Die Formel 1 erlebt 2025 eine ihrer konkurrenzfähigsten Saisonen, wenn nicht überhaupt die konkurrenzfähigste ihrer Geschichte. Nicht selten liegt das komplette Feld in Q1 innerhalb von einer Sekunde oder sogar weniger. Alpine fährt auf P10 in der Konstrukteurs-WM bereits jetzt gemessen an der Punktezahl mit Abstand die erfolgreichste Saison, die ein Letztplatzierter jemals hatte. Und dabei liegt das Enstone-Team nochmal weit hinter dem Rest des Feldes.
Nur durch die technische Konvergenz, welche die F1-Boliden in den letzten Jahren hingelegt haben, ist das wohl kaum zu erklären. Denn selbst in der Formel 2 oder in der Formel 3, wo Einheitsboliden zum Einsatz kommen, ziehen sich die Abstände zwischen der Spitze und dem Ende des Feldes in einem Qualifying teils deutlich weiter auseinander.
McLaren-Teamchef: "Die neue Generation ist einfach so gut!"
McLaren-Teamchef Andrea Stella ist davon überzeugt, dass die Formel 1 noch nie so qualitativ gut besetzt war, wie in diesem Jahr. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es in irgendeiner Saison ein so konkurrenzfähiges Feld an Fahrern gegeben hat", so der Italiener. "Die neue Generation an Fahrern ist einfach so gut", staunt er und rechnet vor: "Wir haben sieben oder acht Fahrer, die sich auf einem Weltmeisterschafts-Level befinden, ich bin mir nicht sicher, ob das jemals zuvor passiert ist."
Das liege unter anderem daran, dass die Rookies schon mit einer außergewöhnlich guten Vorbereitung in die Formel 1 kommen, mutmaßt er. "Möglicherweise ist dem so, weil die Nachwuchsserien heutzutage so gut sind. Schon wenn sie Kartfahren gehen, haben diese Fahrer die ganzen Daten. Sie trainieren in einem gewissen Alter wie Erwachsene", zählt Stella seine Erklärungsansätze auf. "Das hat das konkurrenzfähige Feld so eng gemacht, deshalb liegen die Unterschiede alle im letzten Prozent", schlussfolgert Stella.
Auch die Simulatoren der Formel-1-Teams und der leichte Zugang zu realitätsnahen Rennsport-Simulationen könnten einer der Gründe für das hohe Level von F1-Einsteigern sein. Gabriel Bortoleto erklärte erst unlängst, wie viel Zeit er darin investiert:
Reine Paydriver in der Formel 1 ausgestorben?
Die Erklärungen gehen noch weiter als das. So sind reine Paydriver, wie sie früher noch zahlreich vertreten waren, inzwischen praktisch ausgestorben. Das liegt unter anderem daran, dass durch die hohe Schwelle von 40 Superlizenz-Punkten schon ein hohes Maß an Talent vorausgesetzt ist, um überhaupt für die Königsklasse startberechtigt zu sein.
Durch die Budgetdeckelung ist außerdem kein Team im Formel-1-Feld mehr auf die Finanzen eines Fahrers angewiesen, um sich überhaupt über Wasser halten zu können. Auch Lance Stroll, der im aktuellen F1-Feld einem Paydriver am nähesten kommt, kann im Nachwuchsbereich zahlreiche Erfolge vorweisen.
Stella erklärt schwachen Piastri: Letztes Prozent macht den Unterschied
Andrea Stella nutzt die Konkurrenzfähigkeit des aktuellen Formel-1-Feldes als Erklärung, warum der Pace-Rückgang von Oscar Piastri bei den letzten Rennwochenenden so stark ins Auge sticht. Schon länger predigt der McLaren-Teamboss, dass der ehemalige WM-Leader aufgrund seines Fahrstils mit griparmen Bedingungen nicht so gut zurecht kommt.
Strecken wie Austin, Mexiko oder aufgrund der vor allem wetterbedingten Umstände auch Brasilien, die nicht viel Haftung bieten, machen es erforderlich, dass der Fahrer das Auto durch kontrollierte Rutschbewegungen um die Kurven bekommt. Piastri fehle unter solchen Rahmenbedingungen etwas Gefühl im Auto.
Stella erinnert an die Frühphase der Saison auf der anderen Garagenseite: "Es hat einiges an Zeit und einiges an Arbeit mit Lando gekostet, als er [zu Saisonbeginn] einen Mangel an Gefühl für das Auto hatte. Damals war es er, jetzt befindet sich [Oscar] im Hintertreffen." In einem weniger engen Feld würde diese Nuancen nicht weiter auffallen, glaubt Stella: "Aber der Sport ist so konkurrenzfähig, da macht dann eben dieses letzte Prozent den Unterschied."
Nicht nur wegen seiner zuletzt schwächeren Performance, sondern auch aufgrund einer umstrittenen Strafe hat Piastri im WM-Kampf mittlerweile 24 Punkte Rückstand. Das sagt F1-Experte Christian Danner dazu:



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