MotoGP

Cal Crutchlow ärgert Ärzte in Brünn: Start trotz Verdacht auf Wirbelbruch

Sturkopf Cal Crutchlow hat wieder zugeschlagen. Die MotoGP-Ärzte rieten ihm dringend von der Teilnahme an FP4 und Q2 ab, aber er fuhr dennoch.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Ein Cal Crutchlow lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen. Das hat er Samstag in Brünn einmal mehr bewiesen und zog damit den Zorn der offiziellen Ärzte der Motorrad-Weltmeisterschaft auf sich. Was war passiert? Crutchlow stürzte im dritten Freien Training am Samstagmorgen in Kurve zehn, nachdem Alvaro Bautistas Ducati an dieser Stelle kurz zuvor Flüssigkeit verloren hatte. Der Einschlag des LCR-Honda-Piloten war heftig. Crutchlow stand zwar unmittelbar nach dem Crash auf, sackte aber im Kies sofort wieder zusammen.

Wie in solchen Fällen üblich, wurde Crutchlow daraufhin in das Medical Center an der Strecke gebracht. Dort erkannte MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte einen möglichen Bruch an einem Rückenwirbel, mit den vor Ort zur Verfügung stehenden Mitteln konnte aber keine definitive Diagnose abgegeben werden. Dr. Charte riet Crutchlow dringend von einem Antreten in den folgenden Sessions FP4 und Q2 ab, da ein weiterer Sturz schlimme Folgen hätte haben können.

Ich bin Rennfahrer und will daher fahren. Ich musste mich qualifizieren und habe mich beim Fahren nicht schlecht gefühlt.
Cal Crutchlow

Doch Crutchlow kümmerte sich nicht weiter um die medizinischen Ratschläge und ging sofort wieder auf der Strecke, während in der LCR-Box Dr. Charte hitzig mit Teamchef Lucio Cecchinello diskutierte. "Ich respektiere Dr. Charte und die anderen Ärzte sehr, aber die Entscheidung lag bei mir und das hat sie geärgert", rechtfertigte sich Crutchlow. "Ich bin Rennfahrer und will daher fahren. Ich musste mich qualifizieren und habe mich beim Fahren nicht schlecht gefühlt."

Crutchlow qualifizierte sich schlussendlich auf dem starken fünften Startplatz, musste im Anschluss aber direkt zu weiteren Untersuchungen nach Brünn. Die dortige Diagnose gab Crutchlow Recht. Es wurden keinerlei Verletzungen festgestellt. Der Vorjahressieger des Tschechien-Grand-Prix darf somit am Sonntag auf jeden Fall starten.

Ärzte in Brünn nicht kompromisslos

Grundsätzlich liegt die Entscheidung über einen Start immer bei den Ärzten. Sind sie der Meinung, dass sich ein Fahrer in einem Zustand befindet, in dem er sich oder andere Piloten unverhältnismäßig stark gefährdet, wird er für "Unfit to race" erklärt und erhält keine Startfreigabe. Aufgrund der Ungewissheit der Situation sahen die Ärzte am Samstag aber wohl von dieser Möglichkeit ab und entschieden sich lediglich zu einem mit Nachdruck geäußerten Ratschlag.


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