Am Freitag fand in London das letzte Treffen der Formel-1-Kommission in diesem Jahr statt. Dabei wurden kleinere Änderungen an allen vier Reglements (technisch, sportlich, finanziell und operativ) diskutiert, die dem Motorsport-Weltrat der FIA bei seiner Sitzung am 10. Dezember zur Abstimmung vorgelegt werden.
Während bei den Diskussionen rund um verpflichtende Zwei-Stopp-Rennen kein Konsens gefunden wurde und das Thema auf nächstes Jahr verschoben wurde, gibt es bei der Fahrzeuglackierung Neuerungen. 2026 müssen mindestens 55 Prozent der Fahrzeugfläche lackiert oder beklebt werden. Die Angabe bezieht sich dabei auf die seitliche Ansicht und die Draufsicht.
Hintergrund der kurios klingenden Regel: Schon mit dem aktuellen F1-Reglement haben die Teams Probleme, das Mindestgewicht zu erreichen. Deshalb nahmen die schwarzen Flächen auf den Formel-1-Autos in den letzten Jahren deutlich zu. Karbon, das Material aus dem die Oberflächen der Autos hauptsächlich bestehen, ist schwarz.
Aus Gewichtsgründen sparen sich die Teams hier die Lackierung, die für ein ganzes Auto mehrere Kilogramm wiegt. Obwohl Ingenieure in den vergangenen Jahren an besonders leichten und dünnen Lackierungen entwickelt haben, kommt noch immer verhältnismäßig viel schwarz vor. Jedes Gramm zählt.
Weil das Mindestgewicht 2026 um rund 30 Kilogramm sinkt, wird das Fahrzeuggewicht trotz Regeländerungen, die kleinere Dimensionen vorschreiben, ein großes Thema. Viele Teams gehen davon aus, zu Beginn des Jahres nicht am Mindestgewicht zu sein. Deshalb war die Angst vor vielen schwarzen Autos besonders großen.
Wer sein Auto dennoch überwiegend in schwarz halten will, darf das natürlich. Es wird lediglich vorgeschrieben, dass mindestens 55 Prozent der Oberfläche lackiert oder beklebt werden müssen - in welcher Farbe, das ist den Regelhütern egal.
Die erste Lackierung für die Formel-1-Saison 2026 wurde bereits präsentiert: Audi fährt in Titanium, Audi-Rot und Carbon-Schwarz. Auch dabei ist das Gewicht ein Thema, wie euch Christian im Video erklärt:
Formel-1-Fahrer dürfen Startnummer wechseln
Außerdem hat sich die F1-Kommission einer weiteren, eher emotionalen Diskussion angenommen: Startnummern. Seit 2014 haben die Fahrer permanente Startnummern, die sie sich zu Beginn ihrer Karriere aussuchen können. Hier haben wir die Startnummern der aktuellen F1-Fahrer aufgelistet und erklärt.
Mit Ausnahme eines Titelgewinns, der dem amtierenden Weltmeister das Führen der Startnummer 1 erlaubt, blieb die Startnummer für den Rest der Karriere identisch. Nun dürfen die Piloten ihre Startnummern ändern.
Auch über praktische Themen wurde unter dem Vorsitz von FIA-Formel-1-Boss Nikolas Tombazis und F1-Boss Stefano Domenicali diskutiert. Eigentlich sollte die Nutzung der Fahrer-Kühlung unter bestimmten Voraussetzungen 2026 zur Pflicht werden. Nachdem sich Widerstand in den Reihen der Piloten regte, werden die Regelung und mögliche technische Anpassungen noch einmal mit der Fahrergewerkschaft GPDA diskutiert.
Die Themen der Formel-1-Kommission vom 14.11.2025 im Überblick
- Diskussion über 2-Stopp-Rennen: Kein Ergebnis, evtl. Änderungen für 2027
- Diskussion über Modernisierung der Aero-Testbeschränkungen: Work in Progress
- Fahrzeugdesign: 2026 mindestens 55% der Oberfläche lackiert oder beklebt
- Startnummern: Fahrer dürfen wechseln
- Fahrer-Kühlung: Pflicht und Technik werden neu disktutiert
Die Formel-1-Kommission besteht aus allen zehn Formel-1-Teams, dem Automobilweltverband FIA und dem kommerziellen Rechteinhaber, kurz der F1. Neue Regeln werden normalerweise in Spezialisten-Gruppen, den sogenannten Advisory Committees erarbeitet und anschließend in der F1-Kommission diskutiert. Kann man sich dort auf Neuerungen einigen, müssen diese noch vom Motorsportweltrat bestätigt werden.



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