Der Rennkalender der Formel 1 könnte sich ein weiteres Mal verändern. Nachdem Madrid in dieser Saison als neuer Grand Prix hinzukommt, Portugal ein Jahr später folgt und Barcelona und Spa ab 2027 im Rahmen eines Rotationsdeals ausgetragen werden, kursiert nun das Gerücht über eine mögliche Rückkehr der Königsklasse nach Istanbul.

"Die Türkei ist noch nicht hundertprozentig dabei", versuchte Formel-1-CEO Stefano Domenicali bei den Testfahrten in Bahrain die Gerüchte zwar zu beschwichtigen, doch komplett ausschließen wollte er die Option nicht. "Bleibt gespannt", ließ er lediglich verlauten.

Türkei GP als 25. Rennen im Kalender?

Sollte die Türkei 2027 tatsächlich in den F1-Kalender zurückkehren, müsste ein aktueller Grand Prix - wie bereits Barcelona und Spa - einen Rotationsdeal eingehen. Denn ein weiteres Rennen kommt für die Formel 1 nicht infrage. "Was die Anzahl angeht, bleibe ich bei 24", betont Domenicali. "Aber wir werden diese Zahl so handhaben, dass wir gegebenenfalls in Zukunft andere Varianten ermöglichen."

Viele Länder sind am F1-Rennkalender interessiert, doch die Türkei ist eines der wenigen, das eine permanente Rennstrecke vorweisen kann. "Die neuen Strecken, die kommen, sind permanent. Keine Straßenrennen. Es sind Strecken mit Geschichte", erklärte Domenicali.

Von 2005 bis 2011 war Istanbul bereits Teil des Rennkalenders. Während der Corona-Pandemie kehrte die Formel 1 für ein kurzes Intermezzo wieder auf den 5,338 km langen Istanbul Park Circuit zurück. Danach verschwand das Rennen, das in der Pandemie als Ersatz für den Kanada GP fungierte, wieder von der Bildfläche.

Nicht nur die Türkei hegt Formel-1-Ambitionen

Durch die Aussage von Domenicali rückt auch ein Projekt in Saudi-Arabien wieder stärker in den Fokus: Die seit 2019 geplante zweite Rennstrecke in Qiddiya erscheint wieder realistischer. Die Mega-City westlich der Stadt Riad sollte nach Stand 2024 erstmals 2027 Gastgeber eines Formel-1-Grand-Prix werden. Falls die Strecke tatsächlich rechtzeitig fertig wird, ist unklar, was mit der "Übergangslösung" Jeddah passiert.

Ruanda bemüht sich darum, die Formel 1 wieder nach Afrika zu bringen. Dafür entsteht außerhalb der Hauptstadt Kigali sogar eine eigene Rennstrecke, designt von Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz. Die Bewerbung wurde zwar auf internationaler Ebene offiziell bestätigt, seither ist es jedoch ruhig um das Projekt geworden.

Ruhig ist es auch um den Hockenheimring. Deutschland bekundet seit einiger Zeit, dass es gerne ein Comeback im Formel-1-Kalender feiern würden. Domenicali bestätigte eine Anfrage seitens des Hockenheimrings und stellte gleichzeitig klar, dass es zuvor eine wirtschaftlich tragfähige Lösung geben muss. Südafrika, Südkorea und Argentinien scheiterten an dieser finanziellen Hürde.

Auch Thailand möchte die Formel 1 zu sich holen. Schon 2024 traf sich Domenicali mit der Staatsspitze des Landes, um über ein mögliches Straßenrennen in Bangkok zu sprechen. Ob ein weiteres Stadtrennen in den Kalender aufgenommen wird, ist jedoch nach den Aussagen des Formel-1-Chefs in Bahrain fraglich.

F1 2026 - Bahrain-Bilanz: Tops & Flops der letzten Testwoche (48:43 Min.)