In der Formel 1 setzt sich der Trend fort, traditionelle Rennstrecken zunehmend durch Stadtkurse zu ersetzen. 2026 kehrte die Königsklasse in die spanische Hauptstadt Madrid zurück – 45 Jahre nach dem Spanien GP auf dem Circuito del Jarama, doch dieses Mal fahren die F1-Boliden auf dem Madring.
Zweigeteiltes Streckenlayout
Der Madring kombiniert öffentliche Straßen mit eigens für die Rennstrecke gebauten Abschnitten zu einem technisch anspruchsvollen Hybrid-Stadtkurs. Nach dem Start wartet auf die Piloten direkt die erste Feuerprobe: Nach dem Überqueren der Start-Ziel-Linie beginnt die 5,414 km lange Runde mit einem kurzen Sprint auf Kurve 1 zu. Die Distanz von der Pole-Position bis zur ersten Kurve beträgt 252 m.
Im Anschluss taucht das Feld auf den tiefsten Punkt des Kurses ab, der auf genau 671,05 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Von dort aus geht es durch eine flüssige Rechtskurve mitten hinein in den urbanen Abschnitt von Ribera del Sena – dem Auftakt zu einer der schnellsten Passagen des neuen Stadtkurses. Es folgt mit 394 m die längste Gerade des Kurses.
Durch Kurve 4 geht es mit Vollgas direkt in Richtung Kurve 5, einer der härtesten Bremszonen der Strecke. Die technisch hochanspruchsvolle Stelle verlangt den Fahrern maximales Gefühl auf der Bremse ab und bietet zugleich eine hervorragende Gelegenheit für mutige Überholmanöver. Im Anschluss wartet eine der größten Herausforderungen des Kurses: Die "Kletterpartie" nach Las Cárcavas.
Vom "Bunker" bis zur Megakurve: Die Schlüsselpassage der F1-Strecke
Mit einer Steigung von rund 8,3 Prozent schießen die Boliden bergan, bis sie in Kurve 7 den höchsten Punkt des Madring auf 696,70 m über dem Meeresspiegel erreichen. Durch Turn 10 und 11 - von den Streckenarchitekten prägnant "El Búnker" getauft - steuern die Piloten eine der kniffligsten Passagen des Kurses an. Kurve 12 erfordert höchste Präzision, bevor der absolute Blickfang der Strecke wartet: "La Monumental" (Kurven 14 bis 16).
Diese langgezogene, spektakuläre Kurvenkombination verlangt den Reifen alles ab. Beim Herausbeschleunigen aus "La Monumental" wartet auf die Fahrer die nächste Mutprobe: Der harte Anbremspunkt nach der Kurve bietet eine hervorragende Gelegenheit für ein spätes, aggressives Überholmanöver.
Mit dem Abschnitt "Valdebebas Linked Corners" wartet eine extrem flüssig zu fahrende, schnelle Kurvenkombination auf die Piloten. Hier wirken gewaltige Seitenkräfte auf Mensch und Material, wenn die Boliden mit viel Schwung durch die Radien jagen. Der Ausgang dieser Highspeed-Passage zwingt die Fahrer aufgrund der darauffolgenden Bremszone zu einer massiven Geschwindigkeitsreduzierung.
Direkt nach der Tunneldurchfahrt, die das Valdebebas-Areal wieder mit dem Messegelände der IFEMA verbindet, wartet eine schnelle Rechtskurve, die den Piloten beim Herausbeschleunigen volles Feingefühl abverlangt. Die Piloten gehen hier früh aufs Gas, bevor sie in das technisch anspruchsvolle Schlusssegment einbiegen. Mit dem Anbremsen auf Turn 20 folgt der langsamste Streckenabschnitt des Madring.
Der scharfe Tempowechsel bietet zugleich eine der letzten großen Chancen, kurz vor Ende der Runde noch ein entscheidendes Ausbremsmanöver zu setzen. Das große Finale bilden die Kurven 21 und 22, bekannt als "El Parque". Kurve 21 ist eine enge, hochtechnische Ecke, bei der die Linie exakt stimmen muss. Nur wer hier den Scheitelpunkt perfekt trifft, erwischt die optimale Ausfahrt aus Kurve 22 – der letzten Kehre vor der Start-Ziel-Geraden –, um mit maximaler Topgeschwindigkeit in die nächste Runde zu gehen.
