20,298 Sekunden - so viel verlor Francesco Bagnaia am Samstag im MotoGP-Sprint von Aragon auf Sieger Marc Marquez. Ein Debakel, wie es der amtierende Weltmeister schon seit langem nicht mehr erlebt hat. Anstatt mit Marquez und WM-Rivale Jorge Martin um die vordersten Plätze zu kämpfen, hatte Bagnaia sogar noch Glück, überhaupt mit einem WM-Zähler über die Ziellinie zu kommen. Denn Marco Bezzecchi und Raul Fernandez mussten sich um weniger als zwei Zehntel geschlagen geben. Wie konnte es dazu kommen?
Die Erklärung ist schnell gefunden. "Die gleichen Probleme sind gestern schon aufgetreten und dabei handelt es sich um etwas, das nicht in unseren Händen liegt. Es war nichts, dass wir am Motorrad hätten verändern können", offenbarte ein angesäuerter Bagnaia in seiner Medienrunde. Bereits am Freitag hatte er über Schwierigkeiten geklagt, die ihn die gesamte Vormittagssession gekostet hatten. Damals wollte er jedoch nicht ins Detail gehen, der Ursprung der Probleme blieb unklar.
Francesco Bagnaia sauer: Muss mit Michelin sprechen!
Am Samstag änderte sich dies. "Da es schon wieder passiert ist, muss ich mit Michelin darüber sprechen", ließ der Ducati-Star Reifenprobleme durchklingen. MotoGP-Einheitshersteller Michelin war in den vergangenen Jahren dafür bekannt, immer mal wieder im Mittelpunkt von Reifendramen zu landen. Speziell die Hinterreifen funkionierten nicht immer wie gewünscht, beispielsweise im letztjährigen Saisonfinale bei WM-Rivale Martin in Katar. Nach der Einführung einer neuen Gummimischung zum Saisonstart 2024 war es bislang allerdings ruhig geblieben, einzig Aleix Espargaro schlug sich gleich zu Beginn im Katar GP mit fehlendem Grip herum.
Nun also die Rückkehr bei Bagnaia, der aufgrund des fehlenden Grips in Kombination mit seinem schmutzigen Startplatz abseits der Idealinie einen echten Horrorstart hingelegt hatte und von Glück reden konnte, überhaupt sitzen geblieben zu sein. Dennoch verlor er dadurch mehrere Positionen, fiel bis auf Rang sechs zurück. Kurzzeitig sah es nach einer Aufholjagd aus, konnte Bagnaia im Folgenden doch Miguel Oliveira und Alex Marquez überholen. Zu Beginn von Runde vier brach er jedoch ein und wurde anschließend durchgereicht.
"Ich bin beim Start schon fast abgeflogen und habe dann in Kurve fünf realisiert, dass etwas nicht funktioniert", beschreibt der amtierende Weltmeister. Dabei war es gar nicht mal so sehr das Heck, das ihm im weiteren Rennverlauf Probleme bereitete, sondern der Vorderreifen. "Sobald ich in eine Kurve einfahren wollte, hatte ich heftige Blockaden und konnte kaum lenken", beschreibt er und seufzt: "Ohne diese Probleme hätte ich mit Martin kämpfen können, denn unsere Rennpace war sehr ähnlich."

Francesco Bagnaia hofft: Andere Voraussetzung im Grand Prix
So aber musste Bagnaia hilflos mitansehen, wie sein Titelkontrahent auf Platz zwei ins Ziel fuhr und damit die WM-Führung zurückeroberte. In der Fahrer-WM liegt Jorge Martin nun wieder drei Punkte vor dem Titelverteidiger. Ob am Sonntag die Antwort folgt? "Wir werden sehen, ob sich die Verhältnisse im Rennen mit einem anderen Reifen verändern werden", will Bagnaia keine großen Töne spucken.



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