Nach Red Bull und den Racing Bulls hat nun auch Haas sein Auto für die Formel-1-Saison 2026 präsentiert. Wie bei Junior- und Senior-Bullen gibt es auch von Haas noch kein echtes Auto zu sehen, sondern lediglich Computer-generierte Bilder, sogenannte Renderings.

Alle Bilder & Infos zur Haas-Präsentation gibt's hier:

Die Formel 1 liebt es, Technik-Geheimnisse zu verbergen. Dafür sind die Renderings prädestiniert. Die Konkurrenz in die Irre zu leiten, kostet hier nur ein paar Mausklicks. Richtige "Fälschungen" sind selten, meist nutzen die Teams uralte Entwicklungsstufen, um nicht zu viel zu verraten. Wir wollen Haas nichts unterstellen, aber Renderings sind mit Vorsicht zu genießen.

Lässt man diese Vorsicht außenvor, gibt der Haas VF-26 einen Ausblick auf den Ferrari SF-26, der am Freitag in Fiorano enthüllt wird. Haas kauft nicht nur Motor und Getriebekasette bei Ferrari, sondern auch das Getriebegehäuse samt Hinterachse und die komplette Vorderachse.

Ferrari baut Vorderachse wieder um

Während Haas 2025 auf die Ferrari-Vorderachse von 2024 setzte, muss der US-Rennstall in dieser Saison mit der aktuellen Entwicklungsstufe aus Maranello fahren. Im ersten Jahr des neuen Reglements gibt es keine passende Vorjahres-Version.

Vorderachse des Formel-1-Autos Haas VF-26 auf Computer-generierten Bildern
Gut zu erkennen: Druckstreben der Vorderachse, Foto: Haas F1

Insofern bestätigt der Haas die Gerüchte aus Italien, dass Ferrari zur Saison 2026 wieder zu Druckstreben an der Vorderachse zurückkehrt. 2025, im letzten Jahr des alten Reglements, war Ferrari auf den Technik-Trend der Ground-Effekt-Ära aufgesprungen und wechselte auf Zugstreben. Ob die schwache Saison ohne Sieg nur darauf zurückzuführen ist, bleibt fraglich. Der erhoffte Durchbruch war es jedenfalls nicht.

Weil auch die Red-Bull-Renderings Druckstreben an der Vorderachse zeigten, scheint sich der Aufhängungs-Trend 2026 umzukehren. Strukturell und kinematisch bevorzugen die Ingenieure Druckstreben vorne, der Trend der jüngeren Vergangenheit ging von der Aerodynamik aus.

Weil das Mindestgewicht in dieser Saison um 30 Kilogramm herabgesetzt wird, dürften die Teams große Probleme haben, das Limit zu erreichen. Auch das könnte 2026 für die Druckstrebe sprechen.

Was macht Ferrari 2026 an der Hinterachse?

An der Hinterachse war Ferrari der einzige Hersteller, der 2025 noch auf Zugstreben setzte. Der Rest des Feldes hatte im Laufe des letzten Regel-Zyklus' auf Druckstreben umgestellt. Hier liefert der Haas noch keine wirklichen Erkenntnisse.

Hinterachse des Formel-1-Autos Haas VF-26 aus einem Computer-generierten Bild
Die Bilder können das Rätsel noch nicht lösen, Foto: Haas F1

Die Aufnahmewinkel sind ungünstig, die Bildauflösung ist nicht hoch genug, um hundertprozentig sagen zu können, auf welches Pferd Ferrari hier setzt. Manche Experten sehen Druckstreben, andere Zugstreben.

Die Gerüchteküche aus Italien, die den Druckstreben-Trend an der Vorderachse schon richtig vorhergesagt hatte, antizipierte an der Hinterachse einen Wechsel auf Druckstreben. Die Auflösung gibt es dann wohl am Freitag.

Ferrari veröffentlicht dann nicht nur Renderings, sondern geht mit dem SF-26 schon auf die Strecke. Neben den offiziellen Ferrari-Fotografen werden dann auch wieder hunderte Schaulustige versuchen, von der Brücke über die Bundesstraße Richtung Maranello einen Blick auf die Ferrari-Teststrecke in Fiorano zu erhaschen.

Nicht nur auf die neue Rote Göttin müssen die Tifosi noch warten, auch auf den Nachfolger von Riccardo Adami als Renningenieur von Lewis Hamilton: