Am Ende des Katar-GPs war die Stimmung in der Formel 1 aufgeheizt. Aus der Red-Bull-Ecke hatte es mehrfache unverhohlene Unterstellungen gegeben, dass Kimi Antonelli zwei Runden vor Schluss freiwillig Lando Norris den vierten Rang geschenkt hätte. Nachdem die Situation in den Stunden nach dem Rennen völlig aus dem Ruder lief, sieht sich Red Bull nun zu einer Stellungnahme genötigt.
Der Streit hatte sich in mehreren Stufen aufgeschaukelt. Erst hatte sich Antonelli mitten im Rennen in der ersten Kurve recht locker von Oscar Piastri abfertigen lassen. Dann beging er in Runde 56 von 57 zwei Fehler in kurzer Abfolge und überließ dadurch Lando Norris kampflos den vierten Platz und damit zwei wichtige Punkte in der Fahrer-WM.
Die Red-Bull-Verdächtigungen überschlugen sich prompt. Erst suggerierte es Max Verstappens Renningenieur GP Lambiase bereits per Funk. Dann brachte es Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko in gleich mehreren Interviews nach dem Rennen an. Selbst nachdem Mercedes-Teamchef Toto Wolff ihn brutal als "hirnlos" abgekanzelt hatte: "Da musst du dich selbst checken lassen, ob du Geister siehst."
Red Bull bedauert Folgen von Katar-Anschuldigungen gegen Antonelli
Während Marko später nicht von seiner Meinung abrücken wollte, hatten Lambiase schon nach dem Rennen - nachdem er die Wiederholung und den klaren Fahrfehler Antonellis in Runde 56 gesehen hatte - in einem kurzen Gespräch mit Wolff seine Aussagen zurückgenommen. Doch das Thema hatte auf Social Media längst ein Eigenleben entwickelt. Auf Antonellis Instagram-Profil begannen sich die Hass-Kommentare zu sammeln.
Unter diesem Druck reagierte Red Bull am Montagmittag daraufhin mit einer unmissverständlichen Stellungnahme: "Vor dem Ende und direkt nach dem Katar-GP getroffene Aussagen, die unterstellen, dass Mercedes-Pilot Kimi Antonelli Lando Norris absichtlich überholen ließ, sind eindeutig inkorrekt."
"Replays zeigen Antonellis kurzen Kontrollverlust, der es Norris erlaubt hat, ihn zu überholen", stellt Red Bull klar und fügt an: "Wir bereuen sehr, dass dies dazu geführt hat, dass Kimi Ziel von Online-Hass wurde."
Antonelli und Mercedes hatten letztendlich durch den Fahrfehler genauso wichtige Punkte verloren, wie es indirekt dadurch Verstappen tat. Noch ist der zweite Platz in der Konstrukteurs-WM schließlich nicht fix. In der Theorie könnte Red Bull in Abu Dhabi Mercedes noch abfangen. Bei 33 Punkten Rückstand erscheint das aber deutlich unwahrscheinlicher, als dass Verstappen seine 12 Punkte Rückstand auf Norris in der Fahrer-WM schließt.



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