Mit beträchtlichen 29 Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen Valentino Rossi im Gepäck kam Jorge Lorenzo Anfang Mai zum Europaauftakt der MotoGP nach Jerez. Vor heimischem Publikum startete er dort eine sensationelle Erfolgsserie und ist seitdem in vier Rennen ungeschlagen. Rossi stand zwar als je zwei Mal Dritter und Zweiter ebenfalls immer auf dem Podium, sein Vorsprung schrumpfte aber dennoch auf nur einen einzigen Zähler.

Nun reist die MotoGP nach Assen, wo Yamaha traditionell stark ist. Der Kampf um den Sieg könnte also erneut zu einem stallinternen Duell zwischen Rossi und Lorenzo werden. Klar ist: Verläuft das Rennen einigermaßen normal, nimmt der besserplatzierte Pilot des Werksduos die Führung in der Weltmeisterschaft ein. "Assen wird ein weiteres knallhartes Wochenende. Es wird sicher nicht leicht, denn Jorge ist in großartiger Form", weiß Rossi. Der Routinier sieht sich aber auch selbst in Topform: "Mit dem letzten Rennen in Barcelona bin ich sehr zufrieden, der Sieg war in Reichweite. Jorge und ich haben im Moment etwa das gleiche Potenzial."

In Barcelona kam Rossi Lorenzo schon sehr nahe -
In Barcelona kam Rossi Lorenzo schon sehr nahe -Foto: Yamaha

Eine Einschätzung, die Teamkollege und Rivale Lorenzo teilt. "Ich komme in einer ausgezeichneten Verfassung hierher, nachdem ich die letzten vier Rennen gewonnen habe. Das letzte Rennen in Barcelona war aber sehr eng und Vale hat gezeigt, dass er auch in toller Form ist", zollt er seinem Stallgefährten Respekt.

Zwischen Siegen und Verletzungen

Am TT Circuit von Assen konnten beide Yamaha-Piloten bereits große Erfolge feiern. Rossi gewann hier bereits sechs Mal in der MotoGP, darunter auch sein erstes Rennen für Yamaha nach der Rückkehr. "Ich bin hier in der Vergangenheit einige sehr gute Rennen gefahren", erinnert sich der Doktor.

Das gilt aber auch für Lorenzo, der immerhin schon drei Mal in der Königsklasse das Rennen von Assen gewann. 2013 hatte er hier im Training aber auch einen schweren Sturz inklusive Schlüsselbeinbruch, der ihn trotz Blitzoperation und Start im Rennen schlussendlich die Weltmeisterschaft gegen Marc Marquez kostete. Das änderte aber nichts an der Vorliebe des Mallorquiners für die niederländische Traditionsstrecke: "Assen gehört zu meinen absoluten Lieblingsstrecken, auch wenn ich leider ein paar schlechte Erinnerungen habe."