Motorsport-Magzain.com Plus
MotoGP

MotoGP Jerez: Vinales endlich mit gutem Start - P2 als Lohn

Maverick Vinales vermurkste sich in den vergangenen Jahren oft schon am Start seine Rennen. Jerez ist für ihn der große Wendepunkt.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Maverick Vinales hat den besten Saisonstart seit drei Jahren hingelegt und zum ersten Mal seit seinem MotoGP-Aufstieg Platz zwei in Jerez erobert. Da er sogar einige Runden in Führung lag, kann Vinales den Spanien-GP als gelungenen Auftakt in die Corona-Saison 2020 verbuchen.

"P2 ist sehr gut für uns", zeigte er sich nach dem Rennen glücklich. "Es ist lange her, dass ich mich hier so wohl gefühlt habe. Aber heute war mein Rhythmus sehr gut, bis die Reifen abgebaut haben." Vor allem mit seinem Start war Vinales zufrieden.

Start-Problem endlich gelöst

Denn während er in den vergangenen Jahren in den meisten Rennen schlecht aus dem Grid loskam, übernahm er in Jerez sogar die Führung. Yamahas Starting-Device war ihm dabei eine gute Hilfe: "Natürlich habe ich das heute eingesetzt und es hat sehr gut funktioniert. Meine Probleme am Start dürften nun gelöst sein", so Vinales.

Seine auf Marc Marquez ausgerichtete Rennstrategie ging zunächst aber nicht auf, denn bereits in der dritten Runde lag der MotoGP-Weltmeister vor ihm und schien Vinales davonzuziehen. Erst ein Umweg über das Kiesbett von Marquez spülte das Yamaha-Ass wieder in die Führungsposition.

"Ich wollte eigentlich zu Beginn eine Lücke herausfahren, aber schon in Turn 8 der ersten Runde ist mir ein großer Fehler passiert", gab Vinales zu. "Auf der siebenten Runde habe ich dann in Kurve 6 beinahe die Front verloren und auch in der letzten Kurve hatte ich Probleme."

So lag Vinales im zweiten Renndrittel hinter Fabio Quartararo und Jack Miller lange Zeit nur an der dritten Position. Erst sieben Runden vor dem Ende konnte er sich Miller schnappen, bekam wenig später aber Druck von Marquez, der nach seinem Missgeschick von Platz 16 eine Aufholjagd gestartet hatte.

Chancenlos gegen Marquez?

"Als ich Miller überholen konnte, sah ich auf dem Pitboard bereits die Einblendung 'Marc +0' und ich dachte mir schon, dass er rasch ankommen wird", führte der Spanier aus. "Als mir dann auch noch angezeigt wurde, dass Dovi auch aufholt, fühlte ich mich an das vergangene Jahr erinnert." Damals hatte Vinales seinen dritten Rang nur knapp gegen den Ducati-Star verteidigen können.

Diesmal drohte sogar ein Verlust des Podestplatz, doch dann sicherte der heftige Highsider von Marc Marquez das Podium für Vinales ab. "Er war der Favorit auf diesen Rennsieg. Ich hoffe, dass er sich schnell wieder von diesem Sturz erholt", wünschte er seinem Landsmann.

Die Verletzung von Marquez spielt Fahrern wie Vinales in der WM-Wertung nun in die Hände. Denn neben der Nullnummer von Jerez droht dem amtierenden MotoGP-Weltmeister nun womöglich eine längere Zwangspause. Vinales streitet vorerst aber noch ab, dass dies nun einen Vorteil für ihn im Titelkampf bedeuten würde.

"Das (Marquez' Sturz; Anm.) ändert gar nichts", stellte er klar. "Marc hat den Speed um schnell wieder Punkte aufzuholen und wieder stark zu sein. Wir müssen konzentriert bleiben, denn unter diesen Bedingungen ist es sehr einfach, fatale Fehler zu machen."

Das zeigte sich in Jerez deutlich, denn schon nach dem ersten MotoGP-Wochenende des Jahres sind mit Alex Rins (Schulter), Cal Crutchlow (Gehirnerschütterung) und Marc Marquez (Oberarmbruch) drei potenzielle Siegfahrer verletzt.


Weitere Inhalte:
Tissot
Motorsport-Magzain.com Plus