Toprak Razgatlioglu, potenziell Alvaro Bautista und nun auch noch Jonathan Rea: Die Superbike-Weltmeisterschaft verliert 2026 ihren nächsten Starpiloten. Wie Yamaha am Montagmittag in einer Presseaussendung bekanntgab, wird der 38-jährige Nordire seine Karriere als aktiver Rennfahrer mit Ende der WorldSBK-Saison 2025 beenden.
"Nach einer unvergesslichen Zeit in der WorldSBK habe ich mich entschlossen, mich am Ende dieser Saison aus dem Vollzeit-Rennsport zurückzuziehen. Es war eine unglaubliche Reise voller Höhepunkte, Herausforderungen und Erinnerungen, die mir für immer bleiben werden", lässt sich Rea in der Pressemitteilung zitieren. "Der Rennsport hat mir so viel gegeben und obwohl es nun Zeit ist, dieses Kapitel in der WorldSBK zu schließen, wird meine Leidenschaft für diesen Sport niemals verblassen."
Jonathan Rea: Vom Wildcarder zum Rekord-Champion der WorldSBK
Die Superbike-Weltmeisterschaft verzeichnet damit den Verlust ihres wohl größten Starpiloten. 2008 als Wildcardpilot erstmals in der WSBK an den Start gegangen, ist Rea heute der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Rennserie. Die Zahlen der Startnummer 65 sprechen für sich: 459 Rennstarts, 119 Siege, 264 Podestplatzierungen, 44 Pole Positions, 104 schnellste Rennrunden oder natürlich sechs WM-Titel, allesamt in Serie eingefahren zwischen 2015 und 2020.
Die ersten sechs Jahre für Honda an den Start gegangen, erlebte Rea die erfolgreichste Zeit seiner Karriere zweifellos bei Kawasaki. Ab 2022 musste er die Bühne jedoch zunehmend seinen neuen Rivalen Toprak Razgatlioglu (Yamaha) und Alvaro Bautista (Ducati) überlassen, weshalb er sich Ende 2023 nochmal zu einer Veränderung entschied. Er verließ Kawasaki und wechselte zu Yamaha, um dort die Nachfolge von 'Stoprak' anzutreten.

Unschönes Ende für Jonathan Rea bei Yamaha
Das Kapitel in Blau entwickelte sich für Rea seither jedoch eher zum Albtraum. Der Nordire brauchte zunächst lange, um sich auf der Yamaha YZF-R1 zurecht zu finden und schrieb erst im sechsten Rennen die ersten WM-Punkte an. Danach ging es langsam aufwärts, mit der Pole Position im verregneten Assen-Qualifying sowie einem Podium im Sprintrennen vor Heimfans im Donington Park ließ der Rekord-Weltmeister seine Klasse nochmal aufblitzen. Doch dann warfen Verletzungen ihn immer wieder zurück, in diesem Jahr ließ etwa ein schwerer Beinbruch den Routinier die ersten drei Rennwochenenden vollständig verpassen.
Dass es bei Yamaha nicht mehr weitergehen würde, war deshalb schon länger klar. MotoGP-Star Miguel Oliveira und Supersport-Pilot Can Öncü gelten als Favoriten auf seine Nachfolge. Bis zuletzt hatte Rea aber auch andere Optionen abseits des Karrierendes geprüft, schielte etwa auf die freiwerdende Ducati im Barni-Racing-Team.
Dass sich der 38-Jährige nun doch zum Schlussstrich entschied, könnte folglich eine gute Nachricht für Alvaro Bautista sein. Der Altmeister verlor am Montagvormittag seinen Platz im Ducati-Werksteam, hofft ebenfalls auf einen Wechsel zu Barni Racing:



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