Mit einem neuen Reglement in der Formel 1 geht immer die Frage einher: Welches Team findet ein Schlupfloch und damit den entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz? Gerüchten zufolge sollen es dieses Mal Mercedes und auch Red Bull Powertrains sein. Ihre Ingenieure sollen einen Trick gefunden haben, um das im Technischen Reglement festgelegte Verdichtungsverhältnis von 1:16 zu umgehen.
Das Verdichtungsverhältnis bezeichnet das Verhältnis des gesamten Zylinderraums vor der Verdichtung zum verbliebenen Raum nach der Verdichtung. Auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com erklärte Ben Hodgkinson: "Ich weiß, dass darüber in den Medien sehr viel berichtet wird. Ich werde mich daher lieber zurückhalten – auch, weil die Diskussionen noch nicht abgeschlossen sind." Damit spielte er auf die Forderungen von Ferrari, Honda und Audi nach einer Regelklarstellung seitens der FIA an.
Sie berufen sich auf Artikel C1.5 des Technischen Reglement, in dem es heißt, dass die Autos während des Wettbewerbs jederzeit in vollem Umfang den Vorschriften entsprechen müssen. Damit steht für die Konkurrenz fest, dass dies auch für das Verdichtungsverhältnis im Fahrbetrieb gelten muss. Damit wäre der mutmaßliche Trick von Mercedes und Red Bull Powertrains, der durch thermische Ausdehnung bestimmter Bauteile das Verdichtungsverhältnis im Fahrbetrieb auf 18:1 erhöht, nicht regelkonform.
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Performance-Vorteil? Viel Lärmt um nichts!
Allerdings ist im Reglement auch festgelegt, dass der Wert bei statischen Tests unter Umgebungstemperatur gemessen wird – was bedeuten würde, dass sich Mercedes und Red Bull Powertrains sich im Rahmen des Reglements bewegen. "Es gibt keinen Interpretationsspielraum. Die Vorschrift zum Verdichtungsverhältnisses besagt, dass es bei Umgebungstemperatur gemessen wird", stellte Hodgkinson klar. Dass man in Milton Keynes versucht habe, die Regel bis an die Grenze des Erlaubten auszureizen, sei normal.
"Ich wäre überrascht, wenn das nicht jeder macht. In jedem Zehntel steckt Leistung und jeder Hersteller wird versuchen, so nah wie möglich an 15,999 heranzukommen", betonte Hodgkinson. Für ihn ist die Diskussion um das Verdichtungsverhältnis viel Lärm um nichts. "Ich denke, einige Motorenhersteller sind nervös, dass bei bestimmten Teams möglicherweise clevere Ingenieurslösungen im Spiel sind. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, wie viel davon man ernst nehmen sollte. Ich mache das schon sehr lange - das ist fast nur Hintergrundrauschen. Man muss einfach sein eigenes Rennen fahren."



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