Ferrari gehört zu den sechs Formel-1-Teams, die sogar vor dem ersten gemeinsamen Test in Barcelona das brandneue Auto bereits für einen kurzen Shakedown ausgeführt haben. Dennoch bestätigt das Team am Rande der Präsentation des SF-26: Der Montag, der erste Tag der gemeinsamen Testfahrten, wird ohne die Scuderia stattfinden.

"Wir werden am Dienstag mit dem Test starten", verrät Teamchef Fred Vasseur. Probleme stecken da keine dahinter. Dieser erste Test in Barcelona heißt offiziell 'Pre-Season Private Collective Test' und hat ein ungewöhnliches Format. Er findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und dauert vom 26. bis 30. Januar. Jedes Team kann sich in diesem fünftägigen Zeitfenster drei Tage aussuchen. Mehr darf es nicht fahren.

Neben Ferrari hat auch McLaren bereits bestätigt, dass man frühestens am Dienstag antreten wird. Bei McLaren sind die Hintergründe klar: Der Autobau wird am absoluten Limit betrieben. Früher bekommen die Weltmeister den MCL40 voraussichtlich nicht fahrbereit.

Erste Ferrari-Ausfahrt problemlos - trotzdem verzögerter Test-Beginn

Ferrari hingegen hat sich ohne diesen Zeitdruck für einen Dienstags-Start entschieden. Der SF-26 fährt ja bereits. Am 23. Januar absolvierten erst Lewis Hamilton, dann Charles Leclerc je eine kurze Runde um die Hausstrecke der Scuderia in Fiorano. Ein Mini-Shakedown zum Check aller Systeme. Die Bilder davon gibt es hier:

"Wir haben den Demo-Tag so weit wie möglich hinausgezögert, um möglichst viel zu entwickeln", sagt Vasseur, doch er erinnert nur zu gerne, wie wichtig es ist, erst recht im Angesicht des neuen Motor-Reglements möglichst schnell möglichst viel Kilometer zu sammeln. Daher wollte Ferrari nur ungern bis in die Testwoche hinein das Auto bauen: "Von Beginn an ist denke ich die Zuverlässigkeit das Wichtigste."

"Deshalb sind wir heute sehr happy, dass wir keine Probleme hatten", so Vasseur. Nach der reibungslosen Fiorano-Ausfahrt wird der SF-26 am Dienstag wieder bewegt werden. Ob man am Mittwoch direkt weitermacht oder einen Tag pausiert, steht noch nicht fest. Es wird wohl davon abhängen, ob auch der Dienstag gut verläuft, und welche Probleme bei den ersten Fahrten über längere Distanzen auftreten mögen.

Erste 2026-Updates von Ferrari schon während der Testfahrten

Eines steht schließlich fest: Wegen der komplett neuen Regeln inklusive Motoren werden die Entwicklungssprünge der ersten Monate gigantisch sein. In Ferraris Fall wird das wohl schon im Laufe der Testfahrten in Updates resultieren. Womöglich mehr als bei den Konkurrenten, die ihre Autos noch nicht bewegt haben und sie erst in Barcelona erstmals auf die Strecke schicken.

"Eine gewisse Evolution wird es sicher geben", bestätigt Cheftechniker Loic Serra. "Die Entwicklung beginnt nicht mit Saisonstart, sie wird schon bei den Wintertests da sein." Wie groß der Umfang ist, will er nicht verraten. Aber der Ferrari fuhr mindestens vier Tage früher als beispielsweise der McLaren. Das sind vier Tage, in denen die Ferrari-Ingenieure bereits am ersten Update arbeiten.

McLaren verpasst Testauftakt - Mercedes W17 erinnert an Ferrari (14:18 Min.)

Für Updates ist aber sowieso viel Zeit da. Nach der Barcelona-Woche (26. bis 30. Januar) folgt eine kurze Pause, dann geht es mit den regulären Testfahrten in Bahrain weiter. Diese sind 2026 doppelt so lang wie in den letzten Jahren, und kommen in zwei Blöcken (11. bis 13. Februar und 18. bis 20. Februar). Am 6. März erst beginnt die eigentliche Saison in Australien.

Die Starterliste für den Montag in Barcelona wird dafür immer dünner. Drei Teams haben sich bereits ausgetragen. Ferrari startet am Dienstag. McLaren frühestens am Dienstag. Und Williams startet gar nicht. Denn der neue FW48 wird nicht rechtzeitig fertig, sie haben tatsächlich für alle fünf Tage bereits im Voraus abgesagt. Mehr dazu gibt es hier: