Die ganze Formel-1-Saison wollte es bei Nico Hülkenberg nicht mit Q3 klappen, im Qualifying zum Las Vegas GP hätte er es nach Brasilien fast zum zweiten Mal in Folge geschafft. Nach einem Fehler auf seiner letzten Runde auf dem nassen Las Vegas Strip Circuit geht der Sauber-Pilot von Startplatz elf aus ins Rennen.
Schon im Q1 sah es gut aus für Hülkenberg. Neben Aston Martin setzte Sauber als einziges Team von Anfang an auf die Regenreifen - die richtige Entscheidung. "Ich habe gesagt, dass ich nur mit Regenreifen fahre", verrät Nico Hülkenberg. "Carlos ist vor mir auf Intermediates rausgefahren und hat in der Outlap direkt angegast. Ich war überrascht, dass er das Auto nicht verloren hat."
Während Sainz wie viele andere Kollegen auf Regenreifen wechseln musste, brachte Hülkenberg die Reifen schon auf Temperatur. Denn im Gegensatz zu den Slicks und Intermediates dürfen die Regenreifen nicht vorgeheizt werden.
Die Qualifikation für Q2 schaffte der Deutsche auf Platz sieben locker, am Ende hätte es fast noch für Q3 gereicht. Auf seiner entscheidenden Runde im Q2 brach das Auto beim Anbremsen am Ende der langen Strip-Geraden aus, Hülkenberg konnte seine Zeit nicht mehr verbessern.
"Verdammt nochmal, wie konnte ich dort sieben Zehntel verlieren? Oh mein Gott", funkte er nach dem Überqueren der Ziellinie. 0,655 Sekunden fehlten ihm auf Oscar Piastri auf Rang zehn. Nach persönlichen Bestzeiten in den Sektoren 1 und 2 verlor er im letzten Abschnitt satte 0,769 Sekunden auf seine vorherige Runde. "In Kurve 14 ist es uns durch die Finger geglitten", ärgert sich der Emmericher.
Selbst für den Routinier, der am Samstagabend beim 248. Grand Prix seiner Karriere am Start stehen wird, war das Qualifying in Las Vegas etwas Besonderes: "Es war eines der schwierigsten Qualifying-Sessions, die ich je erlebt habe - insbesondere in Q1, wo die Grip-Bedingungen unglaublich schlecht waren. Vegas ist an sich schon schwierig, mit seinem Low-Downforce-Setup und dem rutschigen Asphalt, und als dann auch noch Regen einsetzte, wurde es noch unberechenbarer."
Größere Probleme mit den Bedingungen hatte Rookie-Teamkollege Gabriel Bortoleto. Der Brasilianer schied trotz richtiger Reifenwahl als 18. im Q1 aus. "Ich bin gut reingekommen, aber die letzten zwei, drei Runden habe ich das Vertrauen verloren", ärgert er sich. "Ich hatte ein paar Mal stehende Räder und damit schwand das Vertrauen. Vertrauen ist bei diesen Bedingungen alles."
Sauber-Teamchef nimmt Bortoleto in Schutz
Teamchef Jonathan Wheatley macht seinem Piloten aber keinen Vorwurf: "Für Gabi war es das erste Qualifying auf dieser Rennstrecke und das erste Mal, dass er mit Regenreifen fuhr. Angesichts der Bedingungen hat er gute Arbeit geleistet, sein Tempo vernünftig gesteigert, aber es nicht geschafft, eine komplett fehlerfreie Runde zu fahren. Insgesamt gibt es viel Positives zu berichten."
Noch deutlich schlechter als für Gabriel Bortoleto lief es für Lewis Hamilton. An mangelnder Erfahrung dürfte es bei ihm aber nicht liegen...
Weniger positiv ist für Sauber die Ausgangsposition: In der Konstrukteurs-WM ist das Team inzwischen auf Position neun zurückgefallen. Acht Punkte fehlen auf Haas auf Platz acht, zehn Punkte auf Aston Martin und zwanzig auf die Racing Bulls. Die Racing Bulls starten mit beiden Autos in den Top-10, Aston Martin hat immerhin Fernando Alonso in den Punkterängen. Zumindest beide Haas konnte Nico Hülkenberg hinter sich lassen. Mit Big Points ist aber unter normalen Umständen nicht zu rechnen.
Keine Big Points, dafür ein großes Statement: Das gab es von Sauber, pardon, von Audi bei der Präsentation des neuen Designs in München. Alle Details dazu gibt's im Video - inklusive einem Gastauftritt von Audi-Boss Gernot Döllner!



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