Die Reifendruckregel der MotoGP schlägt in Silverstone wieder zu. Am Sonntagabend wurden gleich vier Fahrer von den MotoGP-Stewards nachträglich für eine Unterschreitung des vorgeschriebenen Mindestdrucks bestraft. Jeder von ihnen wurde dem Reglement entsprechend mit einer Zeitstrafe von 16 Sekunden belegt.
Getroffen hat es beim Großbritannien-GP Luca Marini, Enea Bastianini, Lorenzo Savadori und Somkiat Chantra. Im Fall von Marini bedeutet das den Verlust seines achten Platzes im Endergebnis. Der Honda-Werkspilot rutscht durch die zusätzlichen 16 Sekunden bis auf den letzten Punkteplatz 15 ab. "Das ist wirklich schade", klagte er im Anschluss und meinte, nicht wirklich etwas für den Verstoß gekonnt zu haben. "Der Hinterreifen hat sich ganz komisch verhalten. In den ersten Runden habe ich keine Temperatur hineinbekommen. Das sieht man auch in den Daten. Es war kein Fehler vom Team oder Michelin, der Reifen war perfekt. Die Rote Flagge war einfach Schuld. Ich akzeptiere die Strafe jetzt, aber das ist schon ärgerlich, weil wir ein gutes Wochenende hatten."
Keine Auswirkungen haben die Zeitstrafen derweil auf das Rennergebnis von Bastianini (17.), Savadori (18.) und Chantra (19.), da sie ohnehin geschlossen am Ende des Feldes gelandet waren. Speziell für Bastianini geht damit ein absolutes Horror-Wochenende auf bitterste Art und Weise zu Ende. Selbst ohne Zeitstrafe hatte er das Ziel happige 38,225 Sekunden nach Sieger Marco Bezzecchi erreicht, nachdem er den Großbritannien-GP im Vorjahr noch selbst gewonnen hatte.
Die Reifendruckregel wurde im Sommer 2023 in der MotoGP eingeführt. Seit Saisonstart 2024 müssen die Piloten der Königsklasse in 60 Prozent der Runden in einem Grand Prix über der vorgegebenen Marke liegen, im Sprint bei 30 Prozent der Runden. Für Vergehen gibt es fixierte Zeitstrafen von acht Sekunden im Sprint und eben 16 Sekunden im Rennen.
Die zuvor letzte Zeitstrafe hatte HRC-Wildcard-Starter Aleix Espargaro in Jerez kassiert, Maverick Vinales verlor beim Katar-GP durch ein Vergehen nachträglich seinen zweiten Platz. KTM-Motorsportchef Pit Beirer brachte das gewaltig auf die Palme:



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