Nico Hülkenberg zählt unter den Formel-1-Fahrern eigentlich nicht zu jenen, die für ihre Emotionsausbrüche bekannt sind - auch nicht am Boxenfunk. Doch nach dem Ende von Q2 beim Qualifying in Kanada entfuhr ihm dann doch ein Kraftausdruck: "F*** diesen elften Platz. Ich habe es satt", schimpfte der Audi-Pilot.
Zuvor war Hülkenberg von seinem Renningenieur Steven Petrik mitgeteilt worden, dass er wieder einmal knapp am Aufstieg ins entscheidende Qualifying-Segment gescheitert war. Ganze 0,029 Sekunden trennten den Emmericher von Franco Colapinto auf P10. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison.
6 von 8: Nico Hülkenberg ist der ewige Elfte in der Formel 1 2026
Bei insgesamt acht Qualifying-Sessions in dieser Saison (inklusive Sprint-Qualifying) landete Hülkenberg damit sage und schreibe sechsmal auf der undankbaren elften Position und verpasste damit haarscharf Q3. Doch damit nicht genug: Bei seinen bisher einzigen Zielankünften in dieser Saison in einem Rennen landete er ebenfalls beide Male auf Rang 11 und war damit der erste Fahrer, der punktelos blieb.
Nach seiner Ankunft im Parc Ferme hatte sich der kurze Frustanfall schon wieder gelegt. "Nichtsdestotrotz ein gutes Qualifying, denke ich. Es ist im Moment nur leider einfach nicht genug", behauptete Hülkenberg. Im Interview bei ServusTV ergänzte der Formel-1-Routinier: "Saubere Runden von meiner Seite aus, finde ich. Ich bin eigentlich zufrieden mit dem, was wir produziert haben."
Allerdings scheint er bei dieser Analyse seine zweite von drei schnellen Runden in Q2 zu vergessen. Denn in dieser stellte er einen persönlich schnellsten ersten und zweiten Sektor auf, nur um dann vor der letzten Schikane den rechten Vorderreifen zu blockieren und in den Notausgang zu müssen.
Seine schnellste vollständige Runde komplettierte er anschließend im nächsten Versuch auf denselben Reifen. In Summe büßte Hülkenberg in dieser Runde 0,077 Sekunden bis zum Ende von Sektor 2 auf seinen vorherigen Versuch ein. Hätte er einen vergleichbar schnellen letzten Sektor zwei Runden vorher hinbekommen, wäre der Q3-Fluch endlich gebrochen gewesen.
Gabriel Bortoleto nach Q2-Aus unzufrieden
Nicht nur Hülkenberg scheiterte in Montreal in Q2 an der entscheidenden Marke von Franco Colapinto, sondern auch Gabriel Bortoleto. Dem Brasilianer fehlten auf P13 aber bereits mehr als zwei Zehntelsekunden.
Er gab sich nach der Qualifikation genervt von allem. "Um ehrlich zu sein, bin ich unglücklich mit der Session", so Bortoleto deutlich. "Ich bin unglücklich mit der Balance und damit, wie ich gefahren bin. Ich denke nicht, dass wir heute alles maximiert haben. Das ist die Wahrheit", begründete der aktuelle WM-15. seinen Unmut.
Dabei machte sich neben der Fahrzeugabstimmung auch ein altbekanntes Problem wieder bemerkbar. "Heute hatte ich überall Quersteher, ich hatte kein Vertrauen in die Bremse und dann waren die Schaltvorgänge nach unten immer sehr holprig." Letzteres zieht sich schon wie ein roter Faden durch die Saison der Neueinsteiger aus Neuburg an der Donau. Genauso wie natürlich auch die bescheidenen Starts. Beides sind Probleme, für die es keine kurzfristigen Lösungen gibt.



diese Formel 1 Nachricht