Die MotoGP erlebte am Samstag einen eher faden Sprint beim Debüt des brandneuen Balaton Park Circuits in Ungarn. Einzig das Startdrama rund um Fabio Quartararo und eine Kollision zwischen Enea Bastianini und Johann Zarco wenige Kurven später sorgten für Unterhaltung im negativen Sinne. Ansonsten dürfte von diesem MotoGP-Samstag am Ostufer des Plattensees nicht viel im Gedächtnis bleiben - wenn da nicht ein beinahe folgenschwerer Zwischenfall aus dem Qualifying wäre.

Gemeint ist der Highspeed-Abflug von Pedro Acosta gleich zu Beginn von Q2. Der spanische Youngster hatte in Kurve acht die Front seiner KTM verloren und damit jegliche Hoffnungen auf die Pole Position im Kiesbett versenkt. Da Acosta beim Sturz aber offensichtlich nichts passiert war und von den TV-Kameras schon Augenblicke später wieder beim Sprint zu einem Scooter eingefangen wurde, um an die Box zurückzukommen, wurde der Vorfall schnell ad acta gelegt.

MotoGP am Limit: Ist Ungarn-GP für die Königsklasse geeignet? (08:15 Min.)

Kameramann von MotoGP-Bike getroffen

Wie ein Video, das die MotoGP am Samstagabend auch auf den eigenen Social-Media-Kanälen veröffentlichte, zeigte, hätte der Crash aber beinahe für viel schwerwiegendere Schlagzeilen gesorgt. Denn Acostas Motorrad hatte beinahe einen am Ausgang von Kurve acht positionierten Kameramann der offiziellen MotoGP-Crew erwischt.

Wie das passieren konnte? Ganz einfach: Mit hoher Geschwindigkeit in das Kiesbett rutschend, begann die KTM RC16 sich auf dem Weg zur Streckenbegrenzung mehrfach zu überschlagen. Vor dem Reifenstapel landete sie dann so unglücklich, dass sie nicht im Reifenstapel einschlug, sondern darauf landete und dadurch nach oben abprallte. Dabei gewann das Motorrad auch noch an so viel Momentum, dass es den Fangzaun übersprang und im genau an dieser Stelle positionierten Kameraturm einschlug.

Glücklicherweise befand sich zwischen Motorrad und Kameramann aber noch die Haltevorrichtung der Kamera, sodass der Kameramann Joao nicht direkt vom Bike getroffen wurde, lediglich den Einschlag auf die Kamera selbst zu spüren bekam und somit unverletzt mit dem Schrecken davon kam. Dennoch sollte ein solcher Vorfall natürlich niemals möglich sein, weshalb die Streckenverantwortlichen des Balaton Park Circuits nun gefordert sind, die Sicherheitsvorkehrungen an dieser Stelle schnellstmöglich zu verbessern, um eine Wiederholung in Zukunft auszuschließen.