Pedro Acosta eroberte die MotoGP zum Saisonstart 2024 wie im Flug. Schon beim zweiten Grand Prix in Portimao stand der Superrookie aus dem GasGas-Tech3-Team erstmals auf dem Podium und schwang sich in weiterer Folge schnell zur neuen Speerspitze KTMs auf. Während die Werkspiloten Brad Binder und Jack Miller sowie GasGas-Teamkollege Augusto Fernandez strauchelten, hielt Acosta die Fahne des österreichischen Herstellers hoch.
Nach dem Italien GP in Mugello, in dem der junge Spanier noch die Plätze drei (Sprint) und fünf (Grand Prix) eingefahren hatte, setzte aber auch bei ihm ein Leistungsabfall ein. Lediglich 24 WM-Punkte sammelte er in den nachfolgenden vier Rennwochenenden noch - weniger als ein Viertel seiner vorherigen Ausbeute. Speziell das KTM-Heimspiel am Red Bull Ring entpuppte sich dabei als harter Tobak: Dort verpasste Acosta erstmals in seiner MotoGP-Karriere den Q2-Einzug und kam in Sprint und Grand Prix nicht über die Plätze 10 und 13 hinaus. Anschließend sprach er von einem Stich ins Herz.
Pedro Acosta gelingt MotoGP-Trendwende in Aragon
Seine mahnenden Worte scheinen Anklang gefunden zu haben, denn in Aragon ging es am Samstag plötzlich wieder spürbar aufwärts. Im Qualifying sicherte sich Acosta den zweiten Startplatz, im Sprint kam er als Dritter ins Ziel und kehrte damit erstmals seit Mugello wieder auf das Podium zurück. "Das ist mein erstes richtiges Podest in einem Sprint, da diesmal niemand vor mir gestürzt ist", scherzte die Startnummer 31 und unterstrich damit, dass die gute Laune zurückgekehrt ist. In Jerez hatte ein Sturzfestival Acosta noch auf das Podium gespült, in Barcelona und Mugello Abflüge der beiden WM-Rivalen Francesco Bagnaia und Jorge Martin.
Dass er im Qualifying mehr als acht Zehntel und im Sprint fast sieben Sekunden auf Aragon-Dominator Marc Marquez verloren hatte, war dem künftigen KTM-Werkspiloten dabei völlig egal. "Ich habe mein Selbstvertrauen wiedergefunden und bin vor allem auch fehlerfrei gefahren", freute er sich und erklärte, wie die Trendwende zustande kam. "Wir haben in den letzten Rennen viele Veränderungen am Motorrad vorgenommen und ich habe viele Fehler gemacht. Jetzt habe ich wieder ein Motorrad, dass ich kenne. Es ist vielleicht nicht ganz so schnell wie mein Letztes, dafür aber konstanter und damit 70 Prozent der Zeit besser."
Zum Start in das Aragon-Wochenende hatte sich die GasGas-Crew dazu entschieden, mit Acosta zum Setup des Saisonbeginns zurückzukehren, als der Speed noch stimmte. Außerdem wurde der zuständige Daten-Ingenieur ausgetauscht - und prompt war der Rookie wieder schnell. "Das hat uns alle etwas entspannt", beschreibt Acosta und weiß: "Ich kann mich noch verbessern, habe noch Rückstand in einigen Bereichen, aber ich habe einen guten Schritt nach vorne gemacht."

Podium im Aragon-GP? Schwierige Aufgabe für Acosta!
Ob er sein Podium im Hauptrennen am Sonntag wiederholen kann? Es wird wohl eher schwierig, denn der junge Spanier profitierte am Samstag auch von nächtlichen Regenfällen, die sämtlichen Grip von der Strecke gespült hatten. In vergleichbaren Bedingungen war Acosta bereits am Freitagmorgen schnell gewesen. Als der Grip im Nachmittagstraining dann zunahm, blieb die Steigerung bei KTM jedoch aus. Ein ähnliches Szenario droht am Sonntag: "Wenn der Grip niedrig ist, sind wir schnell. Sobald er zunimmt, bekommen wir aber Anpassungsprobleme."
Außerdem ist am Sonntag mit einem deutlich stärkeren Francesco Bagnaia zu rechnen. Wieso der Ducati-Star im Sprint keine Rolle im Kampf um das Podium spielte, erfahrt ihr hier:



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