Nach dem soliden Auftritt inklusive Podium vor einer Woche in Austin etablierte sich Charles Leclerc am Freitag bei der Formel 1 in Mexiko erneut weit vorn. Auf eine Bestzeit im 1. Freien Training folgte ein immer noch starker zweiter Platz in FP2. Ein wirklicher Durchbruch ist für Leclerc jedoch nicht zu verorten.
Immerhin beginnt das Mexiko-Wochenende schon einmal gut. In Austin hatte Ferrari zuletzt ein wildes Auf und Ab erlebt, mit einem desaströsen Freitag, der sich am Samstag plötzlich zum Guten wandelte und Leclerc zurück in die Spitzengruppe beförderte. Reifen-Vorbereitung sei die magische Zutat gewesen, vermuteten Team und Fahrer später.
Beim Thema Reifen kann man durchaus immer noch etwas lernen, und es auch ins nächste Wochenende mitnehmen. Da stimmt es positiv, dass Leclerc mit nur 0,153 Sekunden Rückstand auf Max Verstappen den Freitag schließlich beendete. Nur wie positiv? "Ja, der Freitag war positiv, aber wir sind immer noch relativ zu Red Bull im Shortrun und relativ zu McLaren im Longrun im Hintertreffen."
Charles Leclerc schaut auf Longrun-Tabelle von Mexiko und erschaudert
"Mit vollen Tanks sind wir vielleicht etwas besser als Red Bull, aber McLaren war in einer eigenen Liga, und zwar deutlich", meint Leclerc. "Ich weiß nicht, was da los ist. Hoffentlich hatten sie weniger Benzin drin, aber sie scheinen stark zu sein. Aktuell scheint es nicht realistisch, mit ihnen im Rennen zu kämpfen." Die ganzen Longrun-Zeiten gibt es hier in der Analyse:
"Nicht überraschend, wir hatten sie als die stärksten hier auf der Rechnung", meint Leclerc ernüchternd. Als es im 2. Training drauf ankam, war er in keinem Bereich wirklich der Schnellste. Nicht ungewöhnlich für Ferrari. Nie Klassenbester. "Aber wir haben recht gute Runden gefahren, ich fühlte mich gut im Auto. Darauf müssen wir für morgen aufbauen, hoffentlich geht noch was."
Auf eine Runde schien der Leclerc-Ferrari tatsächlich gar nicht so weit von Verstappen entfernt. Eineinhalb Zehntel allein verlor Leclerc mit zu viel Untersteuern in den Kurven 4 bis 6, der engen Passage im Mittelsektor. Das wiederum lässt die Frage nach der Reifen-Vorbereitung aber schnell wieder aufkommen. In den langsamen ersten Kurven Handling-Probleme zu haben, kann oft ein Signal für zu kalte Vorderreifen sein.
Lewis Hamilton verzweifelt am Ferrari-Grip in Mexiko
Leclerc klingt dabei im Vergleich zu Ferrari relativ entspannt. Hamilton hatte in FP1 Ferraris Simulator- und WEC-Pilot Antonio Fuoco für eines der verpflichtenden Rookie-Trainings ins Auto lassen müssen. In FP2 tat er sich schwer, auf der griparmen Strecke in Mexiko schnell in den Rhythmus zu finden.
Mit einer vorsichtigen Runde schaffte er es am Ende immerhin bis auf eine Zehntel an Leclerc ran, war aber unzufrieden: "Das Auto rutscht sehr viel, die Balance ist sehr offen. Da steht viel Arbeit über Nacht an, um eine saubere Balance zu finden."
"Ich denke nicht, dass wir es schlimmer machen können!", meint Hamilton da im Hinblick auf mögliche Setup-Änderungen. Erst recht, weil er sich auch im Longrun schwertat: "Ich will definitiv mit dem Auto von heute kein Rennen fahren. Aber die Longrun-Balance war kein Desaster. Wir müssen nur mehr aus den Reifen holen. Ich weiß, dass mehr Pace im Auto steckt."



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