Der Auftakt zum inoffiziellen Formel-1-Test in der kommenden Woche findet ohne Weltmeister McLaren statt. Der Rennstall aus Woking hat sein Auto für die Formel-1-Saison 2026 noch nicht fertig, wie Teamchef Andrea Stella erklärte. "Das war aber immer Plan A", sagte er zu Motorsport-Magazin.com.
Hintergrund ist ein spezielles Format beim 'Pre-Season Private Collective Test', wie der inoffizielle Test in Barcelona auch bezeichnet wird. Jedes Team kann sich individuell von Montag bis Freitag (26.01. – 30.01.) drei Tage aussuchen, an denen es fährt.
"Wir planen, entweder an Tag zwei oder Tag drei in den Test einzusteigen", verriet Stella. "Wir wollten uns so viel Zeit wie möglich für die Entwicklung geben. Jeder Entwicklungstag bringt ein kleines bisschen Performance."
Diese Problematik umgehen viele Konkurrenten, indem sie schon beim Bahrain-Test oder in Melbourne eine B-Spezifikation bringen. McLaren hat sich beim MCL40 dagegen entschieden. "Das, was wir in Barcelona zeigen, wird wohl das sein, was wir auch zum ersten Rennen bringen", sagt Chef-Designer Rob Marshall, der extreme Zeitpläne aus seiner Zeit bei Red Bull unter Adrian Newey gewöhnt ist.
McLaren entscheidet gegen frühe B-Spec
"Wir werden viel Arbeit reinstecken, das Auto zu verstehen. Es ist besser, unsere Plattform zu verstehen, bevor wir schon mit dem Redesign anfangen, ehe es wirklich gefahren ist", meint Marhsall. "Wir müssen uns auch ansehen, was die Konkurrenz gebracht hat und müssen uns von dem inspirieren lassen, was sie geschafft oder auch nicht geschafft haben."
Zu spät begann McLaren mit der Entwicklung des Autos nicht. Obwohl man bis zum letzten Rennen um die Fahrerweltmeisterschaft kämpfen musste, hatte man die Weiterentwicklung des MCL39 früh eingestellt und mit dem 2026er Boliden begonnen.
McLaren fährt mit dem späten Testbeginn gegen den Trend. Audi ging bereits am 9. Januar für einen Filmtag auf die Strecke. Auch Cadillac, Alpine und die Racing Bulls legten schon erste Kilometer zurück, andere Teams ziehen noch nach.
Audi legte nicht nur schon erste Kilometer zurück, Audi präsentierte auch – spektakulär in Berlin. Aber nach der Präsentation gibt es mehr Fragen als Antworten…
Dabei geht es vor allem darum, gröbere Probleme zu erkennen, um sie dann bis zum Teststart aussortieren zu können. "Wenn man frühzeitig auf die Strecke geht, hat man die Gewissheit, das, was man wissen muss, so früh wie möglich zu wissen", gesteht Stella. "Gleichzeitig musste man sich dafür eben schon früh auf ein Design festlegen. Man geht dafür einen Kompromiss gegen Entwicklungszeit und ultimative Perfomance ein."
Für McLaren ist das Risiko kalkulierbar, weil das Auto derzeit in Graz bei AVL auf dem Prüfstand steht. Dabei kann bereits das komplette Auto samt Motor und Getriebe getestet werden, lediglich die aerodynamischen Komponenten dürfen laut Reglement nicht angebracht werden. So können die Teams schon vor den ersten echten Kilometern gröbere Probleme aussortieren.
Audi war einen Tag zuvor auf dem Gesamtfahrzeugprüfstand von AVL. Was macht den Prüfstand so besonders? Wir haben bei unserem Versuch des Simulators auch einen Blick hinter die dicken Glaswände des Prüfstands gewagt.
Die Fans müssen immerhin nicht bis Testtag zwei oder drei warten. Pünktlich zum Testauftakt am Montag wird McLaren zumindest Computer-animierte Bilder des MCL40 in der Testlackierung veröffentlicht. Das Teaserbild verrät dabei noch nichts:




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