Rein auf den Ergebnis-Listen der ersten Formel-1-Tests basierend sieht es für Cadillac kurz vor dem ersten Grand Prix der Team-Geschichte nicht gut aus. Die Neueinsteiger hatten im Winter viele Probleme, fuhren nur wenig, und wenn sie fuhren, dann fuhren sie langsam. Deshalb eine negative Bilanz zu ziehen ist für das Team aber völlig daneben.

"Wir haben unser Programm abgearbeitet und hatten keine großen Probleme", versichert Teamchef Graeme Lowdon gegen Ende der letzten Test-Woche in Bahrain. "Nur kleine Probleme, die jeder im Fahrerlager schon hatte. Ich bin sehr happy damit, wie das Team zusammenarbeitet. Wir haben viele erfahrene Leute, aber bei Cadillac arbeiten sie alle seit weniger als 12 Monaten zusammen."

Deshalb ist die magere Kilometer-Anzahl von 3.930 in Cadillacs Augen kein Drama. Obwohl es über 300 Kilometer weniger sind als Williams, die ein Drittel des offiziellen Test-Programms ausgelassen haben. Obwohl Cadillac das einzige Team ist, das alle neun möglichen Tage fuhr und dabei unter 4.000 Kilometer blieb, über 2.000 weniger als die besten Teams.

Die Probleme von Cadillac während der Formel-1-Tests 2026

FahrerWann?Problem
PerezBahrain 1, DO vorm.Gaspedal-Setup
BottasBahrain 1, DO nachm.Teile verloren
BottasBahrain 1, FR vorm.ausgerollt
PerezBahrain 2, MI vorm.Sensor-Problem
PerezBahrain 2, MI vorm.Telemetrie-Verlust
BottasBahrain 2, DO vorm.Messgerät-Montage

Viele der Gründe, warum Cadillac nicht fuhr, stellen sich aber als Nichtigkeiten heraus. Kleinigkeiten, die einfach dazugehören bei einem von Grund auf neuem Team und die schon bald nicht mehr passieren werden, ist man überzeugt. Das ändert zugleich nichts daran, dass das Auto - wenn es denn auf der Strecke war - nicht schnell war.

Sergio Perez schwört: Erster F1-Cadillac fährt sich gut

3,298 Sekunden langsamer als die absolute Bestzeit war die beste Cadillac-Zeit am Ende der zwei Bahrain-Testwochen. Schneller als Aston Martin war man zwar, aber ob das tatsächlich eine Reflektion der absoluten Pace ist, ist fraglich, da Aston Martin über die letzte Woche hinweg immer mehr technische Probleme bekam und immer weniger Runden fuhr.

Alle anderen F1-Teams sind klar voran. Die beste Zeit von Williams war bereits fast eine Sekunde schneller. Alle anderen waren noch weiter weg. Im Renn-Trimm sah es noch deutlicher aus. Da verlor der Cadillac gemessen an anderen Mittelfeld-Teams schon zwei Sekunden. Auf die Spitze ging die Tendenz in Richtung vier.

Doch Sergio Perez will das nicht überbewerten. Das reine Fahrgefühl ist laut ihm nämlich gar kein Problem: "Die Balance des Autos fühlt sich gut an. Wir müssen nur da rausgehen und Abtrieb finden. Und als neues Team dauert es eben eine Weile, um alle Abteilungen in Fahrt zu bringen."

F1 2026 - Bahrain-Bilanz: Tops & Flops der letzten Testwoche (48:43 Min.)

Ein Auto, das so reagiert, wie es der Fahrer erwartet, aber einfach nicht genügend Abtrieb hat, ist bei weitem nicht so schlimm wie ein Auto, das Fahrer und Team nicht verstehen. Der erste Cadillac war auch recht früh fertig, ist also noch in einem recht frühen Stadium der Entwicklung. Bei einem neuen Team ist es da nur verständlich, dass dann das Aero-Design verglichen mit anderen sich auf einem rudimentären Stand befindet.

Erstes Cadillac-Ziel nicht Entwickeln - sondern Entwickeln lernen

"Die Herausforderung wird sein, die anderen Teams jetzt auszuentwickeln", weiß Perez. Das kann bei einem noch nicht eingespielten Team einfach nicht sofort funktionieren: "Es geht für das erste Halbjahr nur um die Grundlagen. Ein Team aufzustellen, um ein Auto so schnell wie möglich zu entwickeln. Hoffentlich lernen wir das schnell und holen sehr bald auf."

Daher ist das Test-Ergebnis für Perez gar kein Grund, sich Sorgen zu machen: "Mit jedem Test verbessern wir uns ein gutes Stück, fahren mehr Kilometer, das ist das Wichtigste für uns. Wir wussten, es würde ein harter Start werden. Jetzt geht es darum, wie wir weitermachen."

Entwickelt wird bei Cadillac nicht nur das technische Personal - auch in Sachen Fahrer der Zukunft wird gearbeitet. IndyCar-Pilot Colton Herta steigt dieses Jahr in die Formel 2 ein. Cadillac-F1-CEO Dan Towriss erklärt im folgenden Artikel die Zielsetzung für ihn: