Den Freitag hatte McLaren mit Respektabstand auf Mercedes in der zweiten Startreihe beendet. Das Qualifying der Formel 1 in Kanada am Samstag endet für Lando Norris und Oscar Piastri zwar wieder dort, wo sie schon am Vortag waren - aber mit signifikant geschrumpfter Lücke und Überraschungs-Potenzial, wie sich herausstellt.
Norris hatte am Freitag im Sprint-Qualifying noch 0,315 Sekunden auf Polesetter George Russell aufgerissen. Im Sprint holte Norris P2 auch dank eines Mercedes-internen Disputs, der ihm den Platz quasi schenkte. Im Qualifying am Samstag war es wieder Russell, der sich die Pole holte, und Norris war wieder Dritter. Jetzt aber nur noch mit 0,151 Sekunden Rückstand. Und auch Piastri auf P4 fehlten nur 0,201 Sekunden.
Obendrauf hatte Norris nach den ersten Versuchen in Q3 sogar kurz geführt. "Gut, es sah toll aus, weil die Mercedes noch keine Runde hatten!", wiegelt er danach ab. Russell und Kimi Antonelli hatten beide ihren ersten Versuch verpatzt. Trotzdem kommt Norris nicht umhin festzustellen, dass potenziell noch mehr Zeit zu holen war.
McLaren-Ergebnis im Kanada-Qualifying stellt "ziemlich zufrieden"
"Das versuchte ich auf meiner zweiten Runde zu holen, aber ich bekam es nicht raus", analysiert Norris. Rückblickend betrachtet war das vielleicht bloß jene Zeit, die in Kanada stets schwierig zu extrahieren ist. Oscar Piastri meint diesbezüglich lakonisch: "Das ist eine Strecke, wo du immer glaubst, es gingen noch ein, zwei Zehntel, aber das endet normalerweise damit, dass dir ein oder zwei Räder fehlen."
So zeigt sich auch Norris dann doch zufrieden: "Vor ihnen zu sein wäre eine Riesenüberraschung gewesen, aber so nah dran zu sein stellt uns immer noch ziemlich zufrieden." Relativ zum Freitag machte der MCL40 für beide Fahrer einen sehr guten Sprung in Sachen Balance. Beide fühlten sich deutlich sicherer, im Qualifying-Trimm die Limits auszuloten.
In Sachen montierter Teile hat man hier nichts verändert. Der am Freitag getestete und dann doch nicht eingesetzte neue Frontflügel blieb auch am Samstag in der Garage. Eben das Testprogramm im Training hatte McLaren am Freitag aber wertvolle Abstimmungs-Zeit gekostet. Mit den Daten aus Sprint-Qualifying und Sprint konnte man das aufholen.
McLaren bemerkt auffälligen Zeitverlust im Kanada-Qualifying
Damit ist das Qualifying eher repräsentativ dafür, wo der MCL40 aktuell steht. Nämlich ein bis zwei Zehntel hinter dem Mercedes als zweite Kraft. "Das ist sehr positiv, im Angesicht der Tatsache, dass wir noch nicht alles aus unseren Updates rausholen konnten", sieht es Norris positiv. "Es zeigt, dass gute Dinge auf uns warten, wenn wir die Dinge verstehen."
Das Unverständnis umfasst bei McLaren in Kanada aktuell allerdings nicht bloß den Frontflügel. "Wir müssen untersuchen, warum wir auf den Geraden relativ zu unserem engsten Mittbewerber Zeit verlieren", hebt Teamchef Andrea Stella nach dem Qualifying hervor. Norris verlor auf seiner besten Runde praktisch seine ganze Zeit auf Russell nur auf zwei Geraden. Zwischen Kurve 7 und 8, sowie auf der langen Geraden hin zur letzten Schikane.
Solche Auffälligkeiten bei zwei Teams mit der gleichen Power Unit von Mercedes rücken 2026 sofort wieder in den Fokus. Hat McLaren in Kanada diesmal einen Kniff bei der Taktik beim Energie-Management verschlafen? Zur Erinnerung: Wie genau man die Batterie lädt und entlädt liegt immer in der Hand des Teams, nicht des Motorlieferanten.
Polesetter George Russell tat sich im Qualifying gar nicht einmal so leicht, diese Pole auch einzufahren. In einem Hundertstelduell schlägt er aber einmal mehr an diesem Wochenende Kimi Antonelli - diesmal auf den letzten Drücker. Das sagt er dazu:



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