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MotoGP

Hartes Rennen im Niemandsland - Rennen: Die Stimmen der MotoGP-Fahrer

So ruhig die Gegend rund um das Motorland Aragon auch ist - im Grand Prix am Sonntag ging es heiß her. Wir haben die Stimmen der MotoGP-Piloten.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Jorge Lorenzo (Yamaha, Platz 1): Ich habe schon am Donnerstag gesagt, dass das ein ganz wichtiges Rennen wird, denn wenn ich hier weitere Punkte verloren hätte, wäre es wohl unmöglich geworden, den Titel zu holen. "Ich habe hart gepusht, weil ich nicht wusste, wie schnell die anderen Fahrer sein würden. Ich hatte dann Glück mit dem Sturz von Marquez, denn er war so stark und im Warm Up auf gebrauchten Reifen so schnell. Er wäre insbesondere am Ende des Renens stark gewesen. Als ich auf dem Board gesehen habe, dass er gestürzt ist, habe ich erstmal durchgeatmet.

Dani Pedrosa (Repsol Honda, Platz 2): Ich freue mich über das Ergebnis, weil es heute am Anfang echt hart war. Nach dem Start hatte ich gleich einigen Rückstand und steckte eine Runde länger hinter Iannone fest als ich erwartet hatte. Am Kurvenausgang ist die Ducati so schnell, dass sie echt schwer zu überholen ist, so dass ich dabei etwas Zeit verloren habe. Nachdem ich Marc Marquez stürzen sah, war ich bis zur vierten Runde sehr vorsichtig, dann fühlte ich mich wohler und kam in einen guten Rhythmus.

Valentino Rossi hatte das Nachsehen gegen Dani Pedrosa - Foto: Repsol

Valentino Rossi (Yamaha, Platz 3): Wenn man einen Kampf auf diese Art und Weise verliert, ist das immer ein schlechtes Gefühl. Dennoch bin ich happy mit meinem Rennen und dem Resultat. Ich habe es genossen, das war mein bestes Rennen hier in Aragon bisher. Aber Aragon ist auch immer eine schwierige Strecke für uns. Wir waren nicht stark genug, um uns vor Dani behaupten zu können. Ich habe extrem gepusht, um gegen ihn zu kämpfen und habe alle meine Karten ausgespielt, die ich hatte, sogar eine zusätzliche, aber es hat nicht gereicht. Dani war heute einfach stärker. Schade für die Meisterschaft, diese vier Punkte wären wichtig gewesen.

Andrea Iannone (Ducati, Platz 4): Trotz meiner körperlichen Verfassung war es ein gutes Rennen, auch wenn ich enttäuscht bin, dass ich nicht mit Pedrosa und Rossi mithalten konnte. Ich dachte, ich könnte ihre Pace halten, aber sie waren immer ein paar Zehntel schneller. Das hat die Zeiten vom FP4 wiedergespiegelt. Ich wäre gerne in der Lage gewesen, ums Podium zu kämpfen, denn mein Team arbeitet wirklich hart und es ist für die gesamte Truppe wichtig, ermutigende Resultate einzufahren. Ich habe trotz meiner verletzten Schulter alles gegeben und möchte daher auch dem Clinica Mobile danken.

Andrea Dovizioso (Ducati, Platz 5): Ich bin zufrieden und unzufrieden gleichzeitig. Mit meiner Rennpace habe ich das bestmögliche Ergebnis geholt, aber das macht mich nicht glücklich. Wir müssen unbedingt das Bike verbessern, denn ich kann nicht so bremsen und fahren wie ich das will. Deswegen bin ich auch nicht so schnell wie ich sein möchte. Aber wenn man bedenkt, dass ich von Platz 13 aus Fünfter geworden bin, dann ist das ein gutes Ergebnis.

Aleix Espargaro (Suzuki, Platz 6): Ich bin sehr glücklich, wieder in den Toppositionen zu liegen. Die letzten Rennen waren sehr hart für uns und wir waren nicht dort, wo wir hingehören. In diesem Rennen sind wir auf eine Position gekommen, die uns denke ich besser steht. Nach Barcelona war das unser positivstes Rennen, was das Gefühl für das Motorrad betrifft. Wenn man einkalkuliert, dass wir auf der Geraden bei der Beschleunigung einiges verlieren, ist es gut, dass wir um Platz fünf kämpfen konnten. Ich konnte das Rennen richtig genießen und hatte sehr viel Spaß, weil ich mich so wohlgefühlt habe.

Cal Crutchlow holte mit P7 das Optimum heraus - Foto: Tobias Linke

Cal Crutchlow (LCR Honda, Platz 7): Ich bin mit Platz sieben nicht übermäßig glücklich, aber mehr war einfach nicht möglich. Ich konnte ganz gut fahren, aber am Hinterrad hat uns einfach völlig der Grip gefehlt. Zusätzlich hatte ich am Start noch Kupplungsprobleme, weshalb ich sofort vier Positionen verloren haben. Wir müssen uns auf jeden Fall verbessern, aber ich glaube, dass uns das Rennen hier dabei helfen kann.

Bradley Smith (Tech 3 Yamaha, Platz 8): Nach diesem harten Rennen muss ich mit meinem Ergebnis zufrieden sein. In der Gruppe, in der ich gekämpft habe, waren alle Hersteller vertreten. Jeder hat seine unterschiedlichen Stärken, wodurch es richtig heiß herging und jeder von uns voll pushen musste. Leider habe ich einmal einen Fehler gemacht und zehn Runden gebraucht, um die verlorengegangene Sekunde wieder gutzumachen. Am Ende haben wir aber nicht allzu viele Punkte in der Weltmeisterschaft verloren. Das ist positiv!

Pol Espargaro (Tech 3 Yamaha, Platz 9):Das heutige Rennen war echt fordernd für mich. Die Startphase war ganz gut, aber gerade als ich mich etwas absetzen konnte musste ich in einer Kurve eine weite Linie fahren, weil ich keinen Gang einlegen konnte. So habe ich einige Positionen und wertvolle Sekunden verloren. Das aufzuholen war nicht leicht, vor allem weil ich dann auch noch den Gummiüberzug auf meinem Schalthebel verloren habe, wodurch dieser plötzlich sehr rutschig und es schwer für mich war, zu schalten. In Anbetracht all dieser Dinge müssen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Yonny Hernandez (Pramac, Platz 10): Ich freue mich sehr, weil ich in den Top Ten gelandet bin, aber auch, weil wir die Zielflagge nach einer schwierigen Zeit wieder gesehen haben. Das hat mir Vertrauen gegeben, um in die Übersee-Rennen zu gehen. Ich bin mit dem zehnten Platz zufrieden, aber ich muss zugeben, dass ich im Warm-Up ein besseres Gefühl hatte als im Rennen.

Maverick Vinales arbeitete sich bis auf Platz elf vor - Foto: Suzuki

Maverick Vinales (Suzuki, Platz 11): Ich hatte einen guten Start und wollte irgendwen in Kurve 1 überholen. Leider hatte ich nicht genug Grip hinten und konnte nicht genug beschleunigen, um es durchzuziehen. Ich befand mich dann in einer Gruppe mit mehreren Fahrern, die weiche Reifen montiert hatten. Sie waren damit konkurrenzfähiger und ich musste dort bleiben und ihre Pace gehen. Als ihre Reifen endlich eingingen, zahlte sich meine Reifenwahl aus. Konstant zu sein ist immer der Schlüssel für mich und dieses Rennen hat mir Recht gegeben.

Scott Redding (Marc VDS, Platz 12): Es war ein schwieriger Tag und wir haben unser Vorhaben, das Rennen in den Top Ten zu beenden, offensichtlich nicht erreicht. Die Rundenzeiten sind am Rennende immer weiter gefallen und ich hatte Probleme mit dem Hinterreifen. Wenn man das beiseite nimmt, sind wir aber trotzdem schneller geworden und dichter an der Gruppe vor uns, die um die Top Sechs gekämpft hat. Wir sind durch eine schwere Zeit in der Weltmeisterschaft gegangen und werden in die Übersee-Rennen nun positiv angehen.

Alvaro Bautista (Aprilia, Platz 13): Ich hatte einen super Start und konnte auf den ersten Metern richtig viel Boden gutmachen. Dann wurde ich aber in der ersten Kurve abgedrängt und meine ganze Arbeit war umsonst. Ich habe dann eine Weile gebraucht, um an Laverty und Bradl vorbeizukommen. Als es mir gelungen ist, war es zu spät um Vinales noch einzuholen, also habe ich einfach versucht, die Punkte nach Hause zu fahre.

Eugene Laverty (Aspar, Platz 14): Ich habe mich entspannt auf dem Motorrad gefühlt und einfach mein eigenes Ding durchgezogen. Obwohl wir um den 14. Platz gekämpft haben, habe ich den Kampf so aufgefasst, als ginge es um den Sieg. So muss man es einfach machen. Nicky ist ein toller Teamkollege und ein großartiger Racer, wir hatten einen tollen Kampf gegeneinander. Wir haben in der zweiten Saisonhälfte einen guten Job gemacht und ich habe genau das heute unter Beweis gestellt.

Nicky Hayden staubte den letzten Punkt ab - Foto: Aspar

Nicky Hayden (Aspar, Platz 15): Ich hatte einen wirklich guten Start und fühlte mich wohl, aber ein paar Jungs haben mich überholt und ich kam nicht an die Gruppe vor mir heran. Wir sind in einen riesigen Kampf geraten; es ist wirklich schade, dass wir so weit zurücklagen, denn das war wirklich tolles und hartes Racing - um Platz 15. Es war sicher nicht das schlechteste Wochenende für uns. Ich habe am Ende mit Eugene gekämpft und konnte mich vor ihn setzen, aber dann ging er in Turn 8 wieder vorbei. Wir hatten leichten Kontakt und ich bin weit gegangen, aber konnte wieder aufholen. Mein Daumen hat es mir heute nicht leicht gemacht, aber ich will das nicht als Grund für die Platzierung vorschieben.

Hector Barbera (Avintia, Platz 16): Ich hatte einen schlechten Start und dabei ging auch meine Konzentration etwas verloren. In der zweiten Runde habe ich dann einen Fehler gemacht und war plötzlich Letzter. Zwar konnte ich aufholen und wieder an einigen Fahrern vorbeigehen, aber sechs oder sieben Runden vor Ende waren meine Reifen völlig zerstört. So konnte ich nicht mehr um Punkte kämpfen.

Loris Baz (Forward, Platz 17): Mein Gesamtresümee nach diesem Wochenende fällt positiv aus. Die Lücke zu den anderen Open-Bikes war nicht groß und ich habe das ganze Rennen über gegen meine direkten Konkurrenten gekämpft. Ich war nicht zu 100 Prozent fit. Nach dem heftigen Sturz am Samstag hatte ich starke Nackenschmerzen. In der Weltmeisterschaft habe ich weder Punkte gewonnen noch verloren.

Stefan Bradl (Aprilia, Platz 18): Unsere Arbeit wurde im Training ein bisschen behindert und dafür haben wir heute bezahlt. Ich fühlte mich sehr komfortabel mit dem Setup, das uns eine ganze Menge Grip beschert hat. Urplötzlich, nach Rennhälfte, begann der Grip aber Schritt für Schritt weniger zu werden. Das Motorrad ist herumgedriftet und der Hinterreifen verschliss sehr schnell. In den letzten zehn Runden hatte ich dann gar keinen Grip mehr. Am Ende hat ein Kontakt mit Laverty dafür gesorgt, dass ich den Anschluss zu den Fahrern vor mir verloren habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber ohnehin schon keine Chance mehr zu attackieren, weil ich jede Menge Boden am Kurvenausgang verloren habe.

Stefan Bradls Poker mit dem weichen Hinterreifen machte sich nicht bezahlt: P18 - Foto: Aprilia

Jack Miller (LCR Honda, Platz 19): Ich war mit ungefähr 90 Prozent des Rennens zufrieden. Bis fünf Runden vor Ende lief es wirklich gut, aber dann hat der Vorderreifen nachgelassen. Das war zu viel für mich, weil auch der Hinterreifen schon Probleme gemacht hat. So konnte ich die Pace meiner Gruppe nicht mehr halten. Ich musste Tempo rausnehmen, um nicht zu stürzen. Ich bin glücklich, weil ich so lange in dieser Gruppe fahren konnte, aber was das Setup betrifft müssen wir uns einfach noch verbessern.

Mike di Meglio (Avintia, Platz 20): Das Rennen war nicht schlecht. Am Start hatte ich ein Kupplungsproblem, wodurch ich einen ordentlichen Wheely produziert habe. Dann konnte ich aber Boden gutmachen und gleichzeitig die Reifen schonen. Ich habe mich sehr wohlgefühlt und konnte überholen, aber dann konnte ich plötzlich nicht mehr richtig bremsen. Das Motorrad hat heftig vibriert. Wir müssen uns ansehen, was da passiert ist.

Toni Elias (Forward, Platz 21): Ich hatte einen guten Start und konnte sofort die Gruppe vor mir angreifen. Zunächst habe ich mit De Angelis gekämpft, aber er ist dann gestürzt und ich habe den Kontakt zu den Fahrern vor mir verloren. Ich war völlig alleine und in meinem ersten Rennen auf der Open-Yamaha hatte ich einfach nicht die Pace, um die Lücke zu schließen. Ich muss noch am Setup arbeiten, um mehr Gefühl für das Vorderrad zu kriegen.

Karel Abraham (AB Motoracing, DNF): Das Wochenende in Aragon war sehr anstrengend für meinen Fuß. Ich konnte es nicht mehr aushalten. Ich war im Clinica Mobile. Dort haben wir besprochen, ob sich etwas in meinem Fuß bewegt. Ich wurde außerdem geröntgt und es stellte sich heraus, dass der Fuß überbelastet war. Ich werde mit der Physiotherapie weitermachen, aber es fühlt sich ehrlich gesagt nicht so an, als würde es helfen.

Marc Marquez landete einmal mehr im Kies - Foto: Milagro

Danilo Petrucci (Pramac, DNF): Ich bin frustiert, weil ich das Rennen gerne in den Punkten beendet hätte. Aber so etwas kann passieren, gerade nach 14 Rennen, die alle gut verlaufen sind. Ich war sehr schnell und dicht an der Führungsgruppe. Das ist ein schönes Gefühl. Es tut mir sehr leid für das Team, denn sie haben mir ein schnelles Bike gegeben. Ich habe gepusht. Ich habe nicht geglaubt, dass ich so über dem Limit fahre, deshalb war ich über den Sturz sehr überrascht. Trotzdem war es ein positives Wochenende. Jetzt will ich nach Japan gehen, um dort neu anzufangen, wo ich aufgehört habe.

Marc Marquez (Repsol Honda, DNF): Ich wusste, dass Jorge von Beginn an sehr schnell sein würde. Und dass ich seine Flucht nach vorn vereiteln muss. Heute habe ich dem Team und den Fans schon deutlich gesagt, dass der Sturz komplett mein Fehler war. Es tut mir leid. Möglicherweise war es ein Faktor, dass ich in der WM nichts mehr zu verlieren hatte. Dazu ist Aragon mein Heim-GP, das muss man auch berücksichtigen. Ich habe in der zweiten Runde zu stark gepusht, das war unnötig, weil ich den Rückstand zu Jorge in einer Runde schon stark reduziert habe.


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