Die Testfahrten sind vorbei, aber was die Formel 1 auf der Suche nach dem Favoriten für das erste Rennen 2026 umtreibt, sind nicht bloß Rundenzeiten. Starts haben sich in Bahrain als große Problemquelle hervorgetan, zumindest für manche Teams. Die Fahrer von Mercedes-Motoren klingen nach wie vor nicht zuversichtlich.
Die eigenartigen Anforderungen der neuen Power Units am Start sind seit Tagen ganz großes Thema im Fahrerlager. Dass Fahrer mancher Hersteller zehn Sekunden die Motoren hochdrehen müssen, um den Turbo auf Touren zu bekommen, und dass es danach immer noch sehr schwierig ist, wenn beim Losfahren dann das Hybrid-System erst nachträglich sich einschaltet.
Das dadurch nun sehr lange Startprozedere verlangt einen sehr präzisen Ablauf, den viele bei den Startübungen in Bahrain nicht im Griff hatten. "Es ist momentan einfach beliebig", meint McLaren-Pilot Oscar Piastri. "Wir lernen alle gerade, was gute Starts brauchen, was schlechte Starts auslöst, und womit du dich in Schieflage bringst."
Ferrari-Vorteil, Mercedes-Nachteil? George Russell sieht so keine Siege
"Momentan sehen wir ein paar Leute, die manche Dinge richtig machen, andere machen Dinge falsch", hält Piastri fest. Die Ferrari-Motoren hoben sich in den letzten Tagen mit Raketenstarts hier positiv vom Feld ab, wohl weil ihr kleinerer Turbo beim Start-Prozess einfacher zu handhaben ist. So ahnte auch Charles Leclerc am Donnerstag bereits einen Vorteil.
Die konstant starken Starts von Ferrari treiben der Konkurrenz langsam den Schweiß auf die Stirn. "Um ein Rennen zu gewinnen, musst du von der Linie wegkommen, und meine zwei Starts diese Woche waren denke ich schlimmer als der schlechteste Start meiner F1-Karriere", analysiert George Russell am Freitagmittag.
"Und Lewis [Hamilton] schoss von P11 vor auf P1!", macht Russell Alarm. Eine leichte Überdramatisierung des gemeinsamen Probestarts vom Donnerstagabend, aber nur leicht. Hamilton war als fünftes Auto losgefahren, aber da die Fahrer vorne jede zweite Startreihe freigelassen hatten, hatte er tatsächlich die elfte Startbox belegt.
Zeigte letzter Test-Start Fortschritt bei Mercedes?
Hamilton überholte also zwar keine elf Autos, aber er absolvierte sehr wohl die vom elften Startplatz aus nötige Distanz, um sich bis zur ersten Kurve neben dem aus der ersten Reihe losgefahrenen Kimi Antonelli zu setzen. "An dem Punkt spielt es keine Rolle, wie schnell du bist", warnt Russell. "Du stolperst über die größte Hürde."
"Das versuchen wir derzeit zu verstehen, und da stolpern wir gerade", räumt Russell ein. Positiv mag ihn da vier Stunden später der letzte gemeinsame Probestart am Freitagabend gestimmt haben. Bei dem fuhr er von ganz vorn los, Charles Leclerc im Ferrari von zwei Plätzen weiter hinten. Der Ferrari schloss immer noch schnell auf, aber nicht rechtzeitig bis zur ersten Kurve.
Langsam scheinen die Mercedes-Teams also Antworten zu finden. "Ich denke, meiner gestern war nicht zu schlimm, ich war auch Letzter und bin dann an so vier Autos vorbeigefahren", meint Piastri. "Jedenfalls könnten wir in den ersten paar Rennen einige Starts haben, die so aussehen wie die von dieser Woche, aber ich denke, das wird sich hoffentlich recht schnell einpendeln."
Aston Martin würde sich wohl freuen, wenn man es überhaupt bis zu diesen Probestarts am Ende jeder Session aufs Grid geschafft hätte. Der letzte Tag ist ein letztes, völliges Desaster mit nur sechs Runden. Mehr dazu gibt es hier:



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