Die Weichen für eine Entscheidung in der Formel-1-Weltmeisterschaft beim Großen Preis von Katar sind gestellt – und das ganz abseits von Lando Norris und Oscar Piastri. Mercedes kann sich auf dem Lusail International Circuit den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung sichern. Dafür müssen die Silberpfeile lediglich drei Punkte mehr sammeln als Red Bull Racing. Mit Platz vier und Platz fünf sind George Russell und Kimi Antonelli dafür in der perfekten Ausgangslage.
Derzeit hat Mercedes 41 Punkte Vorsprung auf das so gut wie Ein-Mann-Team von Max Verstappen. Dieser Abstand muss vor Abu Dhabi auf 44 Zähler anwachsen. Dann ist das Team aus Brackley selbst im sehr unwahrscheinlichen Fall eines doppelten Podiums für die Bullen und einem Ausfall von Russell und Antonelli im Saisonfinale unantastbar.
Um aber bereits in Katar den Sack zuzumachen, wollen beide Mercedes-Piloten die Flucht nach vorne antreten. "Die Pace hat im Sprint sehr gut ausgesehen, auf einem Level mit Lando und Max [Verstappen, Anm. d. Red.]", agte Russell nach dem Qualifying in Katar. Auch Antonelli visiert von P5 startend sein nächstes Podium an: "P3 wäre ein gutes Resultat, das kann möglich sein."
Kimi Antonelli überwindet Track-Limits-Problem in Katar
Doch Antonelli kennt das Sprichwort: Leichter gesagt als getan. Um sich in die Top-3 vorzukämpfen, muss er zuerst an seinem Teamkollegen und Max Verstappen vorbei. Dazu ist die Wüstenstrecke in Lusail sehr überholfeindlich, wie der Sprint am Samstag zeigte. Im Kurzrennen gab es die meisten Platzverschiebungen beim Start. Das möchte Antonelli nutzen: "Wenn ich einen guten Start hinbekomme, ein paar Plätze gutmache und dann in sauberer Luft fahre, kann ich die Position vielleicht halten. Die erste Runde wird entscheidend sein."
Damit der Plan Erfolg hat, muss der Rookie vor allem in Kurve 10 vorsichtig sein. Dort fuhr er im Sprint viermal über die Streckenbegrenzung und bekam eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Für den dreimal so langen Grand Prix wird ihm das aber nicht im Weg stehen, ist er überzeugt. "Im Sprint-Qualifying haben sie das nicht kontrolliert, deswegen waren meine Orientierungspunkte anders. Jetzt habe ich mich angepasst und mache mir deshalb keine Sorgen", erklärte Antonelli.
Im Qualifying wurden zwei seiner Zeiten wegen Track-Limits-Verstößen in Kurve 10 gestrichen, er schaffte es trotzdem ins dritte Segment. Mit seiner finalen Runde war der Rookie nicht zufrieden. Seine Reifen waren noch nicht im richtigen Arbeitsfenster, weshalb ihm in Kurve eins das Heck ausbrach. Der Fehler kompromittierte seine restliche Runde. "Ich habe den Rhythmus verloren. Ich war bereits eine Zehntel hinter meiner vorherigen Zeit. Das willst du nach den ersten zwei Kurven nicht sehen", so Antonelli.
George Russell: Ausritt in Q2 war geplant!
Auch George Russell war nicht zu 100 Prozent glücklich mit seinem Q3-Ergebnis. Ihm fehlten nur 0,011 Sekunden auf Max Verstappen auf Platz drei. "Das ist etwas nervig, aber ich war zufrieden mit meinen zwei Runden. Ich habe das Maximum herausgeholt. Das ist das, was wir hatten", sagte Russell, der das Feld im Q1 noch anführte.
Ebenso wie sein junger Teamkollege wurde dem Mercedes-Piloten im Q2 eine Rundenzeit aufgrund eines Track-Limits-Verstoßes in Kurve 10 gestrichen. Das sei aber kein Grund zur Sorge. "Ich wusste, dass mein erster Anlauf in Q2 stark genug war, und wollte meine Grenze austesten. Ich wollte also abfliegen, damit ich weiß, wie weit ich gehen kann. Es war mehr ein Test für mich selbst als ein Fehler", versicherte Russell.
Im Rennen darf er sich solche Tests nicht erlauben. Um nach vorne zu kommen, muss der Mercedes-Pilot in Katar auf Strategie und Reifenabbau setzen. Er ist sich aber auch bewusst, dass er direkt hinter den drei WM-Kandidaten startet. Das erschwert die Sache. "Max hatte etwas mehr Reifenverschleiß als wir. Mal schauen, ob wir nach vorne kommen. Ich bin mir sicher, dass die Typen vor mir Vollgas geben werden", prognostizierte Russell.
Ferrari hat im Kampf um Platz zwei in der Konstrukteurs-WM gar kein Wörtchen mehr mitzureden. Die Scuderia erlebt in Katar eine Katastrophe nach der anderen. Auch das Qualifying war ein Reinfall…



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