Der Formel-1-Trainingsfreitag von Sauber war einer von zwei Welten. Im ersten Training mischten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto mit P3 und P5 beinahe ganz vorne mit, im viel repräsentativeren zweiten Training war davon jedoch nichts mehr zu sehen und das Duo landete nur auf den Positionen 15 und 16.
Also doch eher pessimistische Aussichten für das restliche Formel-1-Wochenende in Mexiko? Nur auf den ersten Blick, denn wenn man genauer hinschaut, dann gibt es für Hülkenberg und Co doch genügend gute Gründe, sich Hoffnungen auf Punkte zu machen. In erster Linie, weil auf den schnellen Runden noch Zeit versteckt war, wie der Emmericher betonte: "Bei unseren Runs mit wenig Benzin auf dem Soft ist sowohl für Gabi als auch für mich noch etwas Rundenzeit drin, denn unsere Runs waren nicht sehr sauber."
Nico Hülkenberg & Gabriel Bortoleto: Was ging im zweiten Training schief?
Hülkenberg verpasste in Kurve 4 den Scheitelpunkt und lief an der Einfahrt zur Stadion-Sektion auf einen Alpine auf, der ihn möglicherweise etwas irritierte. Von einer perfekten Runde weit entfernt also. Bei Gabriel Bortoleto waren die Schwierigkeiten anders gelagert. "Ich hatte ein kleines Problem mit meinen Tools bevor ich die Runde begonnen habe, und deshalb konnte ich sie nicht starten. Also ich dann meine Runde gefahren bin, war es schon ziemlich spät und meine Reifen waren ein bisschen verheizt", sagte der Brasilianer.
Zudem ging Sauber das zweite Training in Bezug auf die Spritmenge etwas konservativ an. Also noch Potenzial für den Samstag, freut sich Hülkenberg, der nach dem Training viel Optimismus ausstrahlte: "Morgen im Qualifying ist es wichtig, dann kommt es darauf an."
Der WM-Neunte warnt aber gleichzeitig auch: "Wir erwarten ein sehr enges Mittelfeld, in dem kleine Details den Unterschied machen werden." Punkte am Sonntag oder zunächst einmal eine Q3-Teilnahme am Freitag hält Hülkenberg für möglich. "Ich denke wir werden uns wieder im Kampf rund um die Top-10 befinden", so seine Prognose.
Was kann der Sauber im Longrun?
Auf den Longruns zeigt sich, dass der C45 durchaus im Rennen ein Wörtchen mitreden könnte. Denn auf dem Medium-Reifen, mit dem viel andere Probleme hatten, war Bortoleto der zweitschnellste Fahrer. Hülkenberg lag bei den Soft-Longruns nur im Mittelfeld, aber die Abstände sind eng. Die komplette Longrun-Analyse könnt ihr hier nachlesen:
Also gute Longruns, noch viel Spielraum auf eine Runde und zwei positiv gestimmte Fahrer. Teamchef Jonathan Wheatley hat allen Grund, positiv gestimmt auf das restliche Mexiko-Wochenende zu blicken, auch wenn ihm natürlich klar ist, dass man das bärenstarke Ergebnis im ersten Freien Training nicht für bare Münze nehmen kann "[Die Young Driver] haben wahrscheinlich unsere Endplatzierung in dieser Session ein bisschen geschönt", stellte er in der Formel-1-Pressekonferenz zwischen den beiden Freitagstrainings fest.



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