Oliver Bearman hat seine erste Formel-1-Saison hinter sich. Mit 41 Punkten liegt er nach 24 Rennen drei Punkte vor Teamkollege Esteban Ocon. Im gesamten Feld 2025 ist er damit der einzige Rookie, der seinen deutlich erfahreneren Teamkollegen schlug. Gabriel Bortoleto und Kimi Antonelli zogen gegen Nico Hülkenberg und George Russell jeweils den Kürzeren. Als Ferrari-Junior stellt sich damit die Frage: Wäre der Rookie schon bereit für Ferrari? Bearman ist davon überzeugt, stellt aber Bedingungen an sich selbst.
Oliver Bearman: Ich muss meine Leistung weiter beweisen
Der letzte Rookie, der nach bereits einer Saison zu Ferrari aufstieg, war Charles Leclerc 2019. Der Monegasse wechselte nach einer Saison bei Sauber nach Maranello. Oliver Bearman dagegen wird auch 2026 weiter für Haas fahren. Doch danach ist noch alles offen. Macht Lewis Hamilton bei Ferrari weiter oder darf er im Zweifel überhaupt weitermachen? Die Leistungen des Rekordweltmeisters 2025 blieben unter den Erwartungen.
Bearman dagegen fuhr sein erstes Rennen in der Königsklasse 2024 in Saudi-Arabien für Ferrari - und schlug sich für einen Rookie mit dem siebten Platz vor Norris und Hamilton sehr gut. Ich bin in der Formel 1 und da muss man sich selbst unterstützen. Also ja, ich glaube, ich bin bereit", sagt Oliver Bearman. Jedoch stellt der Brite dafür Anforderungen an sich selbst. "Ich muss das weiterhin beweisen." Besonders verbessert hat sich Bearman in der Herangehensweise an ein Wochenende. Die ist in der Formel 2 oder Formel 3 wegen je zwei Rennen pro Wochenende und einem anderen Format klar anders.
Oliver Bearman: Muss konstanter werden
Es bleibt weniger Zeit zur Vorbereitung. "An einem F1-Wochenende hat man in der Regel so viele Reifensätze und so viele Sessions, dass man Zeit hat, sich heranzutasten. Diese Herangehensweise habe ich seit der Formel 4 nicht mehr wirklich verfolgt", so Bearman. Sein Kritikpunkt an sich selbst? Die Konstanz über die gesamte Saison hinweg. "Es ist nicht so, dass ich schlecht gefahren bin. Es hat mir definitiv an Konstanz gefehlt. Aber nur wenn man diese Fehler macht, lernt man, was man tun muss", berichtet Bearman. In Australien verlor Bearman bereits im ersten Training das Auto und versenkte das in der Wand.
Lewis Hamiltons Jahr 2025 war schwieriger als das von Oliver Bearman. Auf ein paar Highlights will er aber dennoch zurückblicken.
Aus den Lehren der ersten Saisonhälfte setzte Bearman in der zweiten Saisonhälfte ab Zandvoort dann einiges um. Zum Vergleich: In den ersten 12 Rennen bis Ungarn holte er 8 Punkte. Ab Zandvoort 33 Zähler. Dabei halfen auch die Updates des Teams in Silverstone und Austin am Haas. "Man vergisst leicht, dass ich in der Mitte der Saison vier- oder fünfmal hintereinander den elften Platz belegt habe. Das war auch konstant – nur nicht gut genug. Und seitdem haben wir ein bisschen an Leistung gewonnen. So wird aus dem elften Platz ein zehnter oder ein achter Platz", so Bearman.
2026 fährt Bearman eine weitere Saison gegen Esteban Ocon. Haas wird dann mit Toyota als Titelsponsor fahren. "Ich bin froh, dass es in der zweiten Hälfte gut gelaufen ist", resümiert Bearman 2025.
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