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MotoGP: Wieso Doviziosos Yamaha-Comeback doch klappen könnte

Andrea Doviziosos Chancen auf eine Rückkehr in die MotoGP schienen zuletzt praktisch nicht mehr existent. Nun scheint sich aber eine Tür zu öffnen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Abschied von Ducati mit MotoGP-Saisonende 2020, Pause 2021, Rückkehr 2022 - das war der ursprüngliche Plan. Und lange Zeit schien dieser auch aufzugehen. Dovizioso einigte sich früh in diesem Jahr mit Aprilia auf eine Rolle als Testfahrer, was die ideale Vorbereitung auf 2022 bedeutet hätte. Und da Lorenzo Savadori als Einsatzpilot nie überzeugen konnte, schien auch ein Platz für Dovizioso frei zu sein. Ein Deal für die nächste Saison schien nur noch Formsache.

Dann aber begann es im Yamaha-Lager zu rumoren. Maverick Vinales einigte sich mit den Japanern auf eine vorzeitige Vertragsauflösung mit Saisonende 2021 und wurde sofort mit Aprilia in Verbindung gebracht, wo man einen Mann von Vinales' Kaliber als Jackpot in der MotoGP-Transferlotterie sah. Vergangenen Montag wurde der Transfer offiziell bestätigt, vier Tage später gab Yamaha die sofortige Trennung bekannt.

Vinales könnte also schon demnächst auf der RS-GP sitzen. Bereits von 31. August bis 1. September soll es in Misano bei einem privaten Test so weit sein. Nicht mit dabei dürfte dort Andrea Dovizioso sein, für den der Flirt mit Aprilia nach einigen Monaten wohl wieder endet. Denn für den MotoGP-Routinier tut sich nun wohl doch noch eine Option im Hinblick auf 2022 auf - mitausgelöst paradoxerweise durch den Bruch zwischen Vinales und Yamaha.

Anstelle von Vinales wird ja Franco Morbidelli vom Petronas-Team in die Werkstruppe aufrücken. Da Valentino Rossi seine MotoGP-Karriere mit Saisonende beendet, müssen Razlan Razali, Johan Stigefelt und Co. gleich zwei Plätze nachbesetzen. Einer davon wird wohl an Darryn Binder gehen, der wie einst Jack Miller den Aufstieg von der Moto3 direkt in die MotoGP wagen würde. In der vergangenen Woche durfte Binder bereits ein R1-Superbike in Brünn testen.

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Ein Motorrad im Yamaha-Kundenteam wäre dann aber immer noch frei und dafür soll nun Dovizioso in der Pole Position stehen. Grund dafür ist die Transformation, die der Rennstall vor der Saison 2022 durchmacht. Sponsor Petronas und der Sepang International Circuit ziehen sich aus dem Projekt zurück. Geldgeber soll zukünftig Withu werden, ein Anbieter für Strom, Gas und Telekommunikationsdienstleistungen. Withu ist ein italienisches Unternehmen und hätte daher gerne einen italienischen Fahrer in seinem Team.

Dovizioso als einer der erfolgreichsten MotoGP-Piloten der vergangenen Jahre wäre da natürlich mehr als willkommen. Die Verhandlungen laufen auf jeden Fall bereits, Motorsport-Magazin.com erblickte zuletzt in Spielberg Dovizioso-Manager Simone Battistella im Paddock. Die italienische Konkurrenz für einen Platz im Team ist überschaubar: Marco Bezzecchi wird für Valentino Rossis VR46-Team in der MotoGP fahren. Sein aktueller Teamkollege Celestino Vietti wäre der nächste Mann in der imaginären Rangliste: Mit Moto2-WM-Platz zwölf und sechsten Rängen als besten Saisonplatzierungen konnte er bisher aber nur bedingt überzeugen.


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