Die Formel 1 macht im April wegen der Absage zweier Rennen Pause. Die Chance, um sich vom Frust über die neuen Regeln mit GT3-Ausflügen abzulenken? Etwas überraschend trifft das nicht nur auf Nürburgring-Junkie Max Verstappen zu. Mit Lance Stroll wagt jetzt der zweite F1-Pilot einen Ausflug in den Sportwagen-Sport.
Stroll hatte direkt am Mittwoch nach dem Japan-GP schon auf Instagram mit einer unerwarteten Story von einem augenscheinlichen Test in einem Aston Martin Vantage GT3 auf dem Nürburgring plötzlich für Aufsehen gesorgt. Einen Tag später bestätigte Aston Martin per Presseaussendung prompt, dass Stroll nur eineinhalb Wochen später sein erstes GT3-Rennen fahren wird.
Stroll startet allerdings nicht auf der Nordschleife. Dafür müsste er auch erst den mehrstufigen Permit-Prozess durchlaufen, um dort überhaupt eine Starterlaubnis zu erhalten. Stattdessen wählt Stroll einen einfacheren Weg in den GT3-Sport. Am 11. April wird er beim ersten Saisonlauf der GT World Challenge Europe auf dem Circuit Paul Ricard in Frankreich antreten.
Lance Stroll mit Ex-F1-Piloten & einem Alonso-Protege als Teamkollegen
Die GT World Challenge ist seit Jahren faktisch die Hauptserie des GT3-Sports. Ganze 59 GT3-Autos sind für das sechsstündige Rennen in Paul Ricard gemeldet. 18 davon, darunter der von Comtoyou Racing eingesetzte Aston Martin Vantage von Stroll mit seiner F1-Startnummer 18, starten in der PRO-Klasse mit vollständiger Profi-Besetzung (Starterliste 6 Stunden Paul Ricard als PDF).

Strolls Teamkollegen könnten F1-Fans dabei auch bekannt vorkommen. Zum einen ist es der 35-jährige Spanier Roberto Merhi. Er startete 2015 in 13 F1-Rennen für das Hinterbänkler-Team Marussia. Seitdem verbrachte er viel Zeit im Sportwagen-Sport und in der japanischen Super GT. Dritter im Bunde ist mit Mari Boya ein 21-jähriger Spanier aus dem Aston-Martin-F1-Nachwuchsprogramm. Aktuell fährt Boya in der Formel 2, letztes Jahr war er Formel-3-Dritter. Er wird auch von Fernando Alonso unterstützt.
Stroll, Merhi und Boya treffen auf ein starkes Feld voller GT3-Profis. Darunter auch auf Max Verstappens GT3-Team, zwar ohne den vierfachen Weltmeister, aber dafür mit seinen Teamkollegen für das kommende24h-Rennen auf dem Nürburgring. Mercedes #3 wird wie zuletzt in der NLS von Dani Juncadella und Jules Gounon bewegt, sie ergänzt diesmal Verstappens Simracing-Protege Chris Lulham.
Zu anderen nennenswerten Starter zählt natürlich MotoGP-Legende Valentino Rossi im WRT-BMW M4 GT3 #46 (mit Max Hesse und Dan Harper). Mit Mirko Bortolotti im GRT-Lamborghini Temerario GT3 #63 (mit Maximilian Paul und Franck Pereira) und Thomas Preining im Lionspeed-Porsche #80 (mit Bastian Buus und Ricardo Feller) stehen ehemalige DTM-Meister am Start, und für F1-Fans mag noch der AF-Corse-Ferrari 296 GT3 #50 mit Charles Leclercs Bruder Arthur nennenswert sein.
Lance Stroll in Paul Ricard zurück im Langstrecken-Sport
Dass ausgerechnet Lance Stroll nun eine GT3-Exkursion wagt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so überraschend. Natürlich, in der modernen Formel 1 gibt es eigentlich keine Fahrer, die nebenher in anderen Rennserien starten. Abgesehen vom dicht gedrängten Kalender ist es ihnen auch vertraglich nicht erlaubt. Gerade deshalb erhielt Verstappen in den letzten Monaten für sein Abenteuer auf der Nürburgring Nordschleife so viel Publicity.
Für Stroll ist es vertraglich sicherlich einfacher, so einen Ausflug auszuhandeln. Schließlich ist der Mann hinter dem F1-Team von Aston Martin, für welches er seit 2019 durchgehend fährt, sein Vater Lawrence. Dass er abseits der F1 antritt überrascht daher auch nicht. Stroll war in den letzten Monaten sehr klar, was seine Unzufriedenheit mit dem neuen Reglement anging. Und dass er sich an einem sechsstündigen Sportwagenrennen versucht, ist eigentlich auch keine Überraschung.
2017 fuhr er schon zum ersten Mal bei den 24 Stunden von Daytona und wurde zusammen mit Alex Wurz, Brendon Hartley und Andy Priaulx Fünfter. Obwohl er danach schon in der Formel 1 fuhr, kehrte Stroll 2018 noch einmal zurück. Für Jota holte er zusammen mit Felix Rosenqvist, Robin Frijns und dem heutigen Verstappen-Teamkollegen Dani Juncadella Platz 15. In der Formel 1 hat Stroll 2026 in einem durch Motorprobleme unterlegenen Aston Martin noch kein Rennen geschafft.



diese Formel 1 Nachricht