Eigentlich war das Rennen der schnellsten Brüder der Welt in Silverstone auch schnell beendet. Alex Marquez stürzte bereits in der ersten Kurve. Bruder Marc Marquez erwischte es nach zwei Runden. Die Nullnummer war für beide gebucht, ehe eine rote Flagge das Rennen vorerst beendete. Beim Restart standen beide wieder in der Startaufstellung und wurden in einem spektakulären Rennen immerhin noch Dritter und Fünfter. Wie war das möglich?

MotoGP-Regeln: Früher Abbruch sorgt für Neustart mit Marquez-Brüdern

Ein Blick ins Regelwerk der MotoGP liefert schnell die Erklärung. Erst wenn in einem Rennen drei Runden vollständig absolviert worden sind, wird im Falle eines Abbruches der aktuelle Rennstand für den Neustart herangezogen. Dementsprechend erfolgte der Neustart des Großbritannien GP in der ursprünglichen Startaufstellung und unabhängig vom bisherigen Renngeschehen, denn die rote Flagge wurde bereits am Ende von Runde zwei gezückt.

Damit durften also alle Fahrer wieder teilnehmen. Die Gestürzten konnten mit ihren Ersatzmotorrädern an den Start gehen. Das galt auch für die Auslöser des Abbruchs. Wildcard-Pilot Aleix Espargaro hatte eine Kollision mit Franco Morbidelli verursacht. Dies brachte Öl von den beschädigten Motorrädern auf die Strecke. Diese gefährliche Situation veranlasste die Rennleitung zum Abbruch, die anderen Stürze hatten damit nichts zu tun. Also durften die Marquez-Brüder aufgrund der Fehler anderer wieder an den Start gehen.

Marc sieht Familienglück, Alex mit anderem Blickwinkel

Dementsprechend wusste auch Marc Marquez, wie er die erneute Teilnahme der Brüder am Rennen werten musste: "Heute war die Marquez-Familie die glücklichste aller Familien. Wir beide haben im ersten Rennen Fehler begangen." Freudig war der WM-Führende aber keineswegs darüber. "Ich hatte einfach nur Glück. Ich muss an diesen Fehlern arbeiten", stellte er unmissverständlich klar. Nachdem er doch noch Dritter geworden war, fiel seine Podiumsfeier dementsprechend auch eher sparsam aus.

Marc Marquez auf dem Podium in Silverstone
Marc Marquez kam trotz Sturz auf das Podium, Foto: IMAGO / Pro Sports Images

Bruder Alex hingegen machte eine andere Rechnung auf: "Es stimmt, dass ich Glück hatte. Aber unser Hauptrivale in der Meisterschaft - und das ist Marc - hatte noch mehr Glück als ich. Wenn wir beide mit Nullern weggehen, dann komme ich drei Punkte näher [weil er den Sprint gewonnen hatte, Anm. d. Red.]. Jetzt haben wir insgesamt zwei verloren." Tatsächlich holte Marc so am Wochenende 25 Zähler, während Alex 23 einheimste. Damit ist er vielleicht der erste Fahrer, der lieber ausgeschieden wäre. Durch den erneuten Ausfall von Francesco Bagnaia weist in der Fahrer-WM alles auf ein Duell der beiden Brüder hin.

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Alex Marquez hatte heute aber auch beim Sturz selbst Glück. Er ließ danach kein gutes Haar an der Sicherheit in Silverstone: