Verliert McLaren auf den letzten Metern doch noch den Fahrertitel? In Mexiko spielte das in der ersten Saisonhälfte dominierende Formel 1-Team wieder einmal nicht ganz vorne bei der Musik mit. Stattdessen erteilte Max Verstappen mit seiner FP2-Bestzeit von 1:17,392 Minuten dem McLaren-Duo eine klare Ansage. Sein Rückstand in der WM ist zuletzt rapide geschrumpft. In vier Rennen holte er 64 Punkte auf, aktuell trennen Piastri und Verstappen 40 Punkte bei noch fünf ausstehenden Rennen.
In den Freitagstrainings in Mexiko blieb das McLaren-Duo erneut hinter den Erwartungen zurück. Während Lando Norris gegen Ende von FP2 zumindest ein Schritt nach vorne gelang – er beendete das zweite Freie Training mit einem Rückstand von zwei Zehnteln auf Rang vier –, blieb Piastri als Zwölfter blass. Damit scheint sich die Serie an schwierigen Rennwochenenden für den WM-Leader in Mexiko fortzusetzen. Wie bereits in Austin hatte Piastri mit dem geringen Griplevel des Autodromo Hermanos Rodriguez zu kämpfen.
Trotz der Probleme und seines Rückstands von acht Zehntel auf Verstappen, zeigte sich Oscar Piastri nach dem Training relativ unbeeindruckt. "Meine Runde auf den weichen Reifen und mit wenig Sprit war ziemlich durchschnittlich, daher überrascht mich die Rundenzeit nicht. Ich habe viel ausprobiert, wir werden alles durchgehen und prüfen, was funktioniert hat und was nicht." Wie unsere Grafik zeigt, ist Piastri in den Esses deutlich schneller als Norris gewesen. Auf seinem ersten Versuch muss Piastri am Ausgang vom Gas gehen, wodurch er den Speed für die Gerade verliert.
Auf seinem zweiten Versuch kommt er deutlich schlechter durch die Kurven. Möglicherweise hatten hier seine Reifen schon abgebaut.
Der Australier blickt dem restlichen Wochenende optimistisch entgegen. Auf die Frage, ob er glaube, dass McLaren in Mexiko mit Red Bull mithalten könne, antwortete er: "Ich denke schon, ja. Es wird knapp werden, aber ich glaube, wir haben ein gutes Auto. Es gibt einige Dinge, die wir ziemlich leicht in Ordnung bringen können. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir ein gutes Qualifying haben werden."
Wie stark ist McLarens Longrun-Pace?
Geht es nach der Konkurrenz, dann ist McLaren auf dem Longrun sehr schnell. Am Ende von FP2 fragte Charles Leclerc seinen Renningenieur: "Abgesehen von den letzten beiden Runden, wie sah es aus? Ich schätze, McLaren ist auf einem anderen Planeten, oder?" Die Antwort von Bryan Bozzi: "Ja, im Moment schon. Norris ist sehr schnell, schneller als Piastri." Allerdings absolvierte McLaren seine Longruns auf dem weichen Reifen (C4), während die meisten anderen auf dem Medium (C3) unterwegs waren.
Andrea Stella zeigte sich mit den "soliden Trainingseinheiten" zufrieden. "Wir haben viele wichtige Informationen gesammelt. Die Ergebnisse aus dem zweiten Freien Training zeigen, dass unsere Pace über mehrere Runden hinweg recht konkurrenzfähig ist, was erfreulich ist. Wir werden nun die Erkenntnisse des heutigen Tages nutzen, um das Auto zu optimieren und sein volles Potenzial für das morgige Qualifying auszuschöpfen", so Stella. Der McLaren-Teamchef verteidigte einmal mehr die Entscheidung, nicht auf die Updates von Red Bull zu reagieren. "Wir haben den Zeitpunkt für die Umstellung unserer gesamten Ressourcen auf 2026 sehr sorgfältig gewählt."
Kühlung ist in Mexiko für die Formel 1 ein heißes Thema. McLaren sorgt da ohne Updates für Aufmerksamkeit. Wie kann dieses F1-Auto hier nicht heiß laufen?



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