Die Aprilpause gibt den Formel-1-Piloten die ungewöhnliche Gelegenheit, während der laufenden Saison einmal über einen Monat zu verschnaufen oder in einer anderen Rennsport-Kategorie an den Start zu gehen. Max Verstappen nutzt das ja, um sich in der NLS erneut auf die Nordschleife einzuschießen und auch Lance Stroll geht mit dem GT3-Auto auf die Langstrecke.
Der Aston-Martin-Pilot, bei dem sich angesichts der Unterlegenheit seines Boliden nach drei Rennen sehr viel Frust angestaut hat, nimmt an diesem Wochenende am 6-Stunden-Rennen der GT World Challenge Europe auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet teil. Selbstverständlich in einem Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO, dem aktuellen GT-Boliden seiner Marke.
Lance Stroll: Wenn alles zusammenpasst, ist der Sieg möglich
Obwohl er in der Pro-Klasse an den Start geht, wird der Formel-1-Pilot mangels GT-Erfahrung nicht in den Kreis der Sieganwärter gezählt. Dennoch gibt er sich vor dem Rennwochenende optimistisch und glaubt an eine Chance auf den Gesamtsieg.
Gegenüber Motorsport.com meinte er: "Hier ist es sehr konkurrenzfähig. Selbst wenn es unser erstes Mal ist und es uns an Erfahrung mangelt, falls alles zusammenpasst – gutes Setup und gutes Gefühl – dann ist es möglich zu gewinnen." Eine optimistische Ansage, vor allem wenn man das stark besetzte Feld bei dem ersten Rennen der Langstrecken-Meisterschaft betrachtet.
Doch Stroll spielt mit seiner Aussage nicht nur auf sich selbst an, sondern will damit vor allem verdeutlichen, was den GT3-Sport mit seinen mithilfe einer BoP (Balance of Performance) aneinander angeglichenen Autos grundlegend von der Formel 1 unterscheidet. "In der Formel 1 hat man nicht immer die Möglichkeit zu gewinnen."
Sein primäres Ziel sei deshalb mitnichten ein Sieg, sondern einfach Spaß zu haben. Aber die Hoffnung, doch irgendwie den arrivierten GT-Fahrern ein Schnippchen zu schlagen, will er nicht aufgeben. "[Dass Gewinnen möglich ist], ist eine große Motivation für mich, hier zu sein. In der Formel 1 existiert das so nicht wirklich."
Lance Stroll sprach vor GT3-Einstand mit Max Verstappen
Entstanden soll die Idee für den Rennstart beim GP-Wochenende in Japan sein, wo Stroll gemeinsam mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Roberto Merhi darüber gesprochen hatte. Merhi verfügt über viel Erfahrung in GT3-Autos. In der japanischen Super-GT-Serie stand er in den letzten vier Jahren in der GT300-Klasse in einem Ferrari 296 GT3 am Start. 2026 verlor er sein Cockpit in Japan. Der dritte im Bunde auf dem Aston Martin von Comtoyou Racing ist Formel-2-Pilot Mari Boya, der auch noch keinen GT3-Start zu Buche stehen hat.
Auch Max Verstappen war einer der Ansprechpartner von Lance Stroll in Suzuka. "Wir haben darüber geredet, wen man kontaktieren könnte. Da er bereits im GT3-Rennsport involviert ist, diskutierten wir ein bisschen darüber", erklärte Stroll dieses Gespräch. Eine deshalb erwähnenswerte Anekdote, da Stroll und Verstappen bekanntermaßen nicht die besten Freunde sind. So hatte Verstappen den jetzigen Aston-Piloten 2020 einst nach einem Unfall in Portugal wüst beschimpft.
Zumindest die Freude am Sportwagen-Fahren eint die beiden aber offenbar. "Jeder fährt gerne GT3-Autos – sie machen Spaß", so Stroll. Das Rennen auf dem Circuit Paul Ricard muss nicht sein letzter Sportwagen-Auftritt 2026 gewesen sein. Ganz im Gegenteil. "Wenn ich mich körperlich und mental gut fühle, ja. Dann würde ich gerne mehr Rennen in diesem Jahr fahren", sagte Stroll. In Le Castellet befindet sich übrigens auch Verstappen, der als Teamboss seines eigenen Rennstalles in dieser Woche bereits im Paddock zugegen war.
Bereits am Mittwoch nahm das Programm vor dem ersten Endurance-Rennen der GT-Meisterschaft mit dem Prolog Fahrt auf, ehe am heutigen Freitag die ersten Trainings über die Bühne gehen. Das Rennen beginnt am Samstag um 18 Uhr und geht über eine Dauer von sechs Stunden. Die Zielflagge wird also um Mitternacht geschwenkt. Gemeldet sind auch einige der besten und bekanntesten GT3-Fahrer der Welt. Darunter DTM-Größen wie Thomas Preining, Mirko Bortolotti, Kelvin van der Linde oder Lucas Auer. Auch WEC-Topfahrer wie Raffaele Marciello, Dries Vanthoor oder Nicklas Nielsen sind mit dabei. Hier die komplette Starterliste:
GT World Challenge Europe, Paul Ricard: Die Starterliste (Pro-Klasse)
| Nummer | Team | Fahrer | Auto |
|---|---|---|---|
| 2 | Boutsen VDS | Boccolacci/Picariello/Schuring | Porsche 911 GT3 R EVO |
| 3 | Mercedes - AMG Team Verstappen Racing | Lulham/Juncadella/Gounon | Mercedes-AMG GT3 EVO |
| 7 | Comtoyou Racing | Drudi/Sorensen/Thiim | Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO |
| 17 | Mercedes - AMG Team GetSpeed | Schiller/Gotz/Martin | Mercedes-AMG GT3 EVO |
| 18 | Comtoyou Racing | Stroll/Merhi/Boya | Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO |
| 32 | Team WRT | Weerts/Van Der Linde/Pepper | BMW M4 GT3 EVO |
| 34 | Walkenhorst Motorsport | Chaves/Krognes/Day | Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO |
| 46 | Team WRT | Hesse/Rossi/Harper | BMW M4 GT3 EVO |
| 48 | Mercedes - AMG Team MANN-FILTER | Auer/Engel/Stolz | Mercedes-AMG GT3 EVO |
| 50 | AF Corse | Leclerc/Gelael/Wadoux | Ferrari 296 GT3 EVO |
| 51 | AF Corse | Rovera/Nielsen/Mosca | Ferrari 296 GT3 EVO |
| 59 | Garage 59 | Kirchhofer/Macdonald/Loake | McLaren 720S GT3 EVO |
| 63 | TGI Team by GRT | Bortolotti/Paul/Perera | Lamborghini Temerario GT3 |
| 64 | HRT Ford Racing | Maini/Drouet/Scherer | Ford Mustang GT3 EVO |
| 80 | Lionspeed GP | Buus/Feller/Preining | Porsche 911 GT3 R EVO |
| 84 | Eastalent Racing | Reicher/Haase/Winkelhock | Audi R8 LMS GT3 EVO II |
| 96 | Rutronik Racing | Niederhauser/Engstler/Mapelli | Lamborghini Temerario GT3 |
| 98 | Rowe Racing | Farfus/Marciello/Dennis | BMW M4 GT3 EVO |
Die vollständige Starterliste inklusive der anderen Klassen findet ihr hier:



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