Die MotoGP entging am Samstag in Aragon nur hauchdünn schlimmen Unfällen. Sowohl Francesco Bagnaia als auch Aleix Espargaro verloren beim Start in den Sprint die Kontrolle über ihre Maschinen und kreuzten mit wild durchdrehenden Hinterreifen die Strecke. Nur mit viel Glück konnten die nachkommenden Fahrer ausweichen und so eine Katastrophe vermeiden.

Schmutzige Strecke macht MotoGP-Stars zu schaffen

Der Grund für die desaströsen Starts der beiden MotoGP-Spitzenfahrer lag in den Streckenbedingungen im Motorland Aragon. Der neu aufgebrachte Asphalt bietet äußerst wenig Grip und ist vor allem abseits der Ideallinie extrem schmutzig. Die rund 300 Pferdestärken der MotoGP-Raketen bei diesen Verhältnissen auf den Boden zu bringen, ist kaum möglich.

Vor allem für jene Fahrer, die am Samstag auf der in Fahrtrichtung gesehen linken Seite der Strecke gestanden sind, also weit entfernt von der sauber gefahrenen Ideallinie. Bagnaia hatte deshalb schon am Freitagabend im traditionellen Meeting der Safety-Commission, in dem die Fahrer Sicherheitsanliegen vortragen können, eine Reinigung der Startaufstellung gefordert.

MotoGP-Putzaktion zunichte gemacht

Das passierte laut den MotoGP-Verantwortlichen auch, die Bemühungen wurden allerdings durch nächtlichen Regen, der erneut viel Schmutz auf die Strecke brachte, zunichte gemacht. "Ich habe schon bei meiner Ankunft in der Startaufstellung gesehen, wie schmutzig der Asphalt war", verrät Bagnaia. "Ich habe deshalb die Kupplung langsamer gelöst, aber es hat nichts geändert. Ich hatte Glück, dass Alex (Marquez, Anm.) noch ausweichen konnte, sonst wäre es sehr gefährlich geworden.

Aleix Espargaro erlebte einen ähnlichen Horrorstart. Auch er hatte bereits vor dem Sprint zum Handeln aufgerufen. "Ich bin in der Startaufstellung zur Rennleitung gegangen und habe ihnen gesagt, dass es so gefährlich ist. Die linke Seite des Grids war komplett braun. Ihre Antwort war: 'Ja, das wissen wir'", ärgerte sich Espargaro. "Das ist inakzeptabel", stimmte Yamaha-Mann Alex Rins zu."

Die MotoGP-Verantwortlichen erklärten anschließend, man habe die Startaufstellung bestmöglich gereinigt, der Regen habe aber wieder für Schmutz gesorgt. Am Samstagabend rückten erneut Reinigungstrupps aus.