Dass ein Racing Bull einen Red Bull schlägt, ist 2025 in der Formel 1 an und für sich keine Seltenheit. Obwohl das natürlich nicht sein sollte, schließlich sind die Racing Bulls das "kleine" zweite Team des Energy-Drink-Konzerns, während Red Bull WM-Aspirationen hegt. Doch in Brasilien ist die Diskrepanz zwischen den Schwester-Mannschaften so schlimm wie noch nie.
Während das Red-Bull-Duo Max Verstappen und Yuki Tsunoda schon in Q1 rausflog, pilotierten Isack Hadjar und Liam Lawson ihre Racing Bulls mit herausragenden Leistungen mitten in die Spitzengruppe auf die Startplätze fünf und sieben.
Im gemeinsamen Q1 kassierten die Red Bulls eine ordentliche Abreibung. Obwohl hier angemerkt sei: Die Racing Bulls kaufen als Schwesterteam eine große Auswahl an mechanischen Teilen von Red Bull, fahren den gleichen Motor, und lassen sich auch sonst aerodynamisch zumindest in Ansätzen vom Red Bull inspirieren. Aber da man Aero-Teile nicht kaufen darf, müssen sie letztendlich bei den Details selbst entwickeln.
So schien der VCARB-02 in Brasilien nicht zum ersten Mal einfacher abzustimmen und zu fahren. Doch so gravierend waren die Red-Bull-Problem in diesem Jahr noch nie. Üblicherweise steht zumindest Verstappen schließlich immer noch vor Hadjar und Lawson. In Brasilien fehlten ihm aber gute zwei Zehntel auf beide, die in Q1 locker ins zweite Segment aufstiegen.
Hadjar & Lawson loben starkes Racing-Bulls-Auto in Brasilien
Ab da blickten sie nicht zurück, schafften es ohne größere Probleme in Q3 und waren dort ebenfalls vorn mit dabei. Dabei war Hadjar nicht einmal wirklich glücklich - im böigen Wind am Samstag fühlte sich das Auto unberechenbar an, jede Kurve war ein Abenteuer: "Wir haben eine solide Runde gefahren, und die hat für P5 gereicht. Das zeigt, wie gut das Auto heute war!"
Lawson unterstreicht, dass das Auto eigentlich von der ersten Trainingsrunde an gut lag und man sehr wenig ändern musste: "Ein gutes Zeichen. Bei den letzten Rennen sind wir dem Auto etwas hinterhergelaufen."
"Wenn es so eng ist, dann analysierst du die ganzen Details", kann Lawson auf P7 dann trotzdem nicht umhin, sich zu ärgern. Eine Zehntel schneller, und er wäre Vierter: "Das Heck war in der ersten Kurve in Q3 instabil, das hatten wir davor nicht, das kam erst auf der letzten Runde. Das ist richtig ärgerlich, da ging einiges an Zeit verloren, und damit Plätze."
Racing Bulls mit Groß-Chance im Rennen von Brasilien
Im finalen Schlagabtausch waren beide mit Nachdruck die besten Fahrer aus dem Mittelfeld der Formel 1, in dem sie aktuell um den sechsten Rang in der Konstrukteurs-WM kämpfen. Ein Kampf, in dem 12 Punkte vier Teams trennen. Damit haben Hadjar und Lawson jetzt im Rennen eine Chance, eine erste Vorentscheidung herbeizuführen.
"Wenn wir das Rennen in den Top-6, Top-7 beenden, dann ist das ein fantastisches Ergebnis", meint Hadjar, warnt dabei aber: "Wir müssen smart sein." Denn bis jetzt stehen die Racing Bulls in Brasilien trotz des guten Autos noch ohne Punkte dar. Hadjar hatte sich im Sprint von P9 nicht nach vorn arbeiten können, sondern war am Start schon zurückgefallen, während Lawson nach einem schlecht ausgeführten Sprint-Qualifying schon in der ersten Runde mit Oliver Bearman aneinandergeraten war.
Bearman hatte Lawson abgedrängt, Lawson Bearman dann umgedreht. Beide wurden bestraft, Lawson hält mittlerweile bei 8 Strafpunkten. Auch kostete ihm das alles wertvolle Daten im Renn-Trimm: "Ich hatte einen schweren Unterboden-Schaden und konnte nicht wirklich einschätzen, wie das Auto lief."



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