Lando Norris räumte am Formel-1-Wochenende in Brasilien ab. Zweimal Pole Position, Sieg in Sprint und Rennen. Der WM-Leader war am Sonntag dennoch nicht ganz zufrieden. Im Grand Prix musste er sich für seinen Geschmack noch zu viel strecken, um gelassen auf die Konkurrenz im Rückspiegel blicken zu können. In Las Vegas erwartet er für McLaren einen noch schwierigeren Stand.

"Es war keine so klare Sache", so Norris, der die Zielflagge nach 71 Runden mit einem Vorsprung von zehn Sekunden auf Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli sah. "Wenn man mit zehn Sekunden gewinnt, klinge ich natürlich jetzt wie ein Idiot. Aber wir wollten einfach etwas mehr und ich musste im Auto echt kämpfen, um mit diesen zehn Sekunden zu gewinnen."

Er hatte die Führung im Rennverlauf nur während der Boxenstopps kurzzeitig abgeben müssen, hatte sich aber gerade im zweiten Stint auf dem Soft-Reifen nicht entscheidend absetzen können. "Das lief einfach nicht so gut. Auch der letzte Stint war nicht so stark. Der erste war sehr, sehr gut. Da habe ich auch die meiste Zeit rausgeholt", erklärt der Brite.

McLaren für Lando Norris in Brasilien nicht unantastbar

Zum Zeitpunkt seines ersten Boxenstopps in Runde 30 lag er knapp sieben Sekunden vor Teamkollege Oscar Piastri. Auf dem weichen Reifen war er teilweise eine Sekunde pro Runde langsamer als der Australier, der den gleichen Compound fuhr. Der zweite Reifenwechsel zurück von Soft auf Medium erfolgte in der 50. Runde. Er fiel danach zunächst auf Platz drei hinter Max Verstappen und Oscar Piastri zurück.

Nachdem die beiden Rivalen ebenfalls stoppten, lag er wieder in Führung. "Mein letzter Medium-Reifensatz hatte schon sieben oder acht Runden drauf", so Norris, der sich gerne deutlicher abgesetzt hätte. "Am letzten Rennwochenende [Mexiko] war ich mit der Balance des Autos einfach glücklicher. Wir haben mit 30 Sekunden Vorsprung gewonnen, dieses Wochenende nur mit zehn. Max schloss sehr schnell zu uns auf. Unsere Pace war diesmal nicht auf einem anderen Level."

Für den 25-Jährigen haben sein McLaren-Team und er selbst letztendlich den Unterschied gemacht. "Es war einfach ein gut ausgeführtes Rennen. Guter Start, gute Boxenstopps, gute Strategie. Die Pace war nicht so gut, wie wir es gerne gehabt hätten. Aber abgesehen davon habe ich in jeder Session abgeliefert, wenn ich es brauchte", sagt der elfmalige Grand-Prix-Sieger und schiebt mit Blick auf seine Kritik nach: "Wir sind Rennfahrer, wir werden uns immer über irgendetwas beschweren!"

Lando Norris fürchtet schweren McLaren-Stand in Las Vegas

Mit seinem sechsten Saisonsieg setzte er sich in der Gesamwertung weiter von Oscar Piastri ab. Drei Rennwochenenden vor Schluss sieht er den Kampf um die Weltmeisterschaft mit 24 Punkten Vorsprung aber längst noch nicht gewonnen. "Nein, das war hier einfach nur ein weiteres Wochenende. Ich kam hier um so viele Punkte wie möglich zu holen und das ist mir gelungen", sagt er. "Das hab ich auch am letzten Wochenende gemacht. Aber nichts davon ist eine Wende [im Titelkampf]. Es sind nur starke Resultate und das ist genau das, was ich brauche."

Dementsprechend vorsichtig ist er mit Blick auf die bevorstehende Veranstaltung in Las-Vegas. Auf dem Stadtkurs in den USA hatte McLaren 2024 einen schweren Stand und kam im Rennen nicht über die Plätze sechs und sieben hinaus. "Ich freue mich nicht wirklich darauf", so Norris. "Mercedes war letztes Jahr sehr stark, Red Bull und Ferrari auch. Ich denke, da sind wir die vierte Kraft."