Red Bull hatte in den Trainings der Formel 1 in Madrid gegen Mercedes und Ferrari nichts zu melden. In der zweiten Session landete Max Verstappen auf Platz sechs sogar hinter dem Schwesterteam Racing Bulls. Der viermalige Weltmeister zeigte sich nach dem Freitag maulfaul. Die Technik machte wieder Ärger, der neue Madring sorgt bei ihm für wenig Begeisterung. Das Team will fürs Qualifying einmal mehr nichts unversucht lassen. Der Rückstand auf die Spitze ist möglicherweise nicht so groß, wie er scheint.

"Ich weiß nicht, ich bin kein Fan von Stadtkursen. Das wird sich nie ändern, ich fahre lieber auf Rennstrecken wie Spa", so Verstappen nach den ersten realen Runden auf dem 5,414 langen Madring, den er wie der Rest des Feldes in der Vorbereitung im Simulator kennengelernt hatte. "Was sie hier alles gemacht und aufgebaut haben, ist wirklich gute Arbeit, aber mir gefallen Stadtkurse halt nicht."

Im ersten Training hatte er den fünften Platz belegt. Auf die Bestzeit von George Russell fehlten sechs Zehntel. Kimi Antonelli sorgte in der zweiten Session für die nächste Mercedes-Ansage mit anderthalb Zehnteln folgte dahinter das Ferrari-Duo. Verstappen büßte als Sechster diesmal nur vier Zehntelsekunden ein. Dafür lag mit Arvid Lindblad auf P4 aber sogar einer der Racing Bulls klar vor ihm. Der Rookie war fast zwei Zehntel schneller.

Max Verstappen und Red Bull wieder im Setup-Labyrinth

"Das Auto fahre ich nicht, also kann ich nicht einschätzen, wie schnell es ist. Aber was uns angeht, sind wir mehr oder weniger da, wo wir eben stehen", sagt Verstappen mit Blick auf das Kräfteverhältnis und die Racing Bulls. Im FP2 wurde er außerdem von Problemen an der Servolenkung geplagt. Im ersten Training hatte bereits Yuki Tsunoda im Racing Bulls einen Defekt dieser Art erlitten, der eine Reparatur notwendig machte. "Es war zwar fahrbar, nur es fühlte sich nicht wie sonst an. Aber das werden wir beheben", macht sich Verstappen diesbezüglich keine Sorgen.

Im ersten Training testete Red Bull neue Teile. Der Unterboden wurde hinten überarbeitet und auch die Bremsbelüftung an der Hinterachse wurde angepasst. Das Heck ist nach wie vor ein Schwachpunkt. "Wir müssen an der Balance arbeiten und versuchen, auf einer Runde noch mehr herauszuholen. Und dann müssen wir auch schauen, wie die Reifen im Longrun halten. Aber da sitzen alle im selben Boot", sagt Verstappen, der in beiden Sessions die Nase klar vor Teamkollege Liam Lawson hatte. Der Neuseeländer belegte im FP2 den zehnten Platz. Ihm fehlten 1,2 Sekunden auf Antonelli.

"Wir haben viel Arbeit vor uns, was das Setup angeht, vor allem beim mechanischen Grip", erklärt Red Bulls Technikdirektor Pierre Waché. "Die Fahrbarkeit [des Chassis] ist eine größere Herausforderung, als wir angenommen haben. Es ist hier nicht so glatt und auch bei der Energie ist klar, dass wir daran ebenfalls noch viel arbeiten müssen. Das Graining der Reifen ist auch schwerer als erwartet."

Red Bull will für Formel-1-Qualifying im Madrid wieder aggressiv umbauen

Auf eine Runde zeigt sich, dass der Abstand gegenüber Mercedes hauptsächlich im letzten Sektor entsteht. Im mittleren Streckenabschnitt ist Verstappen im Vergleich zu Antonelli sogar schneller. "Wir haben zwischen dem ersten und dem zweiten Training viel verändert und ich denke, wir werden diesen Weg weiter verfolgen und für das dritte Training noch mehr versuchen", so Waché. Aufgrund der Streckencharakteristik und der massiven Beanspruchung der Reifen kann sich auch der Schwerpunkt der Rundenzeit auf die unterschiedlichen Sektoren noch einmal stark verlagern. "Wir suchen hier den Kompromiss zwischen Kurven und Deployment. Manche Kurven gehen Vollgas, dafür rutschst du aber sehr viel. Das ist etwas, das wir noch herausfinden müssen."