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MotoGP

MotoGP-Legende Agostini: Traurig, Valentino Rossi so zu sehen

Nicht nur die Fans von Valentino Rossi leiden aktuell mit ihrem MotoGP-Idol. Auch Giacomo Agostini fällt es schwer. Ratschläge sind aber fehl am Platz.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Valentino Rossi steckt in der tiefsten sportlichen Krise seiner langen MotoGP-Karriere. Seit 14 Rennen ist der 42-jährige Italiener ohne Podestplatz, am 13. September 2020 landete er zum letzten Mal in den Top-10. In der laufenden Saison holte er in vier Rennen lediglich vier Punkte, somit liegen in der Gesamtwertung nur zwei Stammfahrer hinter ihm.

Motorrad-Legende Giacomo Agostini leidet mit Rossi. "Ich bin traurig, Valentino Rossi so zu sehen, ohne eine Chance zu gewinnen", sagte der 78-Jährige in einem Interview mit der spanischen "As". Mit 122 Siegen ist Agostini der einzige Fahrer in der Geschichte, der mehr Rennen als Rossi (115 Siege) gewinnen konnte.

"Einige Leute bitten mich, Rossi zu sagen, dass er zurücktreten soll. Aber das kann ich nicht", verriet Agostini. "Ich habe größten Respekt vor ihm und möchte nicht als Lehrer, Professor oder Vater auftreten." Rossi selbst meinte zuletzt, dass er nach "einigen Rennen" über seine weitere sportliche Zukunft entscheiden möchte. Viele im MotoGP-Paddock halten das Rennwochenende in Mugello, das Ende Mai stattfindet, für die richtig Bühne für Rossis Bekanntgabe.

Rossis MotoGP-Team bald startklar

Hinter den Kulissen bastelt der neunfache Motorrad-Weltmeister bereits eifrig an seinem eigenen MotoGP-Team. Die beiden Startplätze hat Rossi bereits fix, zudem steht mit dem saudi-arabischen Ölgiganten Aramco ein potenter Hauptsponsor parat. Welches Motorrad und welche Fahrer zum Einsatz kommen, ist aber noch offen.

Rossi selbst ließ sich die Option offen, als "fahrender Teamchef" unter der Flagge seines eigenen Teams weiterzumachen. "Als Boss kann ich eines unserer Motorräder für mich selbst behalten", meinte er in Jerez mit einem Augenzwinkern.

Im Interview mit "As" erinnerte sich Agostini an sein eigenes Karriereende zurück, das nicht mehr von den großen Erfolgen früherer Jahre geprägt war. Nach seinem letzten WM-Titel 1975 bestritt Agostini noch zwei Jahre in der 350cc- und 500cc-Kategorie, in denen er aber nur noch zwei Siege holte. Am Ende des Jahres 1977 trat er nach einer Saison mit nur drei Podestplätzen endgültig zurück.

"Jeder muss selbst mit seinem Kopf darüber entscheiden", führte der Italiener aus. "Als ich damals nur noch um zweite, dritte, vierte oder fünfte Plätze fuhr, fühlte ich mich seht schlecht. Die Leute begannen zu sagen, dass ich fertig sei und nicht mehr der Fahrer von früher. Und irgendwann sagte ich mir: Wahrscheinlich haben sie recht."

Wir Rossi wagte sich Agostini nach seiner aktiven Karriere an den Kommandostand. Ab 1982 fungierte er als Teamchef von Yamaha und verhalf in dieser Funktion unter anderem Eddie Lawson zu drei Titeln.


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