MotoGP

MotoGP Jerez 2019: Stefan Bradl peilt am Sonntag Top-10 an

Stefan Bradl bestreitet in Jerez seinen ersten Wildcard-Einsatz für Honda in dieser Saison. Was erhofft sich der Deutsche vom Rennen?
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Stefan Bradl wird das MotoGP-Rennen in Jerez vom 14. Startplatz in Angriff nehmen. "Ich bin froh, dass ich schnell genug bin. Das macht mich happy. Ich bin froh, dass ich das hier zeigen kann, auch wenn wir verschiedene Dinge testen und ausprobieren", sagte der Deutsche im Interview mit ServusTV.

Nach einem starken Freitag hatte Bradl mit mehr spekulieren dürfen, lag er doch nach den ersten beiden Trainings in den Top-10 und somit auf Kurs zum direkten Q2-Einzug. Doch am Samstag zogen einige etablierte Stammpiloten an ihm vorbei. Zwar verbesserte Bradl seine Bestzeit vom Vortag um eine halbe Sekunde, das reichte im 3. Training allerdings nur noch zum 16. Rang.

Bradl musste somit bereits in Q1 antreten, wo neben den beiden Yamaha-Werksfahrern Maverick Vinales und Valentino Rossi auch Jack Miller startete, der zuletzt in Austin einen Podestplatz einfahren konnte. "Q1 war sehr stark besetzt. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich es nicht geschafft habe", analyiserte Bradl. "Es hat nur eine Zehntelsekunde gefehlt. Fahrerisch wäre es drin gewesen. Das Feld liegt so eng beisammen."

Testeinsatz unter Rennbedingungen

Ein Q2-Einzug hätte alle Erwartungen an den Wildcard-Piloten übertroffen, denn in erster Linie ist Bradl an diesem Wochenende in seiner Rolle als Testfahrer für Honda unterwegs. Das wurde bereits im Training augenscheinlich, als HRC den Deutschen ein Bike mit karbonverkleidetem Rahmen ausführen ließ. Am Sonntag soll Bradl mit seinem Wildcard-Einsatz wichtige Daten unter Rennbedingungen sammeln.

Das bremst aber nicht den Ehrgeiz des ehemaligen Moto2-Weltmeisters: "Ich hoffe, dass es in Richtung der Top-10 geht, aber ich möchte die Erwartungen nicht zu hoch setzen. Bisher ist es ein super solides Wochenende von mir und meinen Jungs. Ich bin sehr glücklich, was das betrifft. Alles was dazu kommt, ist ein Bonus."

Abschließend fügte er hinzu: "Ich habe nichts zu verlieren." Das stimmt freilich nicht so ganz: Im Vorjahr sollte Bradl in Brünn bei einem Wildcard-Einsatz eine Karbonschwinge testen, die in den folgenden Rennen für Cal Crutchlow gedacht war. Bradl löste in der ersten Runde einen Unfall aus, beschädigte die Schwinge dabei und zog sich so den Zorn des LCR-Teams zu. So etwas möchte HRC wohl nicht noch einmal von seinem Testfahrer sehen.


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