Zu Beginn des Qualifyings der Formel 1 in Las Vegas zeichneten sich die Aston-Martin-Taktiker eigentlich aus. Doch auf das folgte am Auto von Lance Stroll in Q2 ein folgenschwerer Fehler, der ihm wohl ohne Not einen Top-10-Start kostete. Entsprechend sauer ist Stroll, der sich schon im Kampf um die Pole gesehen hatte, während Fernando Alonso mit viel besserer Strategie auf den siebten Startplatz fuhr.
Nach einem überraschenden Regenschauer zu Beginn des Qualifyings hatte Aston Martin jedenfalls erst einmal alles richtig gemacht. Stroll und Alonso waren zwei von nur fünf Fahrern, die sofort erkannten, dass der Las Vegas Strip Circuit so nass war, dass Intermediates nicht mehr reichten. Sie fuhren sofort mit Regenreifen raus und sparten sich damit in Q1 einen Reifenwechsel.
In Q2 fuhr Aston Martin wie auch der Rest des verbleibenden Feldes erst einmal weiter mit Regenreifen, obwohl der Regen inzwischen aufgehört hatte und sich eine sichtlich abtrocknende Linie zu bilden begann. Trotzdem waren die Regenreifen immer noch schnell, erst recht für Stroll und Alonso, die sich konstant im mittleren Bereich der Top-10 hielten.
Stroll & Aston Martin verkalkulieren sich im Las-Vegas-Qualifying
Doch plötzlich bog Stroll zum Intermediate-Wechsel ab. Er war der einzige in Q2. Und er verpasste damit den Q3-Einzug, während Alonso auf Regenreifen fast eine Sekunde schneller fuhr. "Das war einfach dumm am Ende", regt sich Stroll im Anschluss sofort auf. "Es war nicht die Schuld des Teams, es war eine gemeinsame Entscheidung, aber mir wurde gesagt, ich würde noch drei Push-Runden bekommen."
Stroll kam sechs Minuten vor Schluss - da auf P6 vor Alonso liegend - zum Stopp. Das Thema hatte er davor am Funk mit seinem Ingenieur diskutiert, und wollte erst die Entscheidung der Garage überlassen. Dann aber bekam er gesagt, es würden sich drei schnelle Runden ausgehen. Daraufhin Stroll: "Ich denke, wir sollten es versuchen."

"Aber ich habe nur zwei Push-Runden bekommen", so Stroll später. Das Team hatte sich mit der verbliebenen Zeit verkalkuliert. Zwei Inter-Runden reichten nicht, um sich ans Limit zu tasten, Stroll rutschte bis auf P12 durch und damit raus: "Mit drei Versuchen wäre ich zuversichtlich gewesen." Basierend auf seinem Gefühl im Auto ärgert ihn das richtig. "Wir haben eine Chance weggeschmissen, womöglich um den ersten Platz zu kämpfen!"
Bei Fernando Alonso macht Aston Martin alles richtig
Tatsächlich schien der Aston Martin in Las Vegas richtig schnell, sobald der Regen kam. Während sich der Großteil der Formel 1 über fast unfahrbar rutschige Bedingungen aufregte, war von den AMR25-Piloten nichts dergleichen zu hören. Fernando Alonso meinte danach: "Ich hatte große Schwierigkeiten erwartet, aber es war gar nicht so schwierig. Strecken wie Österreich oder Brasilien, wo du Rinnen im Asphalt und kleine Bäche hast, die sind viel schwieriger als das heute."
Alonsos Q3-Erfahrung scheint allerdings Strolls Pole-Träume zu entkräften. Mit eineinhalb Sekunden Rückstand auf Polesetter Lando Norris glaubt Alonso an die Chancen-Maximierung: "Die anderen haben Autos, mit denen sie es lockerer angehen können, um ihr Gefühl Runde für Runde aufzubauen, und wenn die Strecke in Q2 trockener wird, pushen sie, und in Q3 wird es noch ein bisschen trockener, und dann landest du mehr oder weniger auf dem üblichen Platz."
"Aber P7 war zwei Stunden vor dem Qualifying undenkbar", lobt Alonso sein Team für die auf seiner Garagenseite stets richtigen Reifen-Entscheidungen. Nur Regenreifen in Q1 und Q2, nur Intermediates in Q3. "Das Team ist immer fokussiert und darauf aus, das bestmögliche Ergebnis zu schaffen, und heute war ein weiteres gutes Beispiel dafür."
Alonso schlug dabei ein paar große Namen, allen voran beide Ferrari. Die hatten eine ganz andere Erfahrung in diesem Qualifying - für sie war das Gefühl eines der schlimmsten ihrer F1-Karriere. Mehr zur Regen-Misere der Scuderia hier:



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