2026 ändert sich bekanntlich vieles an den Antriebseinheiten, den Fahrwerken und der Aerodynamik der Formel 1-Autos. "Wir fangen bei allem bei Null an – neue Reifen, neuer Kraftstoff, neuer Motor, neues Chassis, neues Reglement – einfach alles ist neu. Das ist eine ziemliche Herausforderung", ist sich Fred Vasseur bewusst. Das neue Reglement erfordert auch eine Anpassung des Budget Caps.
Die Budgetobergrenze, die 2021 eingeführt wurde, liegt ab 2026 bei 215 Millionen US-Dollar. Auch wenn die Budgetgrenze damit um 80 Millionen USD angehoben wurde, stehen die Teams vor der Herausforderung, die Autos über die Saison hinweg innerhalb des Budget Cap weiterzuentwickeln. Denn die Kosten für die Logistik, Entwicklung, Produktion sowie für Simulation und Testbetrieb fallen allesamt in das Budget Cap. "Das bedeutet, dass wir clever vorgehen müssen", sagt Vasseur.
Wann folgt welches Update? Clevere Strategie gefragt
"Wir müssen das Budget, das wir für die Updates haben, gut einsetzen. Natürlich gilt bei Updates: je früher, desto besser. Gleichzeitig muss man sich fragen, ob es Sinn macht, einen neuen Boden nach Japan oder China zu schicken oder mit vier oder fünf Updates in den ersten vier Rennen die Hälfte des Entwicklungsbudgets zu verbrauchen." Laut dem Ferrari-Teamchef braucht es eine klare Strategie, wann welche Updates an die Strecke gebracht werden. Er geht davon aus, dass einige Teams verstärkt im Windkanal entwickeln werden und mit größeren Updates bis zum Bahrain Grand Prix im April abwarten.
"Das sind alles Themen, mit denen wir uns befassen müssen. Wir müssen abwägen, was wir aus dem Windkanal herausholen können und wie hoch die Entwicklungskosten sind", so Vasseur. Was die Korrelation zwischen CFD, Windkanal und Strecke angeht, ist man bei Ferrari in den letzten Jahren zufrieden gewesen. "Es gab nie ein Problem", betont Vasseur. Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass das Team 2026 vor einer gänzlich anderen Herausforderung steht als in den Jahren zuvor, als das Reglement nahezu unverändert blieb.
Die FIA hat den Formel-1-Rennkalender für die Saison 2026 bestätigt. Imola fällt raus, dafür gibt es das Debüt in Madrid. Saisonauftakt erfolgt erneut in Melbourne:
"Ich denke, dass alle Teams eine Korrelationsschleife durchlaufen werden müssen. Das wird vermutlich eines der Themen sein, die beim ersten Test in Barcelona auf dem Tisch liegen werden. 2026 ist für alle ein unbekanntes Terrain", meint Vasseur. Neben den privaten Tests Ende Januar in Barcelona, stehen noch zwei weitere Testfahrten im Februar in Bahrain an. Neun Testtage bedeuten für die Teams auch ein verändertes Testprogramm, zum Vergleich: beim Regelumbruch 2022 waren es sechs Tage, danach nur mehr drei. "So viele Testtage sind wir gar nicht mehr gewohnt", scherzte Fred Vasseur.
Der Ferrari-Teamchef geht davon aus, dass die meisten Teams in Barcelona noch nicht alles aufdecken werden. Was er damit genau meint, erfährst du hier:



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