Red Bull Racing hat im Vorfeld der Rückkehr des Großen Preises von Spanien nach Madrid einen spektakulären Showrun umgesetzt: Der RB8 – der Bolide, mit dem Sebastian Vettel 2012 seinen Titel verteidigte – wurde so modifiziert, dass er auf den Gleisen der Madrider Metro fahren konnte. Um dies technische Sensation zu realisieren, arbeitete das Heritage-Team des Rennstalls eng mit dem spanischen Engineering- und Kreativkollektiv Andtonic zusammen.
Die sechsmonatige Entwicklungsphase fand in den Werkstätten von Canillejas statt. "Das Projekt unterlag zwei wesentlichen Einschränkungen: Erstens konnten wir die Spurweite der Metro-Gleise nicht verändern. Zweitens durften wir keine strukturellen Änderungen am Auto vornehmen, da es sich um einen handgefertigten Prototypen handelte", erklärte Alvaro Ray, Ingenieur und CEO von Andtonic, die Ausgangslage.
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Technische Herausforderung für F1-Showrun: Radikale Gewichtsreduktion
Die ursprüngliche Idee sah vor, auf Basis eines regulären Formel 1-Rades ein speziell angefertigtes Eisenbahnrad zu moniteren. Fünf Monate benötigten die Andtonic-Ingenieure für die Entwicklung und Fertigung der vier Spezialräder. Anschließend wurde der Radsatz ins Red Bull-Werk nach Milton Keynes gebracht, um zu überprüfen, ob die Konstruktion tatsächlich an den RB8 passt.
Vor Ort zeigte sich jedoch ein fundamentales Problem: Die Spezialräder waren zu schwer. Während ein reguläres F1-Rad dieser Generation etwa 16 Kilogramm wiegt, drohte das massiv erhöhte ungefederte Gewicht der Eisenbahnräder die Radaufhängung des Boliden unter der Belastung zu beschädigen. Eine Überarbeitung war alternativlos: Das Gewicht musste pro Rad auf unter 30 Kilogramm gesenkt werden.
Durch den Wechsel von einer Vollrad-Konstruktion zu einer reinen Radnaben-Lösung reduzierte das Team das Gesamtgewicht pro Rad schließlich auf 29,8 Kilogramm. Nach der finalen Freigabe in Milton Keynes konnte der RB8 auf die Schienen gesetzt werden.


Ein Oracle-Red-Bull-Racing-Bolide fährt am 10. April 2026 an einer Station der Metro Madrid in Madrid, Spanien, vorbei.
Ex-F1-Pilot über Showrun: Das war surreal
Am Steuer des umgebauten Boliden saß der ehemalige F1-Pilot Patrick Friesacher. Er absolvierte die Fahrt in einem eigens dafür gesperrten Streckenabschnitt des U-Bahn-Netzes. Friesacher passierte dabei unter anderem die Station am Estadio Metropolitano sowie die Zugdepots von Sacedal und Chamartín.
"Es war ein unglaubliches Erlebnis", resümiert Friesacher. "Ich hatte das Glück, mit unserem Heritage-Team schon sehr viel zu erleben, aber einen F1-Boliden auf Eisenbahnschienen zu fahren, war absolut surreal. Es ist extrem cool, jetzt auch ‚Metrofahrer‘ in meinen Lebenslauf aufnehmen zu können."
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