In Austin büßte Oscar Piastri weitere 23 Punkte im Weltmeisterschaftskampf auf Max Verstappen. Auf den eigenen McLaren-Teamkollegen 8. Das gesamte Wochenende hinkte der WM-Führende nicht nur hinter Verstappen, sondern auch hinter Lando Norris her. In den vergangenen drei Rennen holte Verstappen übrigens 76 Punkte – Piastri 24 (In Aserbaidschan schied er aus und holte so seine Nullnummer). Doch die Misere in Austin geht laut Formel-1-Experte Christian Danner aber nicht auf den Australier selbst zurück.

Christian Danner: Piastri hat kein Nervenflattern!

In Aserbaidschan flog Piastri ab, in Singapur musste er sich hinter Norris einreihen und nach dem Sprint-Crash lag Piastri auch in Austin hinter Norris. Der Gedanke liegt nah: Piastri beginnen gegen Ende des Weltmeisterschafts-Kampfes 2025 die Nerven zu flattern. Doch Experte Christian Danner ist im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com anderer Meinung.

„Das ist ein brutaler Druck. Den auch ein Piastri zum ersten Mal in dieser Form erlebt. Hat er deswegen Nervenflattern? Meiner Meinung nach Nein“, sagt Danner. "Als ich die Aufnahmen gesehen habe, habe ich gesehen, wie er da gekämpft hat: Das Auto lag nicht gut!"

Zusammen hängt das zum einen mit einer Austin-spezifischen Ursache und zum anderen mit der fehlenden Erfahrung McLarens mit dem MCL39 durch den Ausfall der beiden Piloten im Sprint.

Danner: Teams feilschen um halbe Millimeter in der heutigen F1

"Die Bodenfreiheit muss so niedrig sein wie möglich. Je niedriger es liegt, desto besser ist es, das Auto hat dann einen besseren Schwerpunkt und die Aerodynamik funktioniert besser", so Danner.

Durch die Ground-Effekt-Ära der Formel 1, die mit der diesjährigen Saison endet, ist die Bodenfreiheit noch wichtiger geworden. Schließlich erzeugen die Boliden das meiste an Abtrieb über den Unterboden. "Da wird um halbe und zehntel Millimeter Tiefe gefeilscht, um den nötigen Grip zu bekommen", sagt Danner.

"Der geht sonst dramatisch in den Keller. In Austin komme ich aber, wenn ich ganz niedrig fahre, mit dem Unterboden in Konflikt", sagt Danner. Das kann im Zweifel zu einer Disqualifikation führen. Lewis Hamilton und Charles Leclerc können davon ein Lied singen. Beiden passierte genau das beim USA GP 2023.

"Der Unterboden wird zu viel abgenutzt. Ich glaube, das Auto wie es Piastri hatte, war nicht sehr gut abgestimmt. Und der fehlende Sprint kam dazu."

Danner: McLaren muss sich Piastris Auto noch einmal abstellen

Oder bekam Piastris MCL39 durch die Kollision im Sprint doch einen mit? An Piastris Auto musste die Hinterachse wechseln, die Vorderachse und den Unterboden. Einen Schaden will Danner nicht ausschließen.

"Auf der einen Seite eigentlich nicht, denn man weiß ja, wie man so etwas zusammenstellen muss und die Messmethoden so gut sind. Ich habe aber schon oft Autos gesehen, die einen Unfall hatten und wo alles gut aussah", berichtet Danner.

"Aber Wochen später hat sich dann doch etwas eingeschlichen. Nur Wochen später reicht nicht. Wir sind im WM-Kampf. Wir haben ein Rennen in Mexiko-City und bis dahin muss das Auto wieder laufen, koste es was es wolle", sagt Danner.

Wir haben mit Christian Danner auch über andere interessante Themen gesprochen - beispielsweise auch über Charles Leclerc, der sich ein Podest erkämpfte. Angucken könnt ihr euch das hier!

Leclerc nicht happy! Danner: Aston Martin ein heißes Eisen! (06:28 Min.)