Yuki Tsunoda und Kimi Antonelli bekamen im Formel-1-Sprintrennen in Katar jeweils eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, nachdem sie viermal gegen die Track Limits in Kurve 10 verstoßen hatten. Antonellis Mercedes-Teamkollege George Russell ist der Meinung, dass diese Kurve im Rennen am Sonntag zu einem Problem werden könnte.

Katar GP: Russell kritisiert fehlende Orientierung

Aber was macht Kurve 10 in Katar so problematisch? Das eigentliche Problem stellte der Kurveneingang dar. Turn 10 ist einer der engsten auf dem Lusail International Circuit, wodurch die Fahrer am Kurveneingang bereits stark nach rechts ausholen, um so viel Geschwindigkeit wie möglich mitnehmen zu können. In besagter Kurve wird die weiße Linie jedoch nicht mit einem Kerb oder Kiesbett abgeschlossen, sondern endet in einer weiten Auslaufzone. Für Russell ein Problem: Laut dem Mercedes-Fahrer fehle den Fahrern dadurch eine Orientierungshilfe an diesem Punkt der Strecke.

"Es wäre eine einfache Lösung, die weiße Linie ein bisschen weiter nach außen zu ziehen", meinte der Brite, der ebenfalls für das Überfahren der weißen Linie in Kurve 10 verwarnt wurde. "Jede Kurve ist in Ordnung, außer der Eingang zu Kurve 10. Wir Fahrer haben als einzige Orientierung die weiße Linie und normalerweise einen Kerb oder ein Kiesbett."

Die FIA hat sich aber bereits im Vorhinein auf diesen Fall vorbereitet und extra einen hellblauen Streifen zwischen der weißen Linie und den Kerbs anbringen lassen, um die Track-Limits über den gesamten Kurs genau reglementieren zu können.

Kurve 10 in Katar wird zum Feind der Formel-1-Piloten

Tsunoda erwischte es innerhalb von vier Minuten gleich viermal in Turn 10. "Wir haben bereits eine dritte Verwarnung, also keine weiteren Track-Limits mehr in Kurve 10", bekam er von seinem Renningenieur Richard Wood ins Cockpit gefunkt. Der Japaner bekam nach seinem vierten Verstoß, keine Minute später, eine 5-Sekunden-Strafe und rutschte im Endklassement kurzfristig hinter Antonelli auf Platz sechs zurück. Doch der Italiener bekam ebenfalls in letzter Sekunde noch eine 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt.

Nachdem die Rennleitung ihn bereits dreimal verwarnt hatte, hätte seine vierte Verwarnung eine Strafe nach sich gezogen. Die vermeintliche Track-Limit Rundenzeit wurde ihm aber wieder zurückgegeben - jedoch nur für knapp eine Runde. Nach dem Sprintrennen entschied sich die Rennleitung dafür, den Italiener doch zu bestrafen. Tsunoda behielt dadurch seinen fünften Platz. Antonelli blieb auf Platz sechs.

Doch nicht nur diese beiden Piloten hatten Probleme in Kurve 10. Auch Franco Colapinto stand kurz vor einer Strafe. Der Alpine-Pilot wurde im Sprint dreimal verwarnt, ebenfalls für Kurve 10. Insgesamt wurden 14 der 20 Track Limit-Verstöße in Kurve 10 begangen. Weitere Problemzonen waren noch Kurve 4, 5, 6 und 16, jedoch waren diese weit weniger gravierend.