM-Topfavorit Nicolo Bulega an den Start gehen wird.

Zweimal Weltmeister: Alvaro Bautista muss Ducati verlassen

Gleichbedeutend ist die Verpflichtung Lecuonas auch mit dem Aus von Alvaro Bautista. Der langjährige MotoGP-Pilot und 125ccm-Weltmeister von 2006 war 2022 für einen zweiten Stint ins Ducati-Werksteam zurückgekehrt und dominierte die Superbike-WM anschließend zwei Jahre lang nach Belieben. 43 von 72 Rennen gewann Bautista bis Saisonende 2023, verpasste das Podium in diesem Zeitraum in Summe nur zehnmal. Die WM-Titel 2022 und 2023 waren die logische Konsequenz, womit der Spanier auch ein langes Warten bei Ducati auf die goldene Trophäe beendete.

Alvaro Bautista feierte große Erfolge mit Ducati, Foto: IMAGO / ANP
Alvaro Bautista feierte große Erfolge mit Ducati, Foto: IMAGO / ANP

Zur Saison 2024 führte die Superbike-WM jedoch ein neues Mindestgewicht ein, was der scheidende Ducati-Pilot damals auch als 'Lex-Anti-Bautista' bezeichnete. Mit einer Körpergröße von 1,69 Metern und einem Gewicht von 60 Kilogramm hatte er zuvor vermeintlich große Vorteile aus seiner kleinen und leichten Statur ziehen können. Ob die Regel nun eingeführt wurde, um Bautistas Dominanz zu durchbrechen oder nicht: Fakt ist, dass er seither nicht mehr an alte Glanzzeiten anknüpfen konnte. Lediglich vier Rennen gewann der mittlerweile 40-Jährige seit Saisonstart 2024, wurde zuletzt immer deutlicher von Teamkollege Bulega dominiert.

Die Entscheidung Ducatis, nicht mehr mit Bautista weiterzumachen und sich 2026 stattdessen mit Landsmann Lecuona zu verjüngen, kommt daher nicht überraschend. Die große Frage lautet nun vielmehr, wie es künftig mit Bautista weitergehen wird. Ans Karrierende denkt der Altmeister noch nicht, würde 2026 gerne noch weiterfahren. Zwischenzeitlich auch mal bei BMW gehandelt, scheint seine beste Option aktuell ein Wechsel ins Ducati-Kundenteam Barni Racing. Denn dort wurde erst kürzlich ein attraktiver Platz frei, mehr dazu hier: